Darum gehts
- Buckelwal Timmy soll am Dienstag ab sieben Uhr gerettet werden
- Kritischer Moment: Das Anlegen des Gurtes entscheidet über den Erfolg der Rettung
- Seit 28 Tagen ist der Wal gestrandet, die DLRG plant ihre Abreise am Mittwoch
Gute Reise Timmy!
Der Buckelwal ist endlich unterwegs, seit über 50 Tagen hing Timmy immer wieder fest. Nun sieht es endlich so aus, als wäre er auf einem guten Weg. Wie die «Bild» schreibt soll Timmy in den Atlantik zu einer Buckelwal-Herde gebracht und freigelassen werden. Man hofft, dass sich seine neue Familie gut um ihn kümmern werde. Wann es soweit sein soll, ist unklar.
Timmys Reise ist also noch nicht vorbei. Mit unserem Ticker sind wir für heute aber am Ende angelangt. Alles Weitere rund um die abenteuerliche Reise des Wals findest du natürlich weiterhin auf Blick.
Timmys Wasser-Taxi fährt los
Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Wie der Livestream zeigt, dreht sich die Barge und liegt nun parallel zum Ufer.
Per Lastkahn wird Timmy jetzt aus der Wismarer Bucht geschleppt. Die mit Wasser gefüllte Sänfte wird von mehreren kleinen Booten begleitet und Richtung Nordsee gebracht. Dann soll die Barge einem Schlepper übergeben werden, der dann den Weitertransport übernimmt.
Wal soll am Abend abgeholt werden
Noch ist die Barge mit dem Buckelwal im Gepäck nicht unterwegs. Wie «Focus» schreibt, sollte es in zwei bis drei Stunden so weit sein. Die Barge und ihre wertvolle Fracht werden demnach zwischen 20 und 21 Uhr abgeholt werden.
«Wir Deutsche haben keine Ahnung von Walrettung»
Während Einsatzkräfte aufatmen und Timmy in der Barge liegt, spricht auch Tierärztin Kirsten Tönnies (58) mit den Medien und nimmt kein Blatt vor den Mund. «Wir Deutsche haben keine Ahnung von Walrettung», sagt sie. «Und dann haben wir gleich so ein Klops dahin gelegt bekommen».
Sie sei zwar überglücklich, dass der Wal nun in dieser Barge liegt. Trotzdem sehe sie in ihrer Position aber auch, was in Sachen Tierschutz noch alles falsch laufe. «Wir müssen uns als Gesellschaft viel mehr hinterfragen, wie wir die Welt kaputtmachen», sagt sie.
«Bin voller Emotionen» –Till Backhaus äussert sich zu Rettungsaktion
Nachdem es Timmy in die Barge geschafft hat, bedankt sich Umweltminister Till Backhaus vor der Presse bei den Einsatzkräften und Karin Walter-Mommert und Walter Gunz, die die Rettungsaktion finanzieren. «Ich bin voller Emotionen, herzlichen Dank an alle, die an Hope* geglaubt haben», sagt er.
Auch sagt Backhaus, dass es ohne die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) nicht hätte geschafft werden können.
Mittags habe es noch Zweifel gegeben, ob man ihn da rausbekomme. «Er fühlt sich in dieser Barge pudelwohl», sagt Backhaus. «Ich wünsche ihm persönlich eine gute Reise», sagt Backhaus in Richtung Timmy.
Backhaus lässt sich auch zu einem kleinen Scherz hinreissen: «Ich glaube, wenn er da draussen seine Mutter wieder trifft, dann kriegt er Ärger, weil er falsch abgebogen ist.»
*Seit er am Timmendorfer Strand das erste Mal auf Sand schwamm, wurde der Buckelwal von den Medien «Timmy» genannt. Besonders via Social Media erhielt er aber den anderen Namen «Hope».
Timmy ist bereits in seinem «Wassertaxi»
Das ging jetzt relativ schnell. Wie «Bild» berichtet, ist Timmy bereits in der Barge, die ihn in Sicherheit geleiten soll.
Als Timmy kurz nach 14.30 Uhr Richtung Barge schwomm, jubelten die Helfer: «Super! Sehr schön!»
Viel helfen mussten die Anwesenden, Berichten zufolge, nicht. Nun muss nur noch das Schlepp-Boot anrücken und dann kann Timmys Reise losgehen.
Unterstützung ist auf dem Weg
Wie der Reporter von «Focus» vor Ort beobachten kann, besprechen sich gerade mehrere Einsatzkräfte auf der Schwimmplattform in der Bucht. Vom Hafen komme ein weiteres Team dazu, um die Retter zu unterstützen.
Unterbrechung folgt auf Unterbrechung
Immer wieder versuchen die Retter, den Wal in Richtung der Barge zu bewegen. Und immer wieder müssen sie ihre Anläufe unterbrechen. Bisher konnte Timmy zwar gedreht werden, weit gekommen ist der Wal aber noch nicht. Gut 100 Meter trennen ihn von seinem Rettungsboot.
Helfer schieben den Wal
Nachdem lange mit einem Seil an Timmy gezogen wurde, stehen die Retter jetzt neben dem Wal und scheinen ihn zu schieben. Womöglich, um den Buckelwal in die richtige Position zu bringen.
Timmy ist gedreht
Die Hälfte scheint geschafft zu sein. Laut «Focus» wurde der Buckelwal seit Beginn der Rettungsaktion um mehr als 90 Grad gedreht. Die Retter ziehen mit vereinten Kräften am Seil, um Timmy zum Schwimmen zu animieren.
Der Dienstag ist für Timmy ein Schicksalstag. Seit sieben Uhr morgens ist er auf seiner Reise zurück in den Atlantik.
Über eine mehr als 100 Meter lange Rinne soll Timmy sein Rettungsboot erreichen. Eine Barge mit einem abgesenkten Stahlbecken soll ihn zurück in die Freiheit führen – so zumindest der Plan der Walretter. Sie wollen Timmy einen breiten, flexiblen Gurt um seine Mitte spannen und ihn dann kontrolliert vorwärts in das Stahlbecken ziehen, wie die «Bild» berichtet.
Dabei soll er nicht über den Sand geschleift, sondern schwimmend in der für ihn gebuddelten Rinne transportiert werden.
Grosser Zeitdruck
Das Anlegen dieses Gurtes wird wohl der kritischste Augenblick der Rettungsaktion. Sollte sich der Buckelwal zu stark wehren, müssen sich seine Retter mächtig anstrengen.
Sie stehen ausserdem mittlerweile unter enormem Zeitdruck. Der Gesundheitszustand des Wales schwankte in den letzten Tagen drastisch. Er habe deutlich an Gewicht verloren, werde aber weiterhin als transportfähig eingestuft – so schätzte eine Tierärztin der Rettungstruppe die Situation am Montag ein.
DLRG reist am Mittwoch ab
Sollte der Versuch scheitern, ist noch offen, wie es mit Timmy weitergeht. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) will am Mittwoch abreisen, wie die «Bild» weiter schreibt.
Nach über vier Wochen voller Drama, Hoffnung und Enttäuschungen wird der Dienstag also voraussichtlich der wichtigste Tag der Rettungsaktion rund um den gestrandeten Buckelwal. Timmys Schicksal hat in den vergangenen 28 Tagen viele Menschen bewegt.