Schnell ist klar: Die Nati lässt sich auch vom verblüffenden Überraschungsteam aus Norwegen nicht von ihrer Gold-Mission abbringen. Dabei werfen die Skandinavier alle ihre Qualitäten ins Spiel: Furchtlosigkeit, viel Selbstvertrauen und jede Menge Körperlichkeit. Die Schweizer haben kurz ein wenig Mühe damit, nachdem ihr Angriffswirbel zu Beginn keinen Erfolg bringt und Nino Niederreiter im Powerplay nur den Pfosten trifft.
Doch die Mannschaft von Jan Cadieux bewahrt Ruhe und Geduld. Es gibt nur eine Schrecksekunde, als der Puck von der Bande vors Tor von Leonardo Genoni springt und so Michael Brandsegg-Nygard die Chance zur Führung für den Aussenseiter eröffnet. Doch der Detroit-Stürmer trifft die verhexte Scheibe nicht richtig, sodass sie in Genonis Handschuh landet.
Fribourg-Meisterstürmer stellt Weichen auf Final-Kurs
Der Schweizer Spezialist für K.o.-Spiele ist einmal mehr zur Stelle, wenn er gebraucht wird. In den letzten drei Jahren hat Genoni in acht Alles-oder-nichts-Partien an WM- und Olympia-Turnieren nur sechs Gegentreffer zugelassen. Gegen die Norweger kommt er allerdings selten ins Schwitzen und baut seinen WM-Rekord auf inzwischen 15 Shutouts aus.
Auf der anderen Seite stellen die Schweizer mit dem ersten Treffer die Weichen auf Final-Kurs. Fribourgs Meisterstürmer Christoph Bertschy ist dabei der Dosenöffner. Er verschafft sich Raum und bezwingt Goalie Henrik Haukeland, dem Nicolas Baechler die Sicht raubt.
So geht die Nati, die diesmal von Ex-Nati-Coach Ralph Krueger mit der «Starting Six»-Verkündigung und Nati-Legende Andres Ambühl mit dem Glockenläuten vor dem Spiel zusätzlich motiviert wird, mit einer Führung in die Pause.
Schweiz lässt nie etwas anbrennen
Danach brennt nichts mehr an. Calvin Thürkauf zieht los und bedient Denis Malgin mit einem Flippass. Der ZSC-Star beweist viel Geduld und trifft zum 2:0. Die Party kann beginnen. Der Finaleinzug ist nie mehr in Gefahr. Zum einen spielen die Schweizer erneut grundsolide, zum anderen fehlen den Norwegern die Mittel, das Spiel zu drehen. Ken Jäger, Damien Riat sowie Nico Hischier im Powerplay und Joker Théo Rochette sorgen für klare Verhältnisse. «Finale! Oho!», dröhnt es durch die Swiss Life Arena. Und wieder wird nach dem Sieg «W. Nuss vo Bümpliz» zelebriert, dass es ans Herz geht.
Nach dem neunten Sieg im neunten Spiel fehlt nun noch die Krönung. Die bisherigen Finals 2013 und 2018 (beide gegen Schweden), 2024 (gegen Tschechien) und 2025 (USA) hat die Nati verloren. Mit den Fans im Rücken und der inzwischen beeindruckenden Reife ist das erste Gold möglich, zumal die Nati erstmals die längere Erholungszeit hat. Egal, ob der Gegner nun Kanada oder Finnland, die am Abend (20 Uhr) den zweiten Finalplatz ausmachen, heisst. Zudem konnte Pius Suter sein Comeback geben und der gesperrte Aggressivleader Timo Meier seine Batterien aufladen.
Nach dem Spiel werden noch die drei besten Spieler des Turniers verkündet. Bei den Schweizern sind es die NHL-Stars Hischier, Meier und Captain Roman Josi.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |




