Die ZSC Lions haben einen Nachfolger für den entlassenen Marco Bayer (53) gefunden. Wie der Klub am Mittwochmorgen bekannt gibt, wird Claude Julien (66) neuer Trainer der Zürcher. Der Kanadier unterschreibt einen Vertrag bis 2028 und bringt mit René Matte (53) einen Assistenten mit.
Julien war jahrelang in der NHL für die Boston Bruins, New Jersey Devils und Montreal Canadiens als Headcoach tätig. Mit den Bruins gewann er 2011 den Stanley Cup. Dazu holte er 2014 mit der kanadischen Nationalmannschaft Olympiagold. Und auch in der Schweiz hat der 66-Jährige als Berater bei Ambri-Piotta bereits Erfahrung gesammelt.
«Claude verfügt über ein grosses Palmares. Überall, wo er war, hatte er Erfolg. Dank seiner Tätigkeit beispielsweise in Montreal ist er sich Druck gewohnt. Zudem kennt er das moderne Eishockey und die technischen Mittel dazu bestens. Claude passt auch deshalb zu unserem Profil, weil er auf die Spieler eingeht, sie aber auch konsequent in die Pflicht nimmt. Bekannt ist er für ein Spiel aus der sicheren Defensive heraus, jedoch auch für ein schnelles Umschaltspiel und die Offensive», wird Sportchef Sven Leuenberger zitiert.
Streit: «Eine gute Wahl»
Einer, der Julien bestens aus der Optik eines Spielers kennt, ist Ex-NHL-Star Mark Streit (48). Er erlebte den zukünftigen ZSC-Trainer als Headcoach während seiner Zeit bei Montreal. «Es ist eine gute Wahl» findet der Berner. Er beschreibt Julien als Trainer, der eine klare Linie hat und sagt, was er denkt, dabei aber sehr transparent ist. «Er kann auch laut werden, aber in einem vertretbaren Rahmen – Julien ist kein Schreihals.» Klartext zu reden, meint Streit weiter, sei aber ab und an durchaus nötig: «Ein ambitioniertes Hockeyteam ist kein Ponyhof. Es braucht einen Chef, der vorausgeht.»
Julien sei von seiner Tendenz her ein Trainer der alten Schule, der sich aber auch der neuen Generation angenommen habe. Entscheidend ist für Streit, dass Julien diesen Schritt beim ZSC gehen will und nicht mehr mit einer Rückkehr in die NHL liebäugelt: «Er hat alles gewonnen und scheint bereit für diesen Schritt in der Schweiz, was eine Grundvoraussetzung ist.»
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