Dieser 10-Punkte-Plan soll zum Frieden führen
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Anzeichen verdichten sich, dass es bald zum Deal zwischen dem Iran und den USA kommt (siehe Tickereintrag von 15.25 Uhr). Nun berichtet das Nachrichtenportal Al-Arabiya von einem 10-Punkte-Plan, der unmittelbar nach einer Einigung Inkrafttreten könnte. Dieser sieht wie folgt aus:
1. Sofortiger, vollständiger und bedingungsloser Waffenstillstand an allen Fronten, zu Lande, zu Wasser und in der Luft
2. Gegenseitige Verpflichtung, keine militärischen, zivilen oder wirtschaftlichen Infrastrukturen anzugreifen
3. Beendigung der militärischen Operationen und Einstellung des Medienkriegs
4. Verpflichtung zur Achtung der Souveränität, der territorialen Integrität und der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten
5. Garantien für die Freiheit der Schifffahrt im Arabischen Golf, in der Strasse von Hormus und im Golf von Oman
6. Gemeinsamer Mechanismus zur Überwachung der Umsetzung und zur Beilegung von Streitigkeiten
7. Die Verhandlungen über die noch offenen Fragen würden innerhalb von sieben Tagen beginnen
8. Schrittweise Aufhebung der US-Sanktionen im Gegenzug für die Verpflichtung des Iran, die Bedingungen des Abkommens einzuhalten
9. Der Abkommensentwurf bekräftigt die Einhaltung des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen
10. Das Abkommen würde sofort in Kraft treten, sobald es von beiden Seiten offiziell verkündet worden ist
US-Aussenminister Marco Rubio erklärte am Donnerstag gegenüber Journalisten, es habe bei den Gesprächen «einige positive Signale» gegeben. Am Freitag betonte er erneut: «Es gibt Fortschritte.»
Medienbericht: Kommt es in wenigen Stunden zum Deal?
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Geht es jetzt ganz schnell? Laut Informationen des arabischen Nachrichtenportals Al Arabiya könnte der finale Entwurf eines möglichen, von Pakistan vermittelten Deals zwischen den USA und dem Iran bereits «innerhalb der nächsten Stunden» bekanntgegeben werden.
Saudische Medien berichteten zuvor, dass zu den zentralen Punkten der Vereinbarung ein sofortiger Waffenstillstand, die Sicherung der freien Schifffahrt in der Strasse von Hormus sowie eine schrittweise Lockerung der US-Sanktionen zählen sollen.
Auch emiratische Fernsehsender melden, dass das Abkommen unmittelbar nach der offiziellen Verkündung durch beide Seiten in Kraft treten dürfte. Wird es tatsächlich so weit kommen oder gibt es im letzten Moment noch eine Änderung? Blick hält dich über alle Entwicklungen auf dem Laufenden.
In den letzten Tagen liefen die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA auf Hochtouren. Doch es bahnten sich immer wieder Schwierigkeiten an. Erst am Donnerstag verkündete Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei, dass der Iran kein waffenfähiges Uran aus dem Land bringen werde – eine zentrale Forderung der USA.
Gleichzeitig strebt US-Präsident Trump nach einem Deal. Ein katarisches Team soll aktuell auf dem Weg nach Teheran sein, um ein Abkommen zu finalisieren. Israel stand einem Deal bisher kritisch gegenüber und plante eher mit der Wiederaufnahme des Krieges. Wie es zwischen Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanyahu zum Clash kam, kannst du hier nachlesen.
61 Prozent der Fox-News-Zuschauer lehnen Trump ab – auch wegen Iran-Krieg
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Einst versprach Donald Trump, die USA aus internationalen Konflikten herauszuhalten. «America first» lautete das Dogma, das er im Wahlkampf mantraartig wiederholte – so lange, bis selbst die letzten Skeptiker daran glaubten. Knapp eineinhalb Jahre später steckt die USA jedoch in einem Krieg mit dem Iran, den Trump selbst mit ausgelöst hat. Und das sorgt zunehmend für Unmut – selbst in seinem eigenen Lager.
Ausgerechnet eine neue Umfrage des sonst trumpfreundlichen Senders Fox News zeigt nun: Die Unterstützung für den Präsidenten bröckelt deutlich. Nur noch 39 Prozent der Befragten sind mit seiner Amtsführung zufrieden, 61 Prozent lehnen sie ab. Damit erreicht Trump den schlechtesten Wert der gesamten Fox-News-Umfragereihe seiner Präsidentschaft.
Besonders heikel für das Weisse Haus: Auch unter Republikanern schwindet der Rückhalt. Innerhalb weniger Monate ist Trumps Nettozustimmung in der eigenen Partei um 14 Prozentpunkte gefallen. Steigende Benzinpreise und die Aussicht auf einen langwierigen Konflikt verschärfen die Stimmung zusätzlich. Statt Stabilität und Entlastung verbinden inzwischen viele mit Trump vor allem Unsicherheit, höhere Lebenshaltungskosten und die Gefahr eines weiteren Kriegsherds – womöglich in Kuba. Wie ernst es Trump mit dem Land in Mittelamerika meint, kannst du hier im Text meiner Kollegin Janine Enderli nachlesen.
Neuer Bericht zeigt, wie hoch die US-Verluste bisher sind
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Der Angriff der USA auf den Iran hat Donald Trump bislang kaum politische oder militärische Erfolge eingebracht. Ein Ende der Kampfhandlungen ist weiterhin nicht absehbar, während die innenpolitische Unterstützung bröckelt und der Unmut wächst. Nun wurde bekannt, welche militärischen Verluste die USA im Krieg bisher hinnehmen mussten.
Wie «Daily Beast» berichtet, zeigt ein neuer Bericht des Congressional Research Service (CRS), dass die US-Streitkräfte im Verlauf der Kämpfe bis zu 42 Luftfahrzeuge verloren oder beschädigt haben könnten. Eine offizielle, vollständige Übersicht des Pentagon fehlt weiterhin, weshalb das tatsächliche Ausmass nur aus einzelnen Vorfällen und Schätzungen zusammengesetzt werden kann.
Wie viele Flugzeuge und Drohnen bisher zerstört wurden, wie viele Opfer der Krieg auf beiden Seiten gefordert hat und wie hoch die geschätzten Gesamtkosten von Trumps Krieg bislang sind, kannst du hier in meinem Text nachlesen.
Ober-Mullah trotzt Trump und zieht rote Uran-Linie
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Iran verschärft im Atomstreit den Kurs: Laut «Reuters» haben sieben hochrangige iranische Quellen bestätigt, dass der Oberste Führer Ayatollah Modschtaba Chamenei angeordnet hat, den Bestand an nahezu waffenfähigem Uran nicht ins Ausland zu bringen. Damit lehnt Teheran eine zentrale Forderung der USA und Israels ab, wonach hoch angereichertes Uran ausser Landes geschafft werden soll.
Die Entscheidung könnte die laufenden Verhandlungen über ein Ende des Kriegs zwischen den USA, Israel und Iran erheblich erschweren. US-Präsident Donald Trump soll Israel zugesichert haben, dass ein mögliches Friedensabkommen die Entfernung des Uranbestands aus Iran beinhalten werde. In diesem Artikel kannst du nachlesen, was Trump und Netanyahu genau besprochen haben.
Iran begründet die harte Linie mit Sicherheitsbedenken. Ein Export des Materials würde das Land im Falle neuer Angriffe verwundbar machen, so Insider. Und: Chamenei hat das letzte Wort.
Trump drohte am Mittwoch erneut mit Angriffen, falls Iran keinem Abkommen zustimme. Gleichzeitig laufen indirekte Gespräche weiter. Offen bleibt vor allem die Zukunft der Uranbestände und Irans Recht auf Urananreicherung.
US-Geheimdienste alarmiert: Iran rüstet in Rekordzeit wieder auf
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Diese Nachricht dürfte US-Präsident Donald Trump kaum freuen: US-Geheimdienste gehen davon aus, dass der Iran bereits während der seit sechs Wochen andauernden Waffenruhe Teile seiner Drohnenproduktion wieder aufgenommen hat. Dies sei ein Hinweis darauf, dass das Land seine durch US und israelische Angriffe beschädigten militärischen Fähigkeiten schneller wieder aufbaut als ursprünglich erwartet, zitiert «CNN» aus Geheimdienstquellen.
Der Wiederaufbau umfasst demnach unter anderem die Ersetzung zerstörter Raketenstandorte, Abschussrampen sowie Produktionskapazitäten für zentrale Waffensysteme. Einige US-Einschätzungen gehen davon aus, dass Iran seine Drohnenangriffsfähigkeit innerhalb von etwa sechs Monaten vollständig wiederherstellen könnte.
Besonders Drohnen gelten in den Bewertungen als entscheidender Faktor für die regionale Sicherheitslage, da sie im Falle eines erneuten Konflikts die Raketenkräfte ergänzen könnten – etwa gegen Israel oder Staaten am Golf.
Als Gründe für den schnellen Wiederaufbau werden unter anderem externe Unterstützung durch Russland und China sowie eine geringere Schadenswirkung der Angriffe genannt als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig bestehen innerhalb der US-Behörden unterschiedliche Bewertungen: Während einige von einer starken Zerstörung der iranischen Rüstungsindustrie ausgehen, sehen andere Teile der Geheimdienste diese weiterhin als teilweise intakt und damit schnell reaktivierbar.
Trump und Netanyahu führen «langes und dramatisches» Telefonat
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Die stockenden Verhandlungen mit dem Iran scheinen auf US-Seite und bei Israel für immer mehr Unmut zu sorgen. Wie die israelische Nachrichtenseite N12 nun berichtet, sollen US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu Dienstagnacht ein «langes und dramatisches» Telefonat geführt haben.
Hintergrund ist die Pattsituation mit dem Iran, der sich strikt weigert, auf zentrale Forderungen zur Einschränkung seines Atomprogramms einzugehen. Details zum Inhalt des Telefonats wurden zunächst nicht bekannt.
Am Montag hatte Trump auf Truth Social erklärt, dass er einen für Dienstag geplanten Militärschlag auf den Iran auf Bitten mehrerer Golfstaaten verschoben habe. Am Dienstag schränkte der US-Präsident diese Gnadenfrist jedoch ein (siehe Ticker-Eintrag von 6.38 Uhr). Gegenüber Reportern erklärte Trump in Hinblick auf mögliche neue Angriffe im Iran: «Nun, ich meine, ich sage zwei oder drei Tage, vielleicht Freitag, Samstag, Sonntag, irgendetwas in der Art, vielleicht Anfang nächster Woche, ein überschaubarer Zeitraum – denn wir können nicht zulassen, dass sie eine neue Atomwaffe bekommen.»
Die Iranischen Revolutionsgarden reagierten am Mittwoch auf diese Drohung aus den USA. Die Revolutionsgarden drohten in einer Erklärung auf Telegram, dass sie bei einem erneuten Angriff der USA den Krieg «über die Region hinaus ausweiten» würden. «An Orten, die ihr euch kaum vorstellen könnt, werden wir euch zu Asche machen», hiess es darin weiter gen Westen.
Iranische Revolutionsgarden drohen Krieg «über die Region hinaus auszuweiten»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Während US-Präsident Donald Trump einen für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran am Montag in letzter Sekunde abgeblasen hatte, kommen nun aus Teheran drohende Worte. Auf Telegram warnten die Iranischen Revolutionsgarden nun in einer Erklärung, dass sie bei einem erneuten Angriff der USA den Krieg «über die Region hinaus ausweiten» würden.
«Der amerikanisch-zionistische Feind, der aus seinen wiederholten schweren und strategischen Niederlagen durch die Islamische Revolution nichts gelernt hat und erneut zu Drohungen gegriffen hat, soll wissen, dass obwohl sie uns mit der vollen Macht zweier der teuersten Armeen der Welt angegriffen haben, wir nicht die vollen Fähigkeiten der Islamischen Revolution gegen sie eingesetzt haben», hiess es zu Beginn der Erklärung.
Die scheinbar «volle Dimension» der iranischen Fähigkeiten wird im nächsten konkretisiert. «Sollte sich jedoch die Aggression gegen den Iran wiederholen, wird der versprochene regionale Krieg diesmal über die Region hinaus eskalieren, und unsere vernichtenden Schläge an Orten, die ihr euch kaum vorstellen könnt, werden euch zu Asche machen», so die Drohung der Iranischen Revolutionsgarden.
Trump gibt Teheran noch «zwei bis drei Tage» Zeit
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
US-Präsident Donald Trump erhöht erneut den Druck auf Teheran, endlich zur Einigung in strittigen Fragen rund um einen Deal zu kommen. Am Montag hatte Trump auf Truth Social erklärt, dass er einen für Dienstag geplanten Militärschlag auf den Iran auf Bitten mehrerer Golfstaaten verschoben habe. Am Dienstag betonte der US-Präsident gegenüber Reportern, dass diese Gnadenfrist für den Iran jedoch begrenzt sei.
In Hinblick auf mögliche neue Angriffe im Iran sagte Trump: «Nun, ich meine, ich sage zwei oder drei Tage, vielleicht Freitag, Samstag, Sonntag, irgendetwas in der Art, vielleicht Anfang nächster Woche, ein überschaubarer Zeitraum – denn wir können nicht zulassen, dass sie eine neue Atomwaffe bekommen.» Zudem betonte der US-Präsident, dass er seine Entscheidung über das Verschieben des Angriffs auf Teheran nur eine Stunde vor dem geplanten Militärschlag gefällt habe.
In den letzten Tagen deuteten viele Anzeichen darauf hin, dass Trump schon bald zum nächsten Schlag gegen den Iran ausholen könnte. In einem KI-generierten Bild auf Truth Social zeigte sich der Präsident am Montag in Kampfstellung auf einem Kriegsschiff. Dazu schrieb er: «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser schnell bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben. Die Zeit drängt!»
US-Streitkräfte beschlagnahmen nächsten iranischen Öltanker
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Während im Hintergrund die Verhandlungen weiterlaufen, lassen die USA im Vordergrund weiterhin ihre militärischen Muskeln spielen. In der Nacht auf Dienstag haben US-Streitkräfte einen mit dem Iran in Verbindung stehenden Öltanker im Indischen Ozean beschlagnahmt. Das bestätigen mehrere anonyme Quellen gegenüber dem «Wall Street Journal».
Der Tanker «Skywave» wurde bereits im März von den USA wegen seiner Rolle beim Transport iranischen Öls mit Sanktionen belegt. Das Schiff war zuletzt wohl westlich von Malaysia unterwegs. Im Februar sei der Tanker auf der iranischen Insel Kharg, einer wichtigen Drehscheibe für den Rohstoffhandel der Islamischen Republik, mit mehr als einer Million Barrel Rohöl beladen worden.
Die Beschlagnahmung steht in Verbindung mit dem Einsatz der US-Armee gegen die iranische Schattenflotte. Es ist bereits der dritte Tanker, der diesbezüglich von den USA geentert und übernommen wurde. Der aktuelle Vorfall steht laut dem «Wall Street Journal» in keinem Zusammenhang mit der andauernden US-Blockade der Strasse von Hormus.