Die Formel 1 vor Barcelona
Der Tempelkrieg – und Alpine lässt FIA zittern

Die Sonne knallte auf das Fahrerlager. Bei Audi und McLaren arbeitete man fieberhaft am Aufbau der neuen, weit über 12 Millionen Euro teuren Team-Tempel. Diese kamen mit mehr als 60 Lastwagen und Transportern von Monaco nach Spanien.
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Das ist das neue Motorhome von Audi.
Foto: Lukas Gorys

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der GP von Katalonien startet am Donnerstag mit Alpine-Protest gegen FIA
  • Alpine will Pierre Gasly auf Platz 3 bringen, FIA könnte dagegen steuern
  • Teams tauschen Stammfahrer aus: Nachwuchs wie Vesti und Beganovic starten
Roger Benoit, Barcelona

Ein Mechaniker witzelte zu Blick: «Das, was wir hier sehen, ist der EMC. Oder eben European Motorhome Championship!» Von Nachhaltigkeit neben der Rennstrecke spricht beim Tempelkrieg keiner.

Tempelkrieg nur in Europa

Selbst bei Mercedes, wo man nur noch elektrisch unterwegs ist, müssen die Laster zuerst 80 Kilometer in die andere Richtung fahren, um die Batterie zu laden.

Wie einfach haben es da die Teams in Übersee, wo ihnen die Veranstalter sehr schöne Team-Häuser hinstellen. Der Preis bewegt sich da von mindestens 100'000 Euro pro Rennen. Nun, bei den neun Europa-Rennen stehen eben der Stolz und die Eitelkeit im Vordergrund. Man glotzt gerne.

Briatore will aufs Podest

Der GP von Katalonien beginnt am Donnerstag mit einem Knall: Alpine hat mit Boss Flavio Briatore gegen die zwei Fünf-Sekunden-Strafen von Pierre Gasly in Monte-Carlo Protest eingelegt.

Der Franzose war in der Boxengasse mit 60,1 und 60,4 km/h gebüsst worden. Erlaubt sind 60. Alpine soll nun Beweise haben, dass diese Messungen falsch waren. Auch Mercedes wunderte sich über eine Fünf-Sekunden-Strafe für Russell mit 60,1 km/h.

Hat Alpine wirklich Beweise?

Alpine muss also der FIA ihre Beweise und Daten vorlegen. Erst wenn diese vom Weltverband akzeptiert werden, geht es in die entscheidende Rekurs-Runde.

Gewinnt da Alpine, müsste man Gasly eigentlich vom 7. auf den 3. Platz nach vorne versetzen. Aber die FIA wird das irgendwie verhindern. Denn im andern Fall sehe sich die FIA gezwungen, das gesamte Resultat (ausser Sieger Antonelli, 2. Hamilton) umzustürzen!

Antonelli muss zuschauen

In Barcelona schicken die meisten Teams am Freitagmorgen ihre Ersatz- und Simulator-Fahrer für 60 Minuten ins Rennen. Bei Audi ersetzt der Este Paul Aron nicht zum ersten Mal Hülkenberg (bereits bei Sauber). WM-Leader Antonelli muss dem Dänen Frederik Vesti Platz machen. Der amtierende Formel-2-Meister Leonardo Fornaroli sitzt im McLaren von Weltmeister Norris.

Die Regel ist gleich geblieben: Jeder Stammfahrer muss pro Saison zweimal dem Nachwuchs Platz machen. So ersetzt der Japaner Ayumu Iwasa bei Red Bull den Monaco-Dritten Hadjar und Pérez muss bei Cadillac Colin Herta weichen. Der in der Indycar-Serie einst erfolgreiche Star kämpft weiter um eine Superlizenz. Bei Ferrari muss Hamilton pausieren – der Schwede Dino Beganovic darf wieder mal ran.

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