Touristen fliehen am Flughafen von Guadalajara
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Videos zeigen Chaos-Szenen:Touristen am Flughafen von Guadalajara fliehen

Reisende in Panik, brennende Fahrzeuge, riesige Rauchwolken
Gewaltwelle nach Tötung von Drogenboss «El Mencho» in Mexiko

Die Tötung von «El Mencho», Mexikos mächtigstem Drogenboss, löst Chaos in Mexiko aus. Es brannten Fahrzeuge, Flughäfen wurden lahmgelegt. Nun warnen Fluggesellschaften vor Reisen wegen der gefährlichen Sicherheitslage.
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Der mexikanische Drogenboss «El Mencho» starb infolge eines Militäreinsatzes.
Foto: Zvg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tötung von Drogenboss «El Mencho» löst schwere Unruhen in Mexiko aus
  • Mindestens acht Bundesstaaten betroffen, brennende Fahrzeuge und Narco-Blockaden
  • Air Canada streicht Flüge nach Puerto Vallarta wegen Sicherheitslage
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Die Tötung des Drogenbosses «El Mencho» in Mexiko hat schwere Unruhen in den von ihm kontrollierten Gebieten ausgelöst. In den sozialen Medien sind chaotische Szenen aus mehreren Städten zu sehen. Menschen fliehen in Panik, überall wurden Brände entfacht. Bisher bestätigen die Behörden mindestens 74 Todesopfer, darunter viele Polizisten. Auch eine schwangere Frau soll unter den Toten sein.

Kartellchef Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als «El Mencho», ist am Sonntag nach einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme im westlichen Bundesstaat Jalisco seinen Verletzungen erlegen. Der 59-Jährige war der Anführer des extrem gewalttätigen Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG; auf Deutsch «Neue Generation Jalisco»). Das mexikanische Militär hat «El Mencho» mit Hilfe der US-Geheimdienste ausfindig gemacht und den Einsatz anschliessend ausgeführt.

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Mexikos Minister für Sicherheit, Omar García Harfuch (43), teilte am Montag mit, dass bei der Operation gegen «El Mencho» in Jalisco mindestens 74 Menschen ums Leben kamen, darunter 25 Mitglieder der Nationalgarde, ein Gefängniswärter, ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft sowie eine Frau. Er gab ausserdem an, dass 30 mutmassliche Kriminelle ums Leben kamen.

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«Es fühlt sich an wie Krieg auf den Strassen»

Angesichts der Sicherheitslage haben Fluggesellschaften zahlreiche Verbindungen gestrichen. Air Canada teilte mit, Flüge in den Touristenort Puerto Vallarta «aufgrund einer anhaltenden Sicherheitslage» auszusetzen und riet Passagieren, nicht zum Flughafen zu reisen. Am Sonntag wurden sogenannte «Narco-Blockaden» mit brennenden Autos, Bussen und Lastwagen in mindestens acht Bundesstaaten gemeldet: Jalisco, Guanajuato, Nayarit, Michoacán, Colima, Guerrero, Tamaulipas und Zacatecas.

Vor Ort hatte es auch viele Touristen, die Todesangst erlitten. Gegenüber «Fox News» sagte eine Gruppe amerikanischer Touristen: «Es fühlt sich an wie Krieg auf den Strassen.» Sie seien gezwungen gewesen, ihre Zimmer zu verlassen, sich mit dem begrenzten Hotelessen zu begnügen und sogar nach draussen zu gehen, um Mahlzeiten zu finden. «Wir warteten darauf, bis sie die Kontrolle zurückerlangten.» Rund 1200 Touristen mussten die Nacht zudem im Zoo von Guadalajara verbringen. Die US-Botschaft in Mexiko hat ihre Bürger derweil angewiesen, drinnen zu bleiben und sich nicht auf die Strasse zu begeben.

Ein Auslandsschweizer, der im Ferienort Puerto Vallarta wohnt, meldete sich bei Blick. Die Behörden hatten «Code Red» ausgerufen. Es sei zwar ruhig, aber «wie ein Lockdown» in Pandemie-Zeiten.

Angst, Tankwagen würde explodieren

Ein Tourist aus South Carolina beschrieb, wie er evakuiert werden musste, aus Angst, dass ein Tankwagen explodieren würde. «Ich schaute hinunter und sie standen komplett in Flammen», sagte der Mann. «Insgesamt brannten sechs Autos und ein Tankwagen.»

In der Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco, Guadalajara – einer der Austragungsorte der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 –, kam es zu chaotischen Szenen: Reisende suchten am Flughafen panisch Schutz, während bewaffnete Männer Fahrzeuge in Brand setzten und laut Videos auch eine Tankstelle anzündeten. In mehreren Läden und Banken in Puerto Vallarta fanden zudem Plünderungen statt.

Menschen verbarrikadieren sich in Häusern

Auch die Stadt Guadalajara wirkte am Sonntagabend wie eine Geisterstadt, da sich viele Menschen in ihren Häusern verbarrikadierten. In mehreren Bundesstaaten wurde der Schulunterricht für Montag abgesagt.

Die genauen Umstände der Tötung von «El Mencho», die Analysten als den grössten Schlag gegen die mexikanischen Kartelle seit mehr als einem Jahrzehnt bezeichneten, sind am Montagmorgen (Schweizer Zeit) noch unklar.

Nicht einmal nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán, des Anführers des Sinaloa-Kartells, im Jahr 2016 war es in Mexiko zu ähnlichen Gewaltvorfällen gekommen. «El Chapo» verbüsst derzeit eine lebenslange Haftstrafe in den USA.

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