Darum gehts
- Ein gestrandeter Buckelwal steckt in der Wismarer Bucht fest
- Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich, Atemzüge werden seltener, Rufe verstummen
- Der Buckelwal ist über 10 Meter lang
Noch immer konnte sich der an der deutschen Ostseeküste gestrandete Buckelwal sich nicht befreien. Am Montagmorgen lag das Tier noch immer in der Bucht von Wismar. «Ja, der ist noch da. Die Situation ist noch so wie gestern», sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete, dass Wasserschutzpolizisten gemeinsam mit Greenpeace-Aktivisten bei Tagesanbruch zum Wal gefahren sind, um seinen Gesundheitszustand einzuschätzen. Es soll die vorerst letzte Fahrt sein. Der Buckelwal soll in Ruhe gelassen werden, damit er letzte Kraftreserven mobilisieren kann.
Am Morgen wurden seine Atemzüge laut NDR immer seltener, seine Rufe verstummten.
Fischernetz steckt im Maul fest
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67) teilte mit, man habe ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern um den Wal eingerichtet. «Der Wal braucht Ruhe. Er soll sich erholen», betonte Backhaus. «Er soll mit eigener Kraft, wenn er es denn schafft, das Gebiet verlassen.» Die Wasserschutzpolizei sei in die Kontrolle der Sperrzone eingebunden – «24 Stunden, rund um die Uhr».
Bereits am 3. März war der Wal erstmals an der Ostseeküste gesehen worden. In seinem Maul steckt offenbar ein grosses Fischernetz. «Teile des Fischernetzes könnten im Maul feststecken», erklärte Backhaus. Aktuell könne man sich den Mund des Tieres aber nicht aus der Nähe anschauen oder gar öffnen. Die Sicherheit wäre selbst für Experten nicht gewährleistet.
Neuer Befreiungsversuch am Nachmittag
Backhaus monierte «Angriffe in den sozialen Medien» auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Er unterstrich: «Wir unternehmen alles um dem Wal zu helfen.» Backhaus zitierte den Walexperten Robert Marc Lehmann: «Zu 99 Prozent liegt es am Wal.»
Das Wasser soll am Montagnachmittag zwischen 14 und 18 Uhr um 30 Zentimeter ansteigen. Aber reicht das? Im Laufe des Montag soll das Tier untersucht und animiert werden, sich selbst freizukämpfen.
«Das Tier wird von Tag zu Tag schwächer. Ich möchte nicht von einem letzten Versuch reden, aber es wird ein entscheidender Tag. Den müssen wir nutzen», sagte der Ozeanograf Burkard Basched an einer Medienkonferenz. Man habe bei der Atemfrequenz eine «massive Reduktion» festgestellt. Er atme nur noch alle vier bis fünf Minuten. Sollte der Wal sterben, würde er vom Meeresmuseum in Stralsund untersucht werden, ergänzte Backhaus.
Franziska Saalmann von Greenpeace hoffte unterdessen auf eine Wende zum Guten. Die Tierschützerin: «Diese Happy Endings gibt es auch.»
Schlechter Gesundheitszustand besorgt Experten
Schlimm: In den vergangenen Tagen waren immer wieder Möwen auf dem Rücken des Tieres gelandet und hatten in seine Haut gepickt.
Der Buckelwal war in der vergangenen Woche zunächst am Timmendorfer Strand steckengeblieben. Von dort konnte er sich nach mehreren Tagen befreien. Wenig später setzte er vor Wismar erneut auf, schwamm sich kurz frei, um dann erneut hängenzubleiben. Experten zufolge ist der Gesundheitszustand des über 10 Meter langen Wals nicht gut.