Norwegen sorgt für die ganz grosse Überraschung dieser Weltmeisterschaft. Das Team von Petter Thoresen schlägt Kanada im Spiel um Platz drei und holt sich die erste norwegische WM-Medaille bei der 89. Austragung. Der Jubel beim jungen Team (rund 27-jährig im Schnitt) nach dem 3:2 in der Verlängerung fällt dementsprechend ausgelassen aus.
Das Spiel ist in der Schlussphase an Dramatik kaum zu überbieten. Bis die Sensation Tatsache ist, müssen die Norweger einen riesigen Schock verdauen. Denn sie führen bis sieben Sekunden vor Schluss noch mit 2:1, 76 Sekunden vor der Schlusssirene steht es gar 2:0. Und trotzdem ziehen die Kanadier vorerst den Kopf aus der Schlinge.
Dennoch behalten die Skandinavier die Nerven und setzen sich in der Verlängerung, die im 3-gegen-3-Format gespielt wird, durch. Noah Steen schiesst nach drei Minuten und 32 Sekunden den goldenen Treffer.
Superstars bleiben lange vieles schuldig
Die NHL-Truppe um die Jung- und Altstars Macklin Celebrini (19) und Sidney Crosby (38) bringt sich selbstverschuldet in Rücklage. Goalie Jet Greaves kann die Scheibe in der 7. Minute hinter dem Tor nicht kontrollieren. Emilio Pettersen reagiert gedankenschnell und schiebt per Buebetrickli ein.
So läuft der Rekordweltmeister früh einem Rückstand hinterher und das Selbstvertrauen der Aussenseiter wird mit jeder gelungenen Abwehraktion, mit jeder Parade von Henrik Haukeland grösser. Der Keeper der Straubing Tigers aus der DEL, der abgesehen vom 0:6 gegen die Nati nur sechs Gegentreffer in sechs Partien zugelassen hat, spielt erneut überragend. Dass auch vier Powerplays den Nordamerikanern nicht zum Torerfolg reichen, unterstreicht die Leistung der Halbfinal-Debütanten. Die Norweger wirken hochentschlossen, für ihr Land Geschichte zu schreiben – keine Spur von Katerstimmung nach der Abreibung gegen die Schweiz am Vortag.
Nächste WM-Blamage für Kanada
Und wie sagt man so schön: Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten. So kommts für Kanada in der 33. Minute. Stian Solberg fasst sich von der blauen Linie ein Herz und hat das Glück auf seiner Seite. Der Schuss wäre wohl am Kasten vorbeigegangen, doch von Zach Whiteclouds Wade fliegt die Scheibe unhaltbar für Greaves ins Netz.
Der neuerliche Rückschlag hinterlässt bei den Ahornblättern Spuren. Das Starensemble wirkt geknickt, die Körpersprache versprüht zum Ende des Mitteldrittels wenig Hoffnung auf eine Wende. Im Schlussdrittel können sich die Kanadier dann bei Goalie Greaves und dem Pfosten bedanken, dass Norwegen den Sack nach einem der gefährlichen Konter nicht früher zumacht. Zudem schwächen sie sich mit zwei Strafen weiterhin selbst. Die Schlussoffensive in den letzten knapp zehn Minuten hat es dann aber in sich – und führt beinahe doch noch zum Erfolg. Schlussendlich ist der späte Doppelpack von Robert Thomas aber wertlos.
So stehen am Ende die nächste Blamage gegen einen skandinavischen Aussenseiter nach der Viertelfinal-Pleite gegen Dänemark im Vorjahr sowie die dritte medaillenlose WM in Serie.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |




