Google-Technik treibt neue Siri AI voran
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Schweiz profitiert zuerst:Google-Technik treibt neue Siri AI voran

Blick-Bolzern in Kalifornien
Ätsch, EU! Schweizer bekommen «Siri AI» zuerst

Apples Siri hat jetzt endlich AI drin, das neue MacOS heisst Golden Gate, die AirPods bekommen einen Equalizer – und Tim Cook hatte seine letzte Show als CEO. Blick-Digitalredaktor Tobias Bolzern berichtet von der WWDC in Kalifornien.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Apple stellt Siri AI an WWDC 2026 vor: grösster Umbau seit 15 Jahren
  • Wegen EU-Bürokratie kommen Schweizer zuerst zum Zug
  • iOS 27 läuft ab iPhone 11, KI-Funktionen ab iPhone 15 Pro
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Apple hat an seiner Entwicklerkonferenz WWDC einen von Grund auf neu gebauten Sprachassistenten vorgestellt: Siri AI. Er führt Dialoge, beantwortet Folgefragen und läuft über alle Geräte hinweg. Ein Gespräch beginnt zum Beispiel am iPhone, geht am iPad weiter und endet am Mac. Es ist der grösste Umbau seit dem Start von Siri vor fast 15 Jahren – und er kommt spät.

Der neue Siri-Chef Mike Rockwell führte den aufgemotzten Assistenten auf der Bühne vor. Auf dem iPhone startet man ihn neu mit einem Wisch von oben über die Dynamic Island, weiterhin auch per «Hey Siri» oder Seitentaste. Siri bekommt eine eigene App, die wie ChatGPT oder Gemini frühere Gespräche speichert und über iCloud zwischen den Geräten abgleicht. Auch Apple Watch und Vision Pro sind dabei, auf der Brille schwebt Siri als Kugel im Raum.

Siri: Hirn kommt von Google

Die Demos waren hochpoliert und manche ein bisschen langsam. Rockwell liess Siri eine Watch-Party für ein WM-Spiel planen: Spielplan abrufen, typische Gerichte beider Länder vorschlagen, Rezepte dazu, Einladungen an die Freundesgruppe verschicken. Siri vergleicht auch PDF-Kostenvoranschläge und baut daraus eine Tabelle. Bezeichnend aber: Eine der ersten gezeigten Funktionen war, wie man einen Timer stellt. Ausgerechnet die simpelste Aufgabe, für die viele Siri bisher überhaupt nur nutzten. Vieles davon kennt man von Gemini oder ChatGPT längst. Siri hat aber den Vorteil, dass es tief ins System integriert ist. Bei Apple ist der Druck zu liefern gross: Für nicht gelieferte KI-Versprechen zahlte Apple zuletzt 250 Millionen Dollar, um eine Sammelklage beizulegen.

Bemerkenswert offen sprach Apple über die Herkunft der Technik. Software-Chef Craig Federighi bestätigte die Partnerschaft mit dem Erzrivalen Google. Apple schrumpfte dessen KI-Modell Gemini so weit, dass es lokal auf dem Gerät läuft und auf den eigenen Servern. Den Datenschutz stellte Federighi dabei in den Vordergrund: «KI und Datenschutz ist nicht verhandelbar. Weder Apple noch jemand sonst kann auf die Daten zugreifen.»

Siri AI: Nicht in der EU

Der Start der neuen Siri kommt spät und mit Einschränkungen. Siri AI erscheint erst später im Jahr als Beta, zunächst nur auf Englisch. Weitere Sprachen sollen folgen – wann, sagt Apple nicht. Auf iPhone und iPad bleibt der Assistent in der EU vorerst ganz aussen vor, auf Mac, Apple Watch und Vision Pro dagegen nicht. In China kommt er gar nicht. Für Schweizer Nutzer ist das eine gute Nachricht: Apple zählte die Schweiz bisher nie zur EU. Siri AI dürfte hierzulande also auch auf dem iPhone starten – auf Englisch. 

iOS 27 läuft auf alten iPhones

Gute Nachricht für Sparsame: Das neue iOS 27 läuft auf jedem iPhone ab dem iPhone 11. Apps starten laut Apple 30 Prozent schneller, Fotos erscheinen 70 Prozent flotter. Ein Haken bleibt: Siri AI und die neuen KI-Funktionen brauchen mindestens ein iPhone 15 Pro. Wer ein älteres Modell hat, bekommt das neue System – aber nicht den schlauen Assistenten. Das Mac-System heisst neu «Golden Gate». Beim umstrittenen Liquid-Glass-Look von 2024 rudert Apple zurück: Ein Regler bestimmt neu, wie durchsichtig die Oberfläche ist, für bessere Lesbarkeit. Ein Kritikpunkt, den auch wir letztes Jahr hatten. Dass Apple dafür ein ganzes Jahr brauchte, ist trotzdem kurios.

Das war sonst noch wichtig

KI verteilte Apple über das ganze System. Die Kamera bekommt einen Siri-Modus: Er erkennt Essen und schätzt Nährwerte – oder fotografiert eine Restaurant-Rechnung ab und teilt den Betrag unter den Anwesenden auf. In der Fotos-App lassen sich Hintergründe erweitern und der Aufnahmewinkel nachträglich drehen, gegen ein Tageslimit und Aufpreis bei iCloud+. Safari räumt wuchernde Tabs in Gruppen auf und ändert auf Wunsch schwache oder geleakte Passwörter selbst – eine clevere Funktion. 

Kurzbefehle lassen sich neu per Sprache zusammenklicken statt mühsam programmieren. Für Eltern gibt es mehr Kontrolle: getrennte Bildschirmzeiten für Schulwoche, Ferien und Wochenende, Vorgaben, mit wem Kinder über iMessage schreiben. Bei Kinderkonten blockiert das iPhone neu automatisch Gewalt in Bildern und Facetime-Anrufen. Und die Airpods bekommen bald einen Equalizer. 

Entwickler können die neuen Systeme und Funktionen ab heute testen. Für alle anderen kommt Siri AI später im Jahr als Beta – auf iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 und visionOS 27, kurz darauf auch auf watchOS 27. Voraussetzung ist ein iPhone 15 Pro oder neuer, ein Mac oder iPad mit M1-Chip, eine Apple Watch Series 10 oder neuer. iOS 27 selbst erscheint diesen Herbst.

Es war Tim Cooks letzte WWDC als Apple-Chef. Im September übergibt er an Hardware-Mann John Ternus. Der Applaus war tosend, Cook sichtlich gerührt. Die Börse reagierte ernüchtert zu den Ankündigungen: Investoren sahen wohl vor allem Funktionen, die längst hätten funktionieren sollen. Apple hat den Anschluss gefunden. Den Vorsprung nicht.

08.06.2026, 20:14 Uhr

Das wars!

Danke fürs Mitlesen. Tim Cook verabschiedet sich. Wir liefern an dieser Stelle sobald als möglich eine Zusammenfassung. 

08.06.2026, 20:13 Uhr

Verfügbarkeit der Software

Developer Betas für alle Plattformen sind ab heute verfügbar. Öffentliche Betas gibt es nächsten Monat. Die finalen Versionen folgen im Herbst. 

08.06.2026, 20:08 Uhr

Siri AI

Siri AI kommt als Beta später im Jahr, wird aber nicht in der EU verfügbar sein und auch nicht in China. Frage: Zählt Apple die Schweiz zur EU? Nein, in der Vergangenheit nicht. Heisst also Siri AI sollte auch bei uns zum Start verfügbar sein. Wir klären das aber noch sauber ab. 

08.06.2026, 20:03 Uhr

KI macht auch Fotos

Mehrere neue KI-Funktionen gibt es auch für die Kamera und die Fotos-App. Neu kann man Hintergründe von Fotos mithilfe von KI erweitern oder verändern oder sogar den Winkel ändern, mit dem das Bild aufgenommen wurde. Die Demo sieht schick aus. Das Foto wird einerseits mit lokalen KI-Modellen aber auch mit KI in der Cloud bearbeitet. Es gibt aber auch einen Haken: Man kann nicht unendlich Bilder verändern. Es gibt Limiten pro Tag, sagt Federighi. Wie genau diese im Detail aussehen, verrät er nicht. Man kann sich aber erweiterte Nutzungslimiten dazukaufen mit iCloud+

08.06.2026, 19:59 Uhr

Kurzbefehle für Poweruser

Vibecoding für Kurzbefehle. Mit der App kann man Automatisierungen programmieren. Neu geht das mit Siri. Das soll die App für eine grössere Gruppe von Nutzerinnen und Nutzern zugänglich machen. 

08.06.2026, 19:56 Uhr

Home-App wird schlau

Auch die Home-App wird aufgemotzt. Benachrichtigungen werden neu mit KI organisiert. Zudem soll KI Videos von Kameras analysieren und automatisch miteinander verbinden. 

08.06.2026, 19:52 Uhr

Tab-Chaos wird aufgeräumt

Der Internetbrowser Safari erhält ein Update – für Leute, die gerne viele, viele Tabs geöffnet haben. Diese werden schnell unübersichtlich. Neu werden Tabs in Gruppen organsisiert. Safari erhält neu auch agentische Fähigkeiten. Der Browser kann direkt Passwörter ändern, die einfach zu miserabel sind (Team 1234passwort, anyone?) sind, oder in Leaks aufgetaucht sind. Das ist wirklich mal eine clevere Funktion. Damit das funktioniert, muss Safari mit Apples Passwort-App zusammenspannen. Sowohl Tabs und Passwörter sind auch zwei Apple-Intelligence-Funktionen.

08.06.2026, 19:50 Uhr

Siri AI nur in Englisch

Dämpfer von Federighi: Siri AI wird zum Start nur in Englisch verfügbar sein. Weitere Sprachen sollen aber folgen. Schwach: einen Zeitplan oder was wann kommt, sagt Apple nicht. 

08.06.2026, 19:46 Uhr

Siri mit neuer App

Siri ist systemübergreifend. Heisst: Man kann eine Konversation mit Siri auf dem iPhone starten, danach auf dem iPad weiterplaudern oder am Mac. Auch die Apple Watch erhält Siri AI und sogar die Vision Pro. Neu gibt es auch einen Siri-Modus in der iPhone-Kamera. Siri kann neu auch Essen erkennen und Nährwert ermitteln. Und wenn man mit der Siri-Kamera eine Rechnung abfotografiert – zum Beispiel im Restaurant – kann man danach den Betrag unter den anwesenden aufteilen. Zudem erledigt Siri AI automatisch das Korrekturlesen. 

08.06.2026, 19:34 Uhr

Siri heisst jetzt Siri AI

Mike Rockwell, er ist der neue Siri-Chef, kommt auf die Bühne. Er sagt: Siri heisst jetzt Siri AI. Siri wird zum verbesserten Assistenen auf dem Gerät und erhält eine eigene App. Siri soll zudem Sprache besser verstehen. Kurz: Siri AI ist eigentlich eine Art Chatbot auf dem iPhone und Co. Die Demo ist natürlich ebenfalls hochpoliert. Wir sind gespannt, wie das dann im Alltag wirklich funktioniert. Lustig: In der Demo zeigt Rockwell auch, wie man einen Timer setzt – etwas, wofür wir tatsächlich Siri am häufigsten nutzen. In Zukunft soll der Assistent aber deutlich mehr können.

Um Siri zu starten, kann man von oben nach unten Wischen auf dem Bildschirm. In der Demo zeigt Apple, wie man Infos zu einem Konzert finden kann, oder zur kommenden Fussball-WM, inklusive Spielplan, Watch-Party und Rezept für Guetzlis und Einladungen an die Freundesgruppe zur Party.

Was uns auffällt: Die Demo – obwohl hochpoliert – ist ziemlich gemächlich. Heisst es dauert ein wenig, bis man die Antworten hat. Wer häufig KI nutzt, und den Speed von Gemini 3.5 Flash gewohnt ist, könnte hier enttäuscht sein. Aber auch hier: Man muss das erst einmal ausprobieren. Bis jetzt hauen uns die Demos allerdings nicht gerade vom Hocker. 

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