Strasse von Hormus
Iran verkündet erneute Schliessung – Trump reagiert

Der Iran hat am Samstag die offizielle Schliessung der Strasse von Hormus verkündet. Teheran wirft den USA und Israel Vertragsbrüche vor. Das US-Centcom dementierte eine Schliessung der wichtigen Meerenge später.
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Der Iran wirft den USA einen Vertragsbruch vor und hat die Schliessung der Strasse von Hormus angekündigt.
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Nach dem Unterzeichnen des Friedensabkommens zwischen dem Iran und den USA wurde am Donnerstag das Blockade-Ende der Strasse von Hormus verkündet. Auf Telegram war am Freitag jedoch bereits zu lesen, dass der Iran die Meerenge erneut blockiere. Die Islamische Revolutionsgarde soll angeordnet haben, dass sich keine Schiffe der Strasse von Hormus nähern sollen. Die Meerenge werde geschlossen bleiben, bis sich Israel aus dem Libanon und die USA aus der Region zurückziehen.

Am Samstagnachmittag verkündete der Iran schliesslich offiziell: Die Strasse von Hormus wird erneut geschlossen. Auf Telegram schrieb das Zentrale Hauptquartier Khatam al-Anbiya, der oberste militärische Führungsstab der iranischen Streitkräfte: «Angesichts der offensichtlichen Vertragsbrüche und des offensichtlichen Verstosses gegen das Abkommen seitens der USA hinsichtlich der Nichtumsetzung des ersten Punktes des Abkommens zum Kriegsende sowie als Reaktion auf die unaufhörlichen und fortwährenden Verstösse gegen den Waffenstillstand durch das zionistische Regime im Südlibanon und das gnadenlose Massaker sowie die Vertreibung von Hunderttausenden unterdrückter Menschen dieses Landes und angesichts des Nichtzurückzugs der zionistischen Besatzungstruppen aus den Gebieten des Südlibanon, wird hiermit bekannt gegeben, dass die Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt wird.»

Zudem fügte Teheran eine Warnung gen Washington an. «Es sei daran erinnert, dass dieser erste Schritt eine Reaktion auf den Vertragsbruch des Feindes ist und dass im Falle einer Fortsetzung der Verstösse weitere Schritte zur Durchsetzung der Einhaltung der Verpflichtungen durch den Feind geplant und umgesetzt werden.»

Erster Punkt umfasst Kriegsende

Insgesamt 14 Punkte werden im Abkommen zwischen den USA und dem Iran thematisiert. Der Deal wurde in der Nacht auf Donnerstag in Versailles unterzeichnet. Der erste Punkt des Abkommens umfasst die Beendigung des Krieges an allen Fronten, einschliesslich im Libanon. Die USA, der Iran und alle Verbündeten verpflichten sich in diesem Punkt, militärische Operationen sofort zu beenden.

Zudem verpflichten sich die beteiligten Parteien, keinen Krieg und keine militärischen Operationen gegeneinander zu beginnen, von der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander abzusehen und die territoriale Integrität und Souveränität des Libanon zu gewährleisten.

Trump verspricht mautfreie Durchfahrt durch Strasse von Hormus

Am Samstagabend meldete sich schliesslich auch US-Präsident Donald Trump nach der Ankündigung aus Teheran selbst auf seiner Plattform Truth Social. Er ging dabei zwar nicht direkt auf die angekündigte Schliessung der Meerenge vonseiten des Irans ein, versprach jedoch eine mautfreie Durchfahrt durch die Strasse von Hormus. Damit reagierte er auf entsprechende Pläne aus dem Iran, eine Maut in der Meerenge erheben zu wollen. 

«Während der 60-tägigen Waffenruhe werden in der Strasse von Hormus keine Mautgebühren erhoben», schrieb Trump. Und auch nach Ablauf dieser 60 Tage soll es keine Mautgebühren geben, «es sei denn, sie werden von den Vereinigten Staaten von Amerika und zu deren Gunsten erhoben, sollte die Vereinbarung nicht zustande kommen». Konkret bezeichnet Trump damit Dienstleistungen, die die USA als «Schutzengel» für die Länder im Nahen Osten zur Sicherstellung der freien Schifffahrt erbringen würden. 

Centcom dementiert Schliessung der Meerenge

Bald nach der Ankündigung aus Teheran hatte sich bereits das U.S. Central Command (Centcom) auf X gemeldet und widersprach der iranischen Darstellung einer Schliessung der wichtigen Meerenge. Der Handelsschiffsverkehr in der Strasse von Hormus hätte nach US-Angaben am Samstag sogar zugenommen, «während US-Streitkräfte weiterhin in diesem Gebiet im Einsatz waren, um die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten», hiess es in dem Statement.

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Laut Centcom hätten 55 Handelsschiffe die Meerenge am Samstag passiert und «grosse Mengen an Fracht sowie mehr als 17 Millionen Barrel Öl zu den globalen Märkten transportiert». Nach Angaben des Analyseunternehmens Windward passierten am Samstag mindestens 22 Schiffe die Strasse von Hormus. 

Am Samstagabend bekräftigte Centcom-Sprecher Tim Hawkins gegenüber PBS-Reporterin Liz Landers: «Der Iran kontrolliert die Strasse von Hormus nicht.» Eine Schliessung der Strasse von Hormus schien er damit zu dementieren. «Der Schiffsverkehr fliesst weiterhin, und die US-Streitkräfte beobachten die Lage, um sicherzustellen, dass dies auch so bleibt.»

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