Darum gehts
- Walliser Parlament diskutiert Brandkatastrophe von Crans-Montana mit 41 Todesopfern
- 10’000 CHF Soforthilfe und 1 Million CHF für Stiftung geplant
- Nationalrat berät zusätzlich 50’000 CHF Unterstützung, SVP kritisiert Ungleichbehandlung
Im Wallis fällt die Mauer des Schweigens: Zum ersten Mal seit dem Inferno von Crans-Montana äussert sich das Kantonsparlament zu den tragischen Ereignissen. Die Brandkatastrophe hat 41 Menschen das Leben gekostet und 115 Personen – meist schwer – verletzt. Zu den Opfern gehören Staatsangehörige der Schweiz, Italiens, Frankreichs und vieler weiterer Länder.
Trotz der internationalen Tragweite des Dramas und des grossen medialen Interesses haben sich die Walliser Parlamentarierinnen und Parlamentarier bislang nur zögerlich geäussert. Die politische Aufarbeitung könne erst beginnen, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, so die Devise.
Wie Blick weiss, mussten sich etwa die Produzenten der SRF-Sendung «Club» ein Bein ausreissen, bis sie mit der Walliser Grossrätin Marie-Claude Schöpfer (48) jemanden gefunden haben, die an der Sendung teilnimmt. Bei der ersten Diskussion zum Thema im Leutschenbach sollen sich die Fraktionschefs gar darauf geeinigt haben, nicht teilzunehmen.
Am Montag nimmt das Kantonsparlament nun aber offiziell Stellung. Konkret geht es um einen Kredit in der Höhe von 10 Millionen Franken an die neue Stiftung Beloved, die die Opfer und deren Angehörigen unterstützen soll.
Die Solidaritätszahlungen an die Crans-Montana-Opfer sind am Montag auch in Bundesbern Thema. Der Nationalrat wird die Unterstützung von 50’000 Franken an die Opfer und Angehörigen diskutieren. Die kleine Kammer hat das Geschäft letzte Woche bereits angenommen. Trotz einer grossen Mehrheit für das Geschäft regte sich auch Widerstand – insbesondere aus den Reihen der SVP. Kritisiert wurde vor allem die Ungleichbehandlung in Bezug auf Opfer aus anderen Katastrophen.
In Sitten dürften die Genehmigung des 10-Millionen-Kredits unbestritten sein. Die Debatte im Kantonsparlament verfolgen allen voran inländische Journalisten. Das Polizeiaufgebot ist gross. Blick berichtet live.