Darum gehts
- Mehrfamilienhaus in St. Gallen brennt aus, neun Verletzte, zwei Vermisste
- Gebäude stürzte während Löscharbeiten ein, Brandursache noch unbekannt
- 80 Feuerwehrleute im Einsatz, Schaden in Höhe von mehreren hunderttausend Franken
An der Heiligkreuzstrasse in St. Gallen ist in der Nacht auf Dienstag ein Mehrfamilienhaus vollständig ausgebrannt. Wie Mediensprecher Simon Anderhalden mitteilt, ging die Meldung kurz nach 3.30 Uhr bei der Notruf- und Einsatzleitzentrale ein.
Die ausgerückten Einsatzkräfte trafen vor Ort auf ein Mehrfamilienhaus im Vollbrand. Insgesamt befanden sich 19 Bewohnende im Gebäude. Neun Personen wurden verletzt, darunter zwei schwer. Sieben weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. Sämtliche Verletzten wurden ins Spital gebracht.
Zwei Personen werden vermisst
Eine der zwei schwer verletzten Person erlitt schwere Verbrennungen und wurde mit dem Helikopter ins Unispital Zürich geflogen, berichtet Anderhalden gegenüber BRK.
Zwei Personen galten nach dem Brand als vermisst. Die Kantonspolizei meldete am Nachmittag jedoch, dass beide glücklicherweise wohlauf sind. Sie konnten von den Beamten kontaktiert oder getroffen werden.
Möblierte Zimmer für temporäre Bewohnende
Beim abgebrannten Gebäude handelt es sich um ein Haus mit möblierten Monatszimmern für eine wechselnde Mieterschaft. Gemäss der Website des Anbieters wurden Einzelzimmer ab rund 400 Franken pro Monat angeboten, Doppelbettzimmer ab 700 Franken. Das Unternehmen vermietet an mehreren Standorten in der Ostschweiz möblierte Zimmer auf Zeit und bewirbt das Angebot als «preisgünstigste Wohnmöglichkeit in der Region».
Die Zimmer richteten sich insbesondere an Saison-Monteure, Temporär-Arbeitende, Teilzeitangestellte, Studierende, Lernende sowie weitere Personen, die nur befristet in der Ostschweiz leben. Auf Anfrage von Blick wollte der Betreiber der Vermietungsplattform keine Stellung zum Brand nehmen.
«Erst dachte ich, es wäre eine Schiesserei»
«Ich war gerade in der Stube, als es plötzlich einen lauten Knall gab», berichtet ein Leserreporter gegenüber Blick. «Erst dachte ich, es wäre eine Schiesserei. Deshalb habe ich sofort die Polizei gerufen.» Als er dann im Schlafzimmer aus dem Fenster sah, konnte er die lodernden Flammen sehen, berichtet er weiter.
«Ich hab gesehen, wie sich zwei Personen über ein Vordach retten konnten. Eine andere Person schrie ‹Aua, Hilfe!›». Daraufhin habe er auch die Feuerwehr angerufen.
Erheblichen Einschränkungen und Umleitungen
Während den Löscharbeiten stürzte das Gebäude weitgehend ein. «Während der Einsatz der Polizei inzwischen beendet ist, dauern die Löscharbeiten der Feuerwehr weiterhin an», bestätigt der Mediensprecher gegenüber Blick. Rund um das Quartier kommt es zu erheblichen Einschränkungen und Umleitungen.
Brisant war auch ein dicht an das brennende Haus stehendes Gebäude, das die Löscharbeiten besonders herausfordernd gestaltete.
Brandursache noch unklar
Der Sachschaden beträgt mehrere hunderttausend Franken. Im Einsatz standen verschiedene Patrouillen und Fachdienste der Stadtpolizei sowie der Kantonspolizei St. Gallen, rund 80 Angehörige der Feuerwehr, fünf Rettungswagen, ein Notarzt sowie weitere Einsatzkräfte des Sanitätswesens.
Die Brandursache ist weiterhin unklar. Die Ermittlungen werden durch das Kompetenzzentrum Forensik der Kantonspolizei St. Gallen im Auftrag der Staatsanwaltschaft geführt.