Darum gehts
- Rettungsteam startet Donnerstagmorgen Rettungsversuch für Wal Timmy bei Poel
- Ein Luftkissen soll den Wal von einer Sandbank befreien
- Seit 6 Uhr versammeln sich Zuschauer, US-Ärztin reist extra an
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Liveticker wird eingestellt
Mittlerweile ist es dunkel in der Bucht von Poel. Die Bagger schweigen. Die Rettungsaktion ist für heute beendet. Mehrere Rettungsboote behalten den Wal weiterhin im Auge.
Damit beenden wir diesen Liveticker zur Wal-Rettung in der Ostsee. Auf blick.ch werden wir dich in separaten Artikeln weiter zu Timmys Schicksal auf dem Laufenden halten.
Schwimmt sich der Wal doch noch selbst frei?
Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus stellt sich am Sonntagnachmittag bei einer Pressekonferenz den Fragen der Reporter. «Er lebt, er atmet und wird kontrolliert. Er nimmt Dinge wahr, vokalisiert und zeigt Aktionen», sagt der Minister. «Das deutet an, dass er aktiv ist.» Backhaus bedankt sich bei der Rettungstruppe für ihren Einsatz.
Der Umweltminister hofft noch darauf, dass der Wal in den kommenden Stunden von sich aus genügend Kraft aufbringen kann, um davonzuschwimmen. «Wir werden Wellengang bekommen, und der Wasserstand wird zwischen 60 und 70 cm steigen», erklärt Backhaus. «Das könnte dazu führen, dass er sich entscheidet, ob er sich auf den Weg macht.»
«Wir sind auf einem sehr guten Weg»
Das Team der Wal-Helfer äussert sich am Sonntagnachmittag in einer Pressekonferenz. Tierärztin Janine Bahr- van Gemmert zeigt sich zuversichtlich. «Wir sind auf einem sehr guten Weg», sagt sie den Reportern vor Ort. «Wir haben tolle Reaktionen gesehen, und er hat viel Lebensenergie gezeigt.»
Alle Tierärzte vor Ort hätten den Wal untersucht und seien von seinem Überlebenswillen überzeugt. Der Meeressäuger sei kein Tier, «das in den letzten Zügen» sei. «Der Wal hat uns gezeigt, dass es nun bald losgehen kann. Er will frei sein.»
Auch die Anwältin der Aktion ist guter Dinge, dass die Befreiung des Wals bald gelingen wird. «Alle in unserem Team gehen an die Grenze der Leistungsfähigkeit. Unsere Arbeit ist noch nicht zu Ende, auch wenn beim Wal nichts zu sehen ist», sagt sie zu den Reportern.
Schlepper Robin Hood soll Timmy in die Freiheit ziehen
Während mehrere Taucher mit bis zu 200 Meter langen Spülrohren hantieren und die Luftkissen-Aktion vorbereiten, steht auch der Schlepper Robin Hood in den Startlöchern. Das berichtet «Bild». Der grobe Ablauf der nächsten Schritte: Timmy wird per Luftkissen ins Netz gehoben, anschliessend wird das Netz an einem aus Pontons bestehenden Rechteck befestigt. Weiter steuert die Robin Hood die Liegestelle des Wals an und nimmt die Konstruktion ins Schlepptau. Zum Schluss geht es Hunderte Kilometer von der Ostsee in die Nordsee und weiter in den Atlantik. Die genaue Route ist geheim – aus Sicherheitsgründen.
Die Robin Hood legt mit Fracht am Haken für gewöhnlich ungefähr elf bis 15 Kilometer pro Stunde zurück. In Timmys Fall wird die Motorleistung aber massiv gedrosselt, die Reisegeschwindigkeit soll laut «Bild» bei zwei bis vier Kilometern pro Stunde liegen.
Aktuell checkt die US-Tierärztin Jenna Wallace noch ein letztes Mal den Gesundheitszustand von Timmy. Sie war extra aus Hawaii eingeflogen worden.
Timmy soll sich an Netz gewöhnen
Es kommt weiter Bewegung in die Sache. Wie «Bild» schreibt, soll das Netz, mit dem das Tier Hunderte Kilometer weit bis in die Nordsee gezogen werden soll, als Nächstes in Sichtweite des Wals gebracht werden. Der Wal soll sich an sein «Reisebett» gewöhnen, heisst es weiter. Das Netz wurde bereits gespannt und ausgerichtet.
Bagger beginnt, Weg für Timmy freizumachen
Es geht langsam los. Ein Bagger hat damit begonnen, den Weg für Timmy freizumachen. Wie «Bild» schreibt, geht es aber langsamer voran, als man zunächst angenommen hatte. Der Grund ist demnach härter als gedacht. Zeitgleich macht sich ein Team der Wasserrettungsorganisation DLRG bereit.
«Wir hoffen sehr, dass er wie bisher gut mitmacht und erkennt, dass wir ihm helfen wollen», zitiert das Blatt MediaMarkt-Gründer Walter Gunz (79), einer der führenden Personen hinter der Aktion. Ein «Wal-Flüsterer» habe Kontakt zu Timmy aufgebaut. «Der Wal antwortet ihm. Jetzt brauchen wir halt noch Glück für den gesamten Ablauf.»
Klappt die Abschleppaktion am Sonntag?
Es dauert und dauert und dauert. Die private Rettungsaktion für den vor der deutschen Küste gestrandeten Wal Timmy zieht sich hin. Am Samstag verbrachten Helfer den ganzen Tag beim Wahl, berichtet der «Spiegel». Am Sonntag will man das Tier endlich abtransportieren, zuvor wurde die Haut des Wals mit einer zinkhaltigen Salbe eingerieben, um die rissige und schwer verletzte Haut zu heilen. Ab 9 Uhr soll es losgehen, schreibt «Bild».
Experten sehen die Rettungsinitiative kritisch. Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack sagte «Bild» am Samstag, das Tier sei nicht mehr zu retten. Er prognostizierte: «Das Tier ertrinkt in der Nordsee.»
Blick zeigt die Rettungsaktion ab 9 Uhr im Livestream und tickert sie hier über den Tag live.
MediaMarkt-Gründer verliert Geduld mit den Behörden
Die hitzige Stimmung um die immer wieder verzögerte Rettungsaktion hatte sich bereits während der Pressekonferenz um 17.30 Uhr angedeutet. Nun hat MediaMarkt-Gründer Walter Gunz, Initiator der Rettungsaktion, Minister Till Backhaus und die Behörden deutlich kritisiert. «Immer wieder wurde unsere Arbeit durch die Bürokratie behindert. Das hat wertvolle Zeit gekostet, wir liegen einen Tag zurück», sagte Gunz zu «Bild».
Am Samstag habe er mit dem Minister telefoniert. «Ich habe Backhaus ganz klar erklärt, dass er die ganze Aktion gefährdet. Daraufhin hat er mir zugesagt, alle weiteren bürokratischen Hindernisse persönlich zu beseitigen», so der MediaMarkt-Gründer weiter.
Tücher von Timmy entfernt – Transport verzögert
Mit der einbrechenden Dämmerung haben die Helfer die Tücher von Timmys Rücken mittlerweile entfernt. Grund dafür ist, dass das Rettungsteam bei Dunkelheit nicht mehr kontrollieren könne, ob der Wind die Stoffe eventuell über das Blasloch des Wals wehe, berichtet «Focus». Wie bereits in der Pressekonferenz um 17.30 Uhr bekannt gegeben, verzögert sich die Rettung des gestrandeten Buckelwals weiterhin.
Experten bestätigen Hoffnung auf Rettung
«Wir sind uns einig, dass der Wal eine reelle Chance hat», bestätigt die Tierärztin auf eine Reporter-Frage. Das werde auch von mehreren Experten bestätigt. Die Tierärztin verlässt die Pressekonferenz ohne auf weitere Fragen einzugehen, während ein Zuschauer lautstark auf Antworten drängt.
Es ist wohl die letzte Hoffnung für Ostsee-Wal Timmy. Am Donnerstag wollen Retter und Experten noch einen letzten Versuch starten, das Tier von der Sandbank vor der Insel Poel wegzuhieven. Dabei soll ein spezifischer Luftkissen-Trick zur Anwendung kommen. Mit der Rettung soll laut «Bild»-Informationen gegen 8 Uhr gestartet werden – zuvor hiess es, die Experten wollen bereits um 6 Uhr mit dem Rettungsversuch beginnen.
Das Ziel: Ein Luftkissen unter den Körper des Tiers zu platzieren. Zuerst solle der vordere Teil des Wals frei gespült werden. Danach soll das Kissen eingesetzt werden, um das Tier vorsichtig aus dem Wasser zu heben. Anschliessend solle der Wal auf einer Plane zwischen zwei Pontons transportiert werden. Ziel sei eine Rückführung über die Nordsee bis in den Atlantik.
Minister: «Die Verantwortung liegt nicht mehr bei uns»
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67) hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass Timmy in die Obhut der Privatinitiative übergeben wird. «Die Verantwortung liegt jetzt nicht mehr bei uns», sagte er im Rahmen einer Medienkonferenz. Eine solche Lebendbergung hat es in dem Bundesland bis anhin noch nie gegeben, erklärten die Behörden.
Wie «Focus» berichtet, sind bereits seit 6 Uhr Zuschauer anwesend. Zudem hat eine US-Ärztin angekündigt, extra für die Walrettung nach Deutschland zu fliegen. Blick hält dich über alle wichtigsten Updates der Walrettung auf dem Laufenden.