Das Spiel
«Die Reise darf niemals enden.» So lautet der Wunsch der Lausanner Fans, formuliert in einer prächtigen Choerographie, als kurz vor 21 Uhr die beiden Teams im Stade de la Tuilière einlaufen. Knapp zwei Stunden später ist das Europacup-Abenteuer für Lausanne aber beendet. Nicht weil sie das schlechtere Team sind, sondern der Tabellen-Sechste aus Tschechien effizienter ist – auch weil Lausanne Geschenke verteilt und den Waadtländern am Schluss das Glück nicht hold ist. Sows Ausgleich in der 94. Minute wird wegen einer minimalen Offside-Stellung von Kana-Biyik aberkannt.
Die erste Heim-Niederlage in dieser Conference League, die gleichbedeutend mit dem Ausscheiden ist, haben sich die Waadtländer aber selbst zuzuschreiben. Sie schaffen es nicht, die gute Ausgangslage aus dem Hinspiel (1:1) zu nutzen, weil sie sich mit groben Schnitzern in der Defensive selber in die Bredouille bringen. Beim 0:1 ermöglichen Sow und Fofana mit Stellungsfehlern einen schnellen Konter der Tschechen. Und da auch Soppy pennt, hat Sip keine Probleme, den Ball über die Linie zu drücken. Auch beim 1:2 kurz vor der Pause befindet sich die ganze Lausanner Defensive bei einem Corner der Tschechen im Tiefschlaf. Rusek trifft mutterseelenallein zur erneuten Führung.
In der Offensive hat das Zeidler-Team seine beste Phase in der Viertelstunde vor der Pause. Nach dem Ausgleich durch Omar Janneh haben die Waadtländer Pech, als Sow mit einem Schlenzer nur die Latte trifft. Auch mit dem Rücken zur Wand ist das Heimteam bemüht, klare Chancen zum Ausgleich sind aber Mangelware bis zur Nachspielzeit, als Sow zweimal dem Ausgleich und damit einer Verlängerung nahe kommt. So muss sich der letzte Super-Ligist an der eigenen Nase nehmen – im Wissen, eine grosse Chance verpasst zu haben. Bitter für die Schweiz: Im Uefa-Ranking wird sie damit nicht in die Top 15 vorstossen, womit es für die Saison 2027/28 keinen zusätzlichen Platz in Europa gibt.
Die Tore
22. Minute, Sip, 0:1: Mit wenigen Pässen können sich die Tschechen über rechts durchkombinieren. Die flache Flanke einmal quer durch den Lausanner-Strafraum können die Gastgeber nicht wegverteidigen und so kann Sip am zweiten Pfosten einschieben.
35. Minute, Janneh, 1:1: Nach einer Flanke kommt Mollet am zweiten Pfosten an den Ball. Er flankt den Ball in den Rückraum, wo der tschechische Goalie die Kugel nur ablenken kann. Janneh versenkt aus sieben Meter via Boden.
44. Minute, Rusek, 1:2: Bei einer Ecke geht Rusek vergessen, Sturm spielt ihn flach an. Letica kann den satten Schuss nicht entscheidend ablenken
Der Beste
Danijel Sturm. Der slowenische Internationale zeigt auf dem rechten Flügel eine starke Leistung und bereitet beide Tore der Gäste vor. Diese sind nicht besser, aber effizienter – dank Sturm.
Der Schlechteste
Brandon Soppy. Der Franzose ist zwar in der Offensive sehr aktiv, verfügt in der Defensive aber über Mängel. Beim 0:1 verliert er trotz klar besserer Positition seinen Gegenspieler Sip aus den Augen und kommt zu spät.
Das gab zu reden
Für Lausanne ist es das erste Heimspiel im Frühjahr in einem Europacup seit mehr als 60 Jahren. Aber sie können die Fahne der Super League nicht hochhalten und verpassen den Einzug in die Achtelfinals. Damit ist klar, die Schweiz verpasst im Uefa-Ranking die Rückkehr in die Top 15.
Die Fans
Die Lausanne-Fans bergüssen ihr Team mit einer beeindruckenden Choreographie. Die paar Hundert tschechischen Supporter halten mit einer etwas kleinerer Choreo dagegen. 9026 Fans sind gekommen, das Stade de la Tuilière ist sehr gut gefüllt, die Stimmung dementsprechend gut.
Der Schiedsrichter
Der Serbe Nenad Minakovic hat das Spiel über weite Strecken gut im Griff. Allerdings schaut er dem Olmütz-Keeper, der schon früh auf Zeit spielt, zu lange zu, ohne ihn zu ermahnen.
So gehts weiter
Für Lausanne geht es in der Super League am kommenden Wochenende mit einem Heimspiel weiter. Am Sonntag reist der FC Basel (14.00 Uhr) an den Genfersee.






