«Timmy sieht viel besser aus!»
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Experten sind positiv:«Timmy sieht viel besser aus!»

Walforscher warnt Helfer
«Es besteht die Gefahr, dass der Wal in Panik ausbricht»

Mit einer Schute will man Buckelwal Timmy aus der Ostsee retten. Der Hunderte Kilometer lange Transport in die Nordsee soll am Dienstag starten. Greenpeace ist unzufrieden mit den Plänen der privaten Rettungsinitiative.
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Was wird aus Wal Timmy?
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Buckelwal Timmy wird ab Dienstag per Schute in die Nordsee transportiert
  • Greenpeace kritisiert Rettungsaktion als unwürdig für ein Wildtier
  • Über 400 Kilometer Transportstrecke, Vorbereitungen in Wismar
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Marian NadlerRedaktor News

Was ist eine Schute? Diese Frage dürfte viele, die sich für die Rettung des Buckelwals Timmy an der deutschen Küste interessieren, jetzt beschäftigen.

Bei einer Schute handelt es sich um ein flaches, meist antriebsloses Wasserfahrzeug. Genau so ein Transport-Schiff soll am Dienstag bei der Rettung von Timmy zum Einsatz kommen. Das berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR).

Breite Rinne für Timmy

Der Schlepper «Robin Hood» soll die Schute am Montagmorgen nach Wismar bringen. In Wismar sind laut NDR weitere technische Vorbereitungen an dem Lastkrahn geplant. Unter anderem wird die Schute mit Sand ausgelegt, was den Transport für den Wal angenehmer macht.

Der Wal soll bei der am Dienstag beginnenden Aktion in einer Art Aquarium aus Stahl über Tage bis in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee oder sogar bis in den Atlantik transportiert werden, wie der NDR weiter berichtet. Über eine mehr als hundert Meter weite Rinne soll der Wal auf die Barge schwimmen.

Greenpeace übt Kritik

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht die Rettungsaktion weiterhin kritisch. «Keinem Wildtier an Land, wie zum Beispiel einem sterbenden Wolf, Hirsch oder Wildschwein, würde man ein solches ans Würdelose grenzende Gezerre zumuten», zitiert RTL den Greenpeace-Experten Thilo Maack.

Fünfmal blieb der Buckelwal in der Ostsee bislang in flachem Wasser liegen. Mit der Barge dürfte sich dieses Problem nun erledigt haben.

Walforscher warnt Helfer

Auch der Walforscher Fabian Ritter ist unzufrieden. «Der Zustand des Wales ist nach wie vor auch prekär. Er hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich und da jetzt mit grossem, schwerem Gerät, mit vielen, vielen Menschen und viel Geld das Allermöglichste zu versuchen – ich glaube, wir laufen da Gefahr, dem Wal auch zu schaden», sagte er im ZDF. 

Bei «Bild» warnte Ritter zudem die Helfer. Abrupte Bewegungen des Wals könnten die beteiligten Retter gefährden. «Es besteht Gefahr, dass der Wal in Panik ausbricht.» 

Den Plan bewertet Ritter als riskant. «Auch für die Helfer.» Den möglichen Transport in einem Lastkahn kritisierte er. Das Tier würde unter der starken Lautstärke sehr leiden, so sein Argument.

Gehts Timmy jetzt besser oder schlechter?

Bei einer Pressekonferenz am Montag zeigte sich Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies zuverischtlich, was Timmys Weg in die Barge angeht. Er habe «fast keine Option um nicht die Barge zu kommen», sagte sie. Langsam scheint Timmy und auch den Retterinnen und Rettern aber die Zeit davon zu laufen. Timmy atme flacher, sagte sie zu Beginn der Konferenz vor den Medien. «Er baut ab». Der Wal müsse jetzt dringend von der Sandbank runter. 

Nur wenig später, als sie zu den Medienschaffenden zurückkommt, hat sie aber bereits freudigere Nachrichten. Die Experten seien wieder optimistischer. «Timmy geht es viel besser», sei ihr gesagt worden. Er bewege sich gut und sehe gut aus. Zu der früher getätigten Aussage, dass es schlecht um den Wal stehe, sagt sie: «Sie können es aneinander schneiden, rausschneiden, wie sie wollen». Es scheint also wieder alles offen.

Tierärztin aus Koma erwacht

Gute Nachrichten gab es dafür in einer anderen Sache: Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert ist wieder aus dem Koma erwacht. Das gab der Verein Tierhuss Insel Föhr in den sozialen Medien bekannt. Van Gemmert ist erste Vorsitzende des Vereins. «Nach einer Zeit voller Sorge gibt es nun einen bedeutenden Lichtblick», schreibt die Organisation. 

Gleichzeitig bleibe der Zustand der Veterinärin weiterhin ernst. In einem Post auf Facebook bedankt sich die Organisation zudem für «die zahlreichen Spenden».

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