Darum gehts
- Wal Timmy wurde nach wochenlangem Feststecken an der Ostsee befreit
- Schlepper und Boote brachten ihn Richtung Nordsee, Ziel: Freiheit
- Aktuell ist Timmy mit 7,5 Knoten nahe dänischer Gewässer unterwegs
Hier befindet sich Timmy gerade
Timmy «singt melodischer und kraftvoller»
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Aktuell befindet sich Timmy östlich der dänischen Halbinsel Djursland. Wenn man seinen Begleitern glauben darf, blüht der Buckelwal während seiner Reise so richtig auf. «Er singt melodischer und kraftvoller. Insgesamt ist er lebhafter, schwebt und floatet in seinem Schwimmbad», erzählt Karin Walter-Mommert der «Bild». Die Millionärin ist eine Geldgeberin der Timmy-Rettungsmission.
Die Retter erhoffen sich ausserdem, dass Timmy vom höheren Salzgehalt im Wasser profitieren kann. Dieser steigt durch die Nähe zur Nordsee deutlich an. Der Salzgehalt ist vor allem für den Regenerationsprozess seiner Haut von Bedeutung. In der Bucht von Poel hatten die Retter Timmys Haut mit feuchten Tüchern und Zinksalbe behandelt.
Halbe Strecke zur Nordsee geschafft
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Gut 270 Kilometer hat die Timmy-Flotte mittlerweile zurückgelegt. Der Schlepperverband befindet sich Stand Donnerstagmorgen etwa auf Höhe der dänischen Stadt Aarhus. Mehr als die Hälfte der Strecke in die Nordsee ist damit geschafft.
Auf seiner Reise hat Timmy unter anderem die Grosser-Belt-Brücke passiert, die das dänische Festland mit mehreren Inseln verbindet. Mit über sechs Kilometern Länge ist sie eine der beeindruckendsten Brücken Europas.
Ein erstes Zwischenziel der Reise ist Skagen, der nördlichste Punkt Dänemarks. Dort wartet ein weiterer Medizincheck auf Timmy. Wenn alles in Ordnung ist, geht es für den Wal dann weiter in die Nordsee, wo er freigelassen werden soll. Wenn alles nach Plan läuft, wird der Schlepperverband Skagen zwischen Freitag und Samstag erreichen.
Während Timmy auf seinem Abenteuer zurück in die Freiheit ist, kehrt auf der Ostsee-Insel Poel langsam wieder der Alltag zurück. Über einen Monat lang hatte das Timmy-Drama das Eiland fest im Griff. Wie die «Bild» berichtet, sind mittlerweile die Absperrungen verschwunden, die Kontrollen wurden aufgehoben und die Helfer bauen ihre letzten Zelte ab. Auch die vielen Schaulustigen und Demonstranten scheinen abgezogen zu sein.
«Schwer zu ertragen, wie sehr das Tier gequält wird»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Unter Sonnensegeln geschützt tuckert Buckelwal Timmy aktuell gen Nordsee. Derzeit passiert er die dänische Insel Langeland. Wie Minister Till Backhaus zuletzt mitgeteilt hat, fühle sich Timmy in seiner Barge «pudelwohl». Doch es gibt immer wieder auch kritische Stimmen. Im Interview mit dem «Spiegel» hat der renommierte Forscher Henning von Nordheim nun scharf ausgeteilt.
«Nach dem in den folgenden Wochen gezeigten Verhalten des Wals vertrete ich die gleiche Meinung aller mir bekannten, ernst zu nehmenden Walforscher: Wir müssen dieses Tier in Ruhe lassen», sagte von Nordheim dem «Spiegel».
Er zog eine harte Konsequenz: «Gegebenenfalls wird es am Ende leider sterben, auch wenn ihm ein Überleben sehr zu wünschen ist. Das ist auch für mich schwer zu ertragen, aber noch schwerer zu ertragen ist zu beobachten wie sehr das Tier gequält wird, in einer Art, wie es einem Wildtier in freier Natur nicht zugemutet werden dürfte.»
Besonders kritisch äusserte sich der Wal-Forscher zum Vorgehen der Privatinitiative und der Reaktion des Umweltministeriums. «Die Strategie bis zum 15. April war richtig, ihm eine Hospizsituation ohne Störungen an unserer Küste zu gewähren.» Doch der aktuelle Transport in dem Metallcontainer setze das Tier nun einem grossen Stress aus: «Das gehört ganz klar und nachvollziehbar nicht in seine normale Lebensumwelt. Und doch wird all das aktuell offiziell gebilligt und geduldet.»
Das ist der aktuelle Stand
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Der Schleppverband mit dem wochenlang an der Ostseeküste festsitzenden Buckelwal Timmy ist auf dem Weg Richtung Nordsee. Derzeit passiert er die dänische Insel Langeland und befindet sich auf dem Weg in die Nordsee. Der Transport bewegt sich mit «langsamer Geschwindigkeit». Nach Plänen einer privaten Rettungsinitiative soll Timmy um die Nordspitze Dänemarks gefahren werden und dort freigelassen werden. Im Moment befindet er sich in einer Barge, die von einem Schiff gezogen wird.
Aktuell passiert die «Fortuna B», die Timmy zieht, die dänische Insel Langeland. In unserem Stream kannst du live mitverfolgen, wo sich Timmy gerade befindet.
Das endgültige Ziel ist, dass Timmy schliesslich in die Freiheit entlassen werden kann. Falls das Tier noch nicht alleine schwimmen kann, kommt er voraussichtlich in eine Auffangstation. Mein Kollege Mattia Jutzeler hat hier zusammengefasst, was Timmys nächste Schritte sind.
Timmy bekommt einen Tracker
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Wie das Schicksal von Wal Timmy weitergeht, interessiert die Menschen über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die Verantwortlichen haben an einer Pressekonferenz nun angekündigt, das Tier mit einem Tracker zu versehen. Wo Timmy genau ist und wo die Reise schlussendlich hingehen soll, will die Anwältin der Wal-Initiative derzeit jedoch noch nicht verraten.
«Diese Information, wo sich der Wal befindet, befindet sich bei den Initiatoren. Wir wollen keinen Wal-Tourismus, der Wal soll seine Ruhe haben.»
Timmy hat in den vergangenen Wochen einiges durchgemacht. In diesem Video siehst du die wichtigsten Stationen und erfährst, wie sich die Dinge seit Tag eins entwickelt haben.
«Wir haben ein Stück Walgeschichte geschrieben»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Für die Retter, die tagelang in der Bucht vor Poel an Timmys Rettung gefeilt haben, ist die Erleichterung gross. Dies ist auch bei Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, zu spüren.
An einer Pressekonferenz erklärte er laut «Bild»: «Wir haben ein Stück Walgeschichte geschrieben. Wir haben uns in der Sache gestritten, aber wir haben Lösungen gesucht und sie gefunden», so der SPD-Politiker, der zunehmend zum Wal-Minister wurde. Er lobt ausdrücklich seine Einsatzkräfte und die Lebensrettergesellschaft DLRG. «Ohne sie hätten wir es nicht geschafft.»
Nachdem Timmy die Bucht vor Poel verlassen hat, packt nun auch die DLRG ihre Sachen zusammen. Die Arbeit vor Poel kommt damit zum Ende. Timmys Reise geht jedoch weiter. Mein Kollege Mattia Jutzeler hat in diesem Artikel dargestellt, wie Timmys Reiseplan im Detail aussieht.
Krimi um Timmy: Rettung geht weiter
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es war ein Herzschlag-Finale! Am Dienstag blieb vor der Ostsee-Insel Poel fast kein Auge trocken. Wal Timmy konnte nach 30 Tagen endlich in eine Barge verladen werden, die ihn zurück in seine Heimat bringen soll. Seit den Abendstunden tuckert er Richtung offenes Meer. Inzwischen befindet sich der Wal schon fast in dänischen Gewässern.
Ob das Happy End weitergeht, werden wir heute sehen. Derzeit läuft alles nach Plan. Die Fortuna B. hält stets Kurs und wurde durch keine unerwarteten Ereignisse aufgehalten.
Ob Timmy überleben wird, ist nach wie vor ungewiss. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Tier bereits vor seiner Strandung wiederholt flache Gewässer angesteuert hatte. Die Vermutung der Tierärzte: Der Wal suchte Ruhe. Experten der internationalen Walfangkommission (IWC) glauben, dass der Wal in tiefem Wasser kaum überleben dürfte.
Neben dem eigentlichen Rettungsversuch haben auch Nebengeräusche immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Verschiedene Walretter kriegten sich in die Haare, weil sie sich über die Rettungsmassnahmen uneins waren.
Auch eine Schweizerin legte einen Vorschlag vor und stellte gar einen Eilantrag beim zuständigen Ministerium. Nathalie von Arx (39) aus Chur arbeitete ein Konzept aus, wonach eine Blache unter den Wal gezogen werden soll. Diese hätte als flächige Trage dienen sollen. Mehr zu der Idee findest du hier.
Er steckte wochenlang an der Ostseeküste fest. Seit Dienstag befindet sich Timmy nun endlich auf dem Weg in die Freiheit. Am frühen Abend wurde Timmy erfolgreich in einen mit Wasser gefüllten Lastkahn (Barge) gebracht. Dieser fährt nun erstmals Richtung Nordsee.
Der Tag war für alle Beteiligten emotional. Als sich die Barge gegen 20 Uhr erstmals zu bewegen begann und kurz darauf die Insel Poel verliess, kamen einigen sogar die Tränen.
Kleine Boote brachten den Lastkahn aus dem flachen Gewässer hinaus in die Wismarbucht. Dort übernahm der Schlepper «Robin Hood» den Transport.
Timmy erreicht bald dänische Gewässer
In der Nacht setzte sich der Transport in Richtung offenes Meer fort. Die Wasserschutzpolizei aus Wismar begleitete das Gespann zunächst, musste den Einsatz jedoch aufgrund starken Windes abbrechen. Zu diesem Zeitpunkt war der Verband bereits auf Kurs in Richtung Fehmarn.
In den frühen Morgenstunden passierte Timmy die Höhe von Fehmarn und setzte seine Reise mit etwa 7,5 Knoten in Richtung Nordsee fort. Später am Vormittag übernahm schliesslich ein anderes Schiff, die «Fortuna B», den Weitertransport des Lastkahns mit dem Wal an Bord.
Inzwischen hat Timmy schon fast dänische Gewässer erreicht.