Urteilsverkündung steht kurz bevor
Wie geht es jetzt im Fall Marius Borg Høiby weiter?

Wochenlang hielt der Prozess die Medienwelt in Atem – jetzt naht die Urteilsverkündung. Kommenden Montag soll die Welt erfahren, wie lange Marius Borg Høiby tatsächlich hinter Gittern muss. Dem Sohn der norwegischen Kronprinzessin drohen über sieben Jahre Haft.
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Wochenlang dauerte der Gerichtsprozess im Fall Marius Borg Høiby.
Foto: IMAGO

Darum gehts

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  • Marius Borg Høiby (29) wartet seit Februar 2026 in Osloer U-Haft
  • Angeklagt wegen 40 Vergehen, darunter Vergewaltigung und Drogendelikte
  • Staatsanwaltschaft fordert 7 Jahre, Urteil am 15. Juni erwartet
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Sophie OferRedaktorin People

Marius Borg Høiby (29) sitzt seit Februar 2026 in U-Haft. Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) ist in einem umfangreichen Strafverfahren wegen insgesamt 40 Punkten angeklagt, darunter schwere Vorwürfe wie Vergewaltigung, Gewalt in engen Beziehungen, Verstösse gegen ein Kontaktverbot und Drogendelikte. Einige Vorwürfe hat Høiby eingeräumt, andere weist er zurück, insbesondere die schwerwiegendsten. Seit das mehrwöchige Gerichtsverfahren im März endete, wartet der 29-Jährige auf sein Urteil, das am 15. Juni verkündet werden soll.

Anfang Juni noch stellte Høiby einen Antrag auf Entlassung aus dem Gefängnis. Der Grund: Der gesundheitliche Zustand von Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen verschlechtert sich zusehends. Høibys Anwälte pochten darauf, dass er in unmittelbare Nähe seiner an Lungenfibrose erkrankten Mutter zurückkehren sollte. Der Antrag, der sich einreiht in eine Reihe ähnlicher Versuche, ihn frühzeitig aus der Haft zu befreien, scheiterte jedoch. 

Foto zeigt Høiby beim Planschen im Gefängnispool

Vorübergehend durfte er Mette-Marit dennoch sehen, wie die norwegische Zeitung «Aftenposten» berichtet: Nach mehr als vier Monaten U-Haft hat ihm das Bezirksgericht Oslo am Montag Freigang gewährt, um an einem Informationsgespräch über den Zustand seiner Mutter teilzunehmen. Der Termin fand auf Gut Skaugum statt, dem Wohnsitz des Kronprinzenpaares. «Die Mutter zu Hause zu sehen, war ein ganz anderes Erlebnis als ihr Besuch im Osloer Gefängnis», so Høiby nach dem Besuch. 

Dass es ihm in U-Haft besser gehe, als man gemeinhin vermuten würde, soll ein neu aufgetauchtes Bild zeigen. Das Foto veröffentlichte die norwegische Zeitschrift «Se og Hør» auf der aktuellen Titelseite. Auf dem Bild ist Høiby in einem Swimmingpool im Gefängnishof zu sehen, lachend und so gar nicht leidend, wie er nach aussen signalisiert. Zuvor klagte er über schlechte Haftbedingungen, Einsamkeit und die Sorge um seine kranke Mutter: «Da drinnen zu sitzen, während Mama so krank ist, ist nicht auszuhalten.» Das Pool-Bild wirbelt derzeit die Frage auf, ob Halb-Royal Høiby im Gefängnis besondere Privilegien geniesst. 

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Was erwartet Høiby bei der Urteilsverkündung?

Während der fast sieben Wochen andauernden Gerichtsverhandlung wurden alle mutmasslichen Opfer und zahlreiche Zeugen angehört. Høiby werden vier Vergewaltigungen vorgeworfen; die mutmasslichen Opfer soll er bei den Taten gefilmt haben. Während des Prozesses sei der Eindruck eines Mannes entstanden, der glaube, dass Regeln für ihn nicht gelten, schloss Staatsanwalt Sturla Henriksbø in seinem Plädoyer: «Marius Borg Høiby ist kein Monster. Das ist keiner von uns. Wir sind alle Menschen, mit guten und schlechten Seiten. Er darf nicht dafür verurteilt werden, wer er ist, sondern dafür, was er getan hat.»

Bisher entstand medial grossmehrheitlich die Wahrnehmung, dass Høiby keine Vorzüge und Privilegien aufgrund seiner Abstammung beim Osloer Gericht geniesst – und behandelt wird, wie ein «normaler» Bürger. Es ist also gut denkbar, dass das Gericht ein Urteil fällt, das für das norwegische Königshaus einen grossen Tiefschlag bedeutet.

Nach der Verkündung könnte sich das Leben des jungen Mannes für immer verändern. Die Staatsanwaltschaft fordert insgesamt sieben Jahre und sieben Monate Haft. Ob das Gericht die Beweislage für die schwerwiegendsten Anklagepunkte als zureichend erachtet, zeigt sich mit dem Urteil. Einige weniger gravierende Anklagepunkte gestand Høiby, darunter den Transport von 3,5 Kilogramm Marihuana für seinen Dealer. Høibys Verteidiger plädieren für einen Freispruch in 15 der 40 Anklagepunkte – und halten rund eineinhalb Jahre Haft für angemessen; hinsichtlich der Vergewaltigungsanklagen solle ihr Mandant ganz freigesprochen werden. 

Schicksalstag fürs Königshaus

Wie bei Gerichtsverfahren dieser Grössenordnung in Norwegen üblich, liegen zwischen Prozessende und Urteilsverkündung einige Monate. Letztere wird für den Morgen des 15. Juni – also kommenden Montag – erwartet. Der Gerichtstermin soll um 8.30 Uhr beginnen. Dass Høiby bis dahin in U-Haft sitzt, liegt daran, dass er kurz vor Prozessbeginn zum wiederholten Mal gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Freundin verstiess. Im Mai hatte Høiby eine Freilassung mit einer elektronischen Fussfessel beantragt – ohne Erfolg. 

Høiby stammt aus einer früheren Beziehung der norwegischen Kronprinzessin und ist nicht Teil der Thronfolge. Trotzdem wirft der Prozess weite Schatten auf das sowieso schon angeschlagene Königshaus – neben Mette-Marits Verbindungen zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) und ihren gesundheitlichen Problemen ist der Skandal um ihren Sohn eine weitere Zerreissprobe für den Ruf der norwegischen Krone. 


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