Chronologie des Inferno-Horrors
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Chronologie der Inferno-Nacht:In diesem Moment fängt die Decke Feuer

Blick-Reporter Martin Meul an Gemeindeversammlung in Crans-Montana
Darum hält Féraud an seinem Amt fest

Nicolas Féraud stellt sich am Dienstagabend in Crans-Montana erstmals seit der tödlichen Brandkatastrophe den Fragen der Bevölkerung. Der Gemeindepräsident entschuldigt sich für Versäumnisse – und bleibt weiterhin im Amt.
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Rund ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana VS stellt sich Gemeindepräsident Nicolas Féraud (55) den Fragen der lokalen Bevölkerung an der Gemeindeversammlung.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gemeindepräsident Nicolas Féraud spricht am Dienstag zur Brandkatastrophe in Crans-Montana
  • 40 Tote, jahrelange Missstände und Kritik: Féraud steht massiv unter Druck
  • Versammlung nur für Stimmbürger und Medien, Sitzung wird live übertragen

Mit Tränen in den Augen tritt Nicolas Féraud (55) am Dienstagabend ans Rednerpult der Mehrzweckhalle von Chermignon, einem Ortsteil von Crans-Montana VS. Der Gemeindepräsident, unter enormem Druck und selbst Gegenstand einer Strafuntersuchung, muss der eigenen Bevölkerung Rede und Antwort stehen. Es ist die erste Gemeindeversammlung seit der Brandkatastrophe in der Silvesternacht, die 41 Menschen das Leben kostete.

«Es tut uns so leid. Eine solche Tragödie ist nicht zu begreifen», sagt Féraud. Der Saal erhebt sich zu einer Schweigeminute – ein Moment, der die Tiefe der Verletzung dieser Gemeinde offenbart.

«Ich fühle mich nach wie vor nützlich»
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Féraud will nicht zurücktreten:«Ich fühle mich nach wie vor nützlich»

«Was wäre, wenn es eure Kinder gewesen wären?»

Doch die emotionale Entschuldigung ist nur ein Anfang. Die folgenden Wortmeldungen zeigen die Abgründe auf, die sich zwischen der Verwaltung und der Bevölkerung aufgetan haben. Ein Vater, der seinen 18-jährigen Sohn verloren hat, richtet eine Frage an den Gemeinderat: «Was wäre, wenn es eure Kinder gewesen wären?» Die Frage ziele nicht auf Rache, sondern auf das, was seit der Brandnacht fehlt: echte Verantwortung. «Jede Entscheidung hat Konsequenzen», mahnt der Vater. Ein weiterer Einwohner wird deutlicher: «Es braucht keine Worte mehr, jetzt müssen Taten folgen.»

Brandschutzkontrollen wurden jahrelang nicht genügend durchgeführt. Trotzdem versucht der Gemeinderat, Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Sicherheitsverantwortlicher Patrick Clivaz berichtet: «Wir haben seit der Tragödie 56 Kontrollen in der Gemeinde durchgeführt.» Diese Zahl soll zeigen, dass die Verwaltung nun reagiert hat – aber sie wirkt auch wie ein Schuldeingeständnis. Clivaz verspricht, dass alle öffentlichen Gebäude bis Ende Jahr kontrolliert sein werden, und betont: «Die Sicherheit steht für uns absolut im Vordergrund.»

Ein weiterer Punkt beleuchtet die Hilflosigkeit der Behörden nach der Katastrophe. Gemeinderat Sébastien Rey muss zugeben: «Wir hatten keine offizielle Opferliste.» Dies erkläre, warum sich die Gemeinde bei vielen Opferfamilien nicht melden konnte.

Dauerhafte Gedenkstätte geplant

Die Gemeinde versucht aber auch, zukunftsorientiert zu handeln. Gemeinderätin Marielle Clivaz erklärt, dass man an verschiedenen Orten kleine Gedenkstätten errichte. «Zudem sind wir mit dem Kanton dabei, eine dauerhafte Gedenkstätte zu erstellen.»

Doch während die Verwaltung Taten verspricht, sind die realen Konsequenzen bereits spürbar. Der Tourismus, das Rückgrat von Crans-Montana, ist angeschlagen. Von Januar bis April verzeichnete die Destination einen Rückgang der Logiernächte von 17,5 Prozent. Die Gemeinde sieht sich mit enormen Kosten konfrontiert – wobei noch völlig unklar ist, wie diese aufgeteilt werden und welche Entschädigungszahlungen die Opferfamilien erhalten werden.

«Werden wir das finanziell überleben?»

Eine Einwohnerin fragt: «Werden wir das finanziell überleben?» Férauds Antwort ist ehrlich, aber unbefriedigend: Man kenne im Moment die finanziellen Auswirkungen nicht. «Wir werden im Rahmen der Möglichkeiten Rücklagen bilden», sagt er.

Für Féraud ist dabei klar: Er will im Amt bleiben. Er sagt, dass er sich seit dem 1. Januar immer wieder die Frage nach einem Rücktritt gestellt habe. «Doch das würde alles noch komplizierter machen, deshalb bleibe ich. Ich will Crans-Montana weiterhin dienen», sagt er. Féraud betont erneut, dass er seine Verantwortung wahrnehmen will.

Dafür gibt es im Saal grossen Applaus – im Saal steht eine klare Mehrheit weiter hinter dem Gemeindepräsidenten.

Vor der Halle haben derweil Opfereltern Fotos aufgehängt. «Wir möchten die Gesichter der Kinder zeigen, die gestorben oder verletzt worden sind», sagt Vinciane Stucky, die ihren Sohn Trystan (†17) in der Silvesternacht verloren hat.

16.06.2026, 21:37 Uhr

«Positiv sind die offiziellen Entschuldigungen des Gemeindepräsidenten»

Blick konnte nach der Versammlung mit Patrick Sägesser sprechen, der ein Uhrengeschäft in Crans-Montana betreibt. «Positiv sind die offiziellen Entschuldigungen des Gemeindepräsidenten», sagt Sägesser. «Das hatten wir bisher nicht.» Die Ankündigungen zur Verbesserung der Sicherheit kämen dagegen zu spät. Auch die Antworten auf die Fragen aus der Bevölkerung seien zu allgemein und zu wenig konkret gewesen. «Ich habe das Gefühl, dass die Bevölkerung mit vielen Fragen heimgehen muss», sagt er etwas enttäuscht. 

«Das Volk wird mit vielen Fragen heimlaufen müssen»
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Nach Gemeindeversammlung:«Das Volk wird mit vielen Fragen heimlaufen müssen»
16.06.2026, 20:41 Uhr

Das Thema Inferno ist nun abgehakt

Nicolas Féraud spricht nochmal sein Bedauern über die Tragödie aus. Nun beginnt der ordentliche Teil der Urversammlung. Die Rechnung 2025 und die Investitionen des letzten Jahres müssen besprochen werden.

16.06.2026, 20:29 Uhr

Féraud will im Amt bleiben

Nicolas Féraud erklärt, dass sich seit dem 1. Januar immer wieder die Frage nach einem Rücktritt gestellt hat. «Doch das würde alles noch komplizierter machen, deshalb bleibe ich. Ich will Crans-Montana weiterhin dienen», sagt er. Féraud betont erneut, dass er seine Verantwortung wahrnehmen will. 

Dafür gibt es im Saal grossen Applaus. 


16.06.2026, 20:21 Uhr

«Die Kommunikation war lausig»

Eine weitere Wortmeldung befasst sich mit der Kommunikation der Gemeinde. «Die war lausig, vor allem, dass man nicht direkt die Opfer angesprochen hat», sagt der Mann. Das müsse auf der ganzen Linie besser werden. 

Zudem will der Mann wissen, ob Gemeindepräsident Féraud sein Amt noch gewissenhaft ausüben kann, wenn der sich doch mit der Strafuntersuchung gegen sich beschäftigen müsse. «Es geht auch um das Image unserer Gemeinde.»

16.06.2026, 20:03 Uhr

«Werden wir das finanziell überleben?»

Eine Einwohnerin will nun wissen, wie sich die Tragödie auf die finanzielle Situation von Crans-Montana auswirkt. «Werden wir das finanziell überleben?», fragt sie. 

Nicolas Féraud erklärt, dass man im Moment die finanziellen Auswirkungen nicht kenne. «Wir werden im Rahmen der Möglichkeiten Rücklagen bilden», sagt er. Grosser Unsicherheitsfaktor sind dabei etwaige Entschädigungszahlungen an die Opfer, die in die Millionen gehen könnten.

16.06.2026, 19:52 Uhr

«Was wäre, wenn es eure Kinder gewesen wären?»

Nun könnten sich die Stimmbürger äussern. Der Vater eines 18-jährigen Opfers stellt die Frage an den Gemeinderat: «Was wäre, wenn es eure Kinder gewesen wären?» Es gehe nicht um Rache oder Ähnliches, sondern um Verantwortung, dazu zu den gemachten Fehlern zu stehen. «Jede Entscheidung hat Konsequenzen.» 

Eric Bonvin fordert: «Es braucht keine Worte mehr, jetzt müssen Taten folgen.» Verantwortung müsse übernommen werden. 

16.06.2026, 19:38 Uhr

Crans-Montana soll Generalrat bekommen

Präsident Féraud erklärt, dass man beschlossen habe, für die kommende Legislatur einen Generalrat zu etablieren. Die Forderung wurde immer wieder laut. «Wir wollen eine Gemeinde sein, die ihre Verantwortung wahrnimmt.»

16.06.2026, 19:34 Uhr

«Die Sicherheit steht für uns absolut im Vordergrund»

Gemeinderätin Marielle Clivaz erklärt, dass man an verschiedenen Orten in der Gemeinde kleine Gedenkstätten errichtet. «Zudem sind wir mit dem Kanton dabei, eine dauerhafte Gedenkstätte zu erstellen», sagt sie.

Patrick Clivaz, sicherheitsverantworlicher Gemeinderat, ergreift nun das Wort. «Wir haben seit der Tragödie 56 Kontrollen in der Gemeinde durchgeführt», sagt er. Clivaz verspricht, dass alle öffentlichen Gebäude bis Ende Jahr kontrolliert sein werden. «Wir werden die Sicherheitskontrollen vereinheitlichen, sämtliche Abläufe verbessern», so Clivaz mit Blick auf die Skiweltmeisterschaften im kommenden Jahr. 

«Die Sicherheit steht für uns absolut im Vordergrund», sagt Clivaz. 

16.06.2026, 19:28 Uhr

«Wir hatten keine offizielle Opferliste»

Gemeinderat Sébastien Rey ergreift das Wort. «Die Gemeinde kooperiert vollständig mit der Justiz, was die Strafuntersuchung betrifft», sagt Rey. Rey betont, dass man nie eine offizielle Liste der Opfer erhalten habe, «Darum konnten wir uns bei vielen Opfer und ihren Familien nicht melden», sagt er. Damit reagiert Rey auf die Kritik, die Gemeinde hätte sich vor der Konfrontation mit den Angehörigen gedrückt. 

Für die Zukunft verspricht Rey, das Gedenken an die Opfer zu bewahren, die Sicherheit in der Gemeinde zu verbessern und die internen Abläufe zu optimieren. 

16.06.2026, 19:21 Uhr

«Es tut uns leid»

Nicolas Féraud entschuldigt sich bei den Opfern und deren Familien. «Es tut uns so leid. Eine solche Tragödie ist nicht zu begreifen», sagt er mit Tränen in den Augen. Dann erhebt sich der Saal für eine Schweigeminute. 

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