Nach dem Sieg der Schweden am Nachmittag gegen die Slowakei war klar: Der Sieger des Spitzenspiels zwischen der Schweiz und Finnland spielt am Donnerstag im Viertelfinal gegen die «Tre Kronor». Sollte jemand geglaubt haben, dass die Nati dem Duell gegen den Angstgegner ausweichen will, wird schnell eines Besseren belehrt.
Kaum sind die «Odi, Odi, Odi!»-Rufe verklungen, nachdem Ski-Star Marco Odermatt das Spiel mit einer Glocke eingeläutet hatte, führen die Schweizer schon. Dominik Egli fängt einen Befreiungsversuch der Finnen ab und spielt den Puck vor Tor, wo Attilio Biasca zur Stelle ist. Es ist der erste WM-Treffer des Fribourger Meisterstürmers.
Kurz darauf doppelt Ken Jäger zum 2:0 nach. Die Arena bebt. Offenbar hatte das Gastspiel von Büne Huber, der die «Starting Six» in der Kabine verlesen hatte, die Wirkung nicht verfehlt. «Ich schaue jedes Spiel. Ihr kommt mir vor wie eine Tiger-Sippe, die angreift auf der Jagd. Ich habe solche Freude an diesem Team», sagte der Frontman von Patent Ochsner. «Ihr sit so geili Siechä!» Nach den Siegen hatte die Nati den Evergreen «W. Nuss vo Bümpliz» der Berner Band in der Arena spielen lassen und damit Hühnerhaut-Momente ausgelöst, weil die Fans wunderbar mitsingen konnten.
Auch wenn die Schweizer, bei denen Captain Roman Josi sein 100. Länderspiel bestreitet, im zweiten Drittel nur zwei Schüsse aufs Tor bringen, verstecken sie sich nicht und werden nicht zu passiv wie im Olympia-Viertelfinal (2:3 n.V.), als sie noch eine 2:0-Führung verspielten.
Vielmehr lassen sie den Finnen etwas zu viel Raum. Das rächt sich. NHL-Superstar Aleksander Barkov bezwingt Reto Berra. Der Captain der Florida Panthers, der nach zwei Stanley-Cup-Siegen in Folge die ganze NHL-Saison verletzt verpasste, hat danach noch nicht genug. Kurz nachdem Nino Niederreiters Schuss zwischen den Beinen von Goalie Justus Annunen hindurch auf der Linie geklärt wurde, trifft Barkov erneut. 2:2. Im dritten Abschnitt kommt Gift ins Spiel und Hischier setzt ein Zeichen und greift sich Aatu Räty.
Finnland – Tschechien (16.20 Uhr in Zürich)
Kanada – USA (16.20 Uhr in Fribourg)
Schweiz – Schweden (20.20 Uhr in Zürich)
Norwegen – Lettland (20.20 Uhr in Fribourg)
Finnland – Tschechien (16.20 Uhr in Zürich)
Kanada – USA (16.20 Uhr in Fribourg)
Schweiz – Schweden (20.20 Uhr in Zürich)
Norwegen – Lettland (20.20 Uhr in Fribourg)
Weil im Parallelspiel auch die Tschechen gegen Kanada (2:3) eine 2:0-Führung verspielen, ist klar: Der Verlierer trifft auf die Osteuropäer. Und dies sind die Finnen. Weil Jäger im Powerplay mit seinem zweiten Tor die Schweiz zum siebten Sieg im siebten Spiel schiesst, geht es nun gegen Schweden. Wer Weltmeister werden will, muss seine Dämonen besiegen. Und vor dem Angstgegner fürchtet sich bei der Nati keiner.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |




