Mutter erhebt Vorwürfe
Italiener (†25) stirbt bei Skitour in St. Moritz

Der Italiener Luciano C. ist am Mittwoch bei einem Ski-Ausflug in St. Moritz GR verschwunden. Er starb unter einer Lawine. Jetzt erhebt seine Mutter schwere Vorwürfe.
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Der passionierte Wintersportler Luciano C. stirbt bei einem Skiausflug.
Foto: x.com / @Open_gol

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Luciano C. (†25) stirbt bei Bergtour nahe St. Moritz
  • Lawinen-Gefahrenstufe 4 von 5 erschwerte Rettungsaktionen stark
  • Mutter bot 9000 Franken Belohnung für Hinweise zur Rettung an
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Mattia JutzelerRedaktor News

Nun herrscht traurige Gewissheit. Luciano C.* (†25) ist tot. Das bestätigt seine Mutter dem «Corriere della Sera». Seine Leiche wurde in den Bergen in der Nähe von St. Moritz GR geborgen. Der 25-Jährige soll in einem Schneesturm ums Leben gekommen sein.

Die Kantonspolizei Graubünden bestätigte den Tod des jungen Mannes am Sonntagnachmittag in einer Medienmitteilung. Als Todesursache wird eine Lawine angegeben. «Der Vermisste wurde am Sonntag tot unter einer Lawine im Val d'Arlas gefunden», heisst es darin. In Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft laufen Ermittlungen zum Lawinenunfall.

Bergtour kostete Luciano C. das Leben

Luciano verschwand am Mittwoch bei einem Skiausflug. Der junge Mann aus einem Vorort von Neapel arbeitete im luxuriösen Badrutt's Palace Hotel in St. Moritz. Als passionierter Wintersportler wollte er seinen freien Tag für eine Bergtour nutzen, die ihn sein Leben kosten sollte.

Sein letzter bekannter Aufenthaltsort lag laut dem «Corriere della Sera» im über 3000 Meter hohen Gebiet Fuorcla Trovat, dem Übergang zwischen dem Persgletscher und den Osthängen des Piz Trovat. Für diese Region galt am Mittwoch laut dem Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF die Lawinen-Gefahrenstufe 4 von 5.

Schlechtes Wetter verhinderte Bergung

Die Familie des Verstorbenen erhebt am Montag im «Corriere» schwere Vorwürfe gegen die Schweizer Behörden. Ihr Sohn sei nicht nur Opfer einer Lawine geworden, sondern auch eines verspätet eingeleiteten Rettungseinsatzes, klagt sie an. «Die Schweiz hat meinen Sohn auf dem Gewissen», ist sie überzeugt. Ihr Sohn, ein ehemaliger Fallschirmjäger der italienischen Armee, sei ein erfahrener Bergsteiger gewesen und «kein Leichtsinniger».

Die Suche nach dem 25-Jährigen war für die Rettungskräfte eine grosse Herausforderung. «Es ist ein äusserst schwieriges Unterfangen, aufgrund der grossen Lawinengefahr», erklärte eine Sprecherin der Kantonspolizei Graubünden gegenüber Blick. «Das ist auch für die Rettungskräfte gefährlich.» Am Samstagnachmittag musste die Suche deshalb vorübergehend eingestellt werden.

«Wir hatten genaue Standortdaten», erzählt der Anwalt der Familie dem «Corriere della Sera». «Aber das schlechte Wetter verhinderte eine Bergung, die am Sonntagmorgen bei Sonnenschein sehr schnell vonstatten ging.» Die Umstände der Suchaktion müssten laut dem Anwalt aber noch überprüft werden. «Ich frage mich, ob man in den vergangenen Tagen trotz des schlechten Wetters Drohnen oder andere Hilfsmittel hätte einsetzen können, um ihn zu finden.»

Überführung des Leichnams wird organisiert

Raffaella Grande, die Mutter von Luciano, hatte am Samstag einen Appell zur Rettung ihres Sohnes gestartet. Über 9000 Franken Belohnung bot sie für Hinweise oder konkrete Hilfeleistungen bei der Suche nach Luciano. Der Appell richtete sich an alle in der Region, von Bergführern über freiwillige Suchtrupps bis hin zu Wanderern, hiess es im «Corriere della Sera» weiter.

Auch sein Bruder Emmanuel äusserte sich zu Luciano. «Mein Bruder ist kein Dummkopf», meint er. «Luciano hat die nötige Ausrüstung, eine militärische Ausbildung und viel Erfahrung. Er hat sogar schon den Mont Blanc bestiegen.»

Die Familie organisiert laut dem «Corriere della Sera» aktuell die Überführung des Leichnams. Das italienische Generalkonsulat in Zürich unterstütze die Familie dabei, alle bürokratischen Abläufe zu beschleunigen und die Überführung zu ermöglichen.

* Name bekannt

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