Darum gehts
- Dutzende Schüsse fielen nahe dem Weissen Haus am Samstag in Washington
- Zwei Personen wurden angeschossen, darunter der Verdächtige (†21)
- Die Hintergründe des Zwischenfalls sind unklar
Angst im Weissen Haus: Am Samstag fielen in der Nähe der Präsidentenresidenz Dutzende Schüsse. Mitarbeiter des US-Geheimdiensts riegelten das Gebäude ab.
Die auf dem Nordrasen anwesenden Pressevertreter wurden eilig in den Presseraum des Weissen Hauses gebracht, berichteten Reporter vor Ort. Nach kurzer Zeit wurde die Abriegelung wieder aufgehoben.
Zwei Personen angeschossen
Grund für das Chaos: Ein Verdächtiger wurde auf der Strasse direkt beim Weissen Haus nach einem Zwischenfall mit dem Secret Service erschossen. Beim Toten handelt es sich laut der «New York Post» um Nasire B.* (†21). Er habe sich einem Checkpoint genähert und das Feuer eröffnet. Laut CNN trug B. einen Revolver bei sich.
Die Beamten schossen zurück. B. erlag später im Spital seinen Schussverletzungen. Bei dem Schusswechsel wurde auch eine unbeteiligte Person getroffen und schwer verletzt. Ob die Person von den Schüssen des Verdächtigen oder von Polizeischüssen getroffen wurde, ist noch unklar. Laut CNN ist sie in kritischem Zustand. Secret-Service-Beamte wurden bei dem Vorfall nicht verletzt.
Der Vorfall ereignete sich kurz nach 18 Uhr in der Nähe der Kreuzung von 17th Street und Pennsylvania Avenue, an der nordwestlichen Ecke des Geländes des Weissen Hauses. US-Präsident Donald Trump (79) befand sich zu diesem Zeitpunkt im Gebäude.
Nasire B. bezeichnete sich als Jesus Christus
Ein Motiv für den Angriff war bislang noch unklar. US-Medien berichten jedoch, dass B. dem Secret Service bereits bekannt gewesen sei. Im vergangenen Juni war der junge Mann festgenommen worden, nachdem er eine Zufahrtsspur am Weissen Haus blockiert hatte, berichtet CNN. B. erklärte den Beamten vor Ort damals, er sei Jesus Christus und wolle verhaftet werden. B. wurde zur Untersuchung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
Zwei Wochen später, im Juli 2025, drang B. erneut in ein Sperrgebiet auf dem Gelände des Weissen Hauses ein. Gegen ihn war deshalb eine richterliche Anordnung verhängt worden, sich vom Weissen Haus fernzuhalten.
«Möglicherweise von dem wertvollsten Bauwerk unseres Landes besessen»
Bei der Untersuchung der Vorfälle im vergangenen Jahr stiessen die Ermittler zudem auf verschiedene Aussagen von B. in den sozialen Medien, berichtet CNN. Demnach habe der 21-Jährige behauptet, er sei «der echte» Osama bin Laden. In mindestens einem Beitrag liess er zudem den Wunsch erkennen, Trump zu schaden, schreibt CNN in Berufung auf eine Quelle aus Ermittlerkreisen. B. sei der Polizei jedoch zuvor nie wegen gewalttätigen Verhaltens oder dem Führen einer Waffe begegnet.
Am Sonntagmorgen (Schweizer Zeit) meldete sich US-Präsident Donald Trump auf Truth Social selbst zu dem Vorfall. Er dankte dem Secret Service und den Strafverfolgungsbehörden für «ihr schnelles und professionelles Eingreifen heute Abend gegen einen Bewaffneten in der Nähe des Weissen Hauses». Trump schrieb, dass der Verdächtige eine «gewalttätige Vergangenheit hatte» und «möglicherweise von dem wertvollsten Bauwerk unseres Landes besessen war».
Trump betonte vor dem Hintergrund des Vorfalls, wie wichtig sein Umbauvorhaben am Weissen Haus sei, damit «alle zukünftigen Präsidenten den wohl sichersten und am besten geschützten Ort seiner Art erhalten, der jemals in Washington errichtet wurde».
Korrespondentin wirft sich auf den Boden
ABC-Korrespondentin Selina Wang (33) veröffentlichte auf X ein Video, das den Moment der Schüsse zeigt. Im Video wirft sich die Journalistin während einer Aufnahme beim Weissen Haus auf den Boden und geht in Deckung.
Nach den Schüssen waren Secret-Service-Agenten mit Gewehren auf dem Rasen vor dem Haus unterwegs. Seit dem jüngsten Attentatsversuch auf US-Präsident Donald Trump im April ist die Nervosität besonders hoch. Dieses Mal scheint für den Präsidenten aber keine direkte Gefahr bestanden zu haben.
* Name bekannt