Darum gehts
- Belarus stationiert russische atomwaffenfähige Oreschnik-Raketen auf seinem Staatsgebiet
- Oreschnik-Raketen fliegen mit zehnfacher Schallgeschwindigkeit und erschweren die Abwehr
- Die Raketen haben eine Reichweite von rund 5000 Kilometern
Er hat es tatsächlich getan: Der russische Präsident Wladimir Putin hat in der Nacht auf Sonntag die Oreschnik-Rakete auf Kiew abgefeuert. Bereits im Dezember 2025 kündigte sich ein Einsatz an.
Belarus hatte nach Angaben von Machthaber Alexander Lukaschenko (71) die atomwaffenfähigen Raketen auf seinem Staatsgebiet stationiert. «Die Oreschnik ist seit gestern in Belarus. Und sie wird im Kampf eingesetzt werden», sagte Lukaschenko in seiner Jahresansprache vor der Volksversammlung in Minsk. Das musst du über die Waffe wissen:
Was ist Oreschnik?
Die Oreschnik ist eine neu entwickelte russische Mittelstreckenrakete. Erstmals kam sie im November 2024 zum Einsatz, als Russland ohne nukleare Ladung eine Rüstungsfabrik in der ukrainischen Stadt Dnipro angriff. Präsident Wladimir Putin (73) kündigte im August 2025 die Serienproduktion des Systems an. Die Rakete kann mit einem atomaren Sprengkopf bestückt werden.
Was kann die Rakete?
Nach Einschätzung von Militärexperten zeichnet sich die Oreschnik vor allem durch ihre technischen Leistungsdaten aus. Sie soll mit bis zu zehnfacher Schallgeschwindigkeit fliegen und eine Reichweite von rund 5000 Kilometern haben. Diese Kombination reduziert die Vorwarnzeit erheblich und erschwert eine Abwehr durch bestehende Luftverteidigungssysteme deutlich.
Welche Länder verfügen über Oreschnik?
Neben Russland beschäftigt sich auch Belarus mit dem System. Das Land hatte im August 2025 angekündigt, den Einsatz der Waffen im Rahmen des russisch-belarussischen Manövers «Zapad-2025» zu trainieren. Die Militärübungen fanden in der Nähe der Grenzen der EU und der Nato statt.
Warum ist der Westen beunruhigt?
Der erstmalige Kampfeinsatz der Rakete wurde von Beobachtern als Signal an westliche Staaten gewertet, die der Ukraine Waffen mit grösserer Reichweite liefern und deren Einsatz auf russischem Territorium erlauben. Technisch ordnet sich die Oreschnik zwischen klassischen ballistischen Raketen und modernen Hyperschallwaffen ein. Ihre Stationierung in Belarus verschiebt mögliche Abschusspositionen weiter nach Westen – und verstärkt damit vor allem ihre strategische Abschreckungswirkung.