Darum gehts
- In Graubünden ist die SVP nach 18 Jahren zurück in der Kantonsregierung
- Auch im Baselbiet ist die Partei wieder in der Kantonsregierung vertreten
- Am Sonntag standen zahlreiche wichtige Abstimmungen in Kantonen und Gemeinden an
Für die SVP ist es ein Sonntag mit zwei Gesichtern. National scheitert ihre 10-Millionen-Initiative an der Urne. In den Kantonen hingegen kann die Partei bei Wahlen gleich mehrere Erfolge feiern: Sie kehrt in zwei Regierungen zurück, in denen sie jahrelang nicht vertreten war. Sie steigt in Graubünden zur stärksten Kraft im Parlament auf. Und sie kann ihre Stellung auch in Glarus klar ausbauen.
Den grössten Triumph feiert die Partei in Graubünden. Valérie Favre Accola (53) erobert einen Sitz in der fünfköpfigen Exekutive und beendet damit eine 18-jährige Durststrecke der Partei: Seit 2008 war die SVP nicht mehr in der Kantonsregierung vertreten. Damals war ihre Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf (70) gegen den Willen der Partei in den Bundesrat gewählt worden. Die Folge waren Turbulenzen, die am Ende zur Abspaltung der BDP führten.
SVP zurück in der Regierung
Neu-Regierungsrätin Favre Accola ist eine erfahrene Politikerin. Sie präsidierte zuletzt den Grossen Rat – das Kantonsparlament – und amtierte als Vizepräsidentin von Davos. Sie ist mit Skilegende Paul Accola (59) verheiratet, der ebenfalls für die SVP politisierte. Die dreifache Mutter gilt innerhalb der Partei als wirtschaftsliberal und wertkonservativ. «Ein Drittel der Bevölkerung hat im Moment keine Stimme in der Regierung», sagte Favre Accola vor der Wahl zu Blick. Das wolle sie ändern.
Der Erfolg in Graubünden beschränkt sich nicht auf die Regierung: Bei den Wahlen für den Grossen Rat legt die SVP massiv zu. Sie sichert sich zehn weitere Sitze und kommt neu auf 35 Mandate. Damit ist sie neu stärkste Kraft im Bündner Parlament. Die Mitte verliert sechs Sitze und fällt auf 28 Mandate zurück. Die FDP verliert vier Sitze und hält noch 23. Die SP büsst fünf Sitze ein und kommt auf 20 Mandate. Zulegen können neben der SVP auch die Grünen, die von zwei auf sieben Sitze wachsen. Die Grünliberalen behaupten derweil ihre sieben Mandate.
Comeback im Baselbiet
Neben Graubünden stand das Baselbiet im Fokus: SVP-Mann Matthias Liechti (46) gewinnt die Ersatzwahl für den Regierungsrat gegen den Grünen Philipp Schoch (53). Das Rennen blieb lange offen – und entwickelte sich zu einem Wahlkrimi. Am Ende setzte sich Liechti durch. Er verschafft der SVP die Rückkehr in die Baselbieter Regierung. Für die Grünen endet damit eine Ära: Nach dem Rücktritt von Isaac Reber (64) misslingt die Verteidigung des frei gewordenen Sitzes.
Vor drei Jahren hatte die SVP ihren Regierungssitz verloren, nachdem die damalige Kandidatin – Nationalrätin Sandra Sollberger (52) – viele Wähler ausserhalb der eigenen Partei nicht überzeugen konnte. Mit Liechti setzte die SVP diesmal auf einen konsensorientierten Kandidaten. Die Strategie ging auf.
Zulegen kann die SVP schliesslich auch in Glarus. Bei den Wahlen in den 60-köpfigen Landrat gewinnt die SVP sechs Sitze hinzu und kommt neu auf 24 Mandate.
Die wichtigsten Resultate aus Kantonen und Gemeinden zum Nachlesen: