Darum gehts
- Auf der A5 in Baden-Württemberg (D) sterben am Samstag zwei Schwestern aus Olten
- Die 17- und die 23-Jährige starben nach einem Auffahrunfall
- Ihr Vater ist tief betroffen und sagt: «Sie waren mitten im Leben»
Im deutschen Appenweier im Bundesland Baden-Württemberg fanden die beiden Schwestern Aulona* (†17) und Erza Z.* (†23) aus Olten plötzlich und völlig unvorhergesehen den Tod in ihrem Citroën.
Am Samstag kam es auf der A5, etwa 130 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, zu einer tragischen Serie von Unfällen. Gemäss Medienmitteilung der deutschen Polizei geschah der erste Unfall gegen 11.30 Uhr, weil ein Auto den Fahrstreifen wechseln wollte und dabei seitlich in ein anderes krachte. Die Fahrer der beiden Fahrzeuge verloren die Kontrolle und kamen auf der Autobahn zum Stillstand.
Unfallfahrer zu schnell unterwegs?
Aufgrund des ersten Unfalls bremste der nachfolgende Verkehr stark ab. Die schlimme Folge: Eine schwere Karambolage mit fünf Autos. In einem dieser fünf Autos sassen Aulona und Erza Z. aus Olten. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte ein 44 Jahre alter Fahrer eines Volvo kurz nach 12 Uhr in das Heck des Citroen gefahren sein. Ob möglicherweise die nicht angepasste Geschwindigkeit des Mannes ursächlich für den Unfall war, ist Gegenstand der aktuell andauernden Ermittlungen der deutschen Polizei.
Für die beiden Schwestern kam jede Hilfe zu spät – Blick berichtete. Sie erlagen noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Mit dem Einverständnis des Vaters darf Blick ein Foto der beiden jungen Frauen zeigen.
«Mein Herz ist gebrochen»
«Es geht uns allen sehr schlecht», sagt der Vater am Telefon zu Blick. «Mein Herz ist gebrochen.» Er wirkt gefasst, antwortet nur knapp. Seine beiden Töchter wollten Verwandte in Deutschland besuchen, als es zum Unfall kam. Er sei geschockt gewesen, als er hörte, dass seine Töchter dabei ums Leben gekommen sind. «Die beiden waren in der Blüte ihres Lebens.»
Auch er erzählt Ähnliches wie schon die Polizei: «Sie mussten wegen eines anderen Unfalls bremsen.» Daraufhin konnte ein Auto hinter ihnen nicht mehr stoppen und prallte in ihr Fahrzeug.
In den kosovarischen Medien, die als erstes über die Tragödie berichteten, bekundigt auch ein Onkel der beiden Schwestern seine Trauer. So schreibt er: «Wir haben euch mit Freude für den Urlaub und zur Hochzeit empfangen, aber es war wohl nicht bestimmt. Wir werden euch sehr vermissen.»
«Sie waren mitten im Leben»
Laut ihrem Linkedin-Profil war Erza stellvertretende Leiterin Hauswirtschaft in einem Alters- und Pflegeheim in Olten. «Mit Herz für Menschen, mit Kompetenz für Betrieb», schreibt sie über sich. «Mit dem Diplom in der Hand und vielen Erinnerungen im Herzen blicke ich nun nach vorne», heisst es in einem Post.
«Erza hatte die höhere Fachschule abgeschlossen und Aulona war gerade im zweiten Lehrjahr», so der Vater. «Sie waren mitten im Leben und haben das Leben geliebt. Leider war es viel zu kurz – wir vermissen sie sehr.»
Die Familie will Aulona und Erza im Kosovo beerdigen, dafür laufen jetzt die Vorbereitungen. Dann hängt der trauernde Vater das Telefon auf: «Es sind gerade andere Verwandte gekommen, ich muss jetzt bei ihnen sein.»
Anm. der Redaktion: Anfänglich schrieb die deutsche Polizei im Unfallbericht von einem Smart, dann korrigierte sie die Marke auf Citroën.
*Namen bekannt