Plötzlich gibts keine Essenslieferungen mehr
Zürcher Just-Eat-Kuriere treten unangekündigt in den Streik

Pizza, Burger oder Sushi bestellen? Dieser Plan dürfte am Sonntag beim einen oder anderen Zürcher ins Wasser fallen. Denn: Die Kuriere des grössten Lieferdiensts der Schweiz treten in einen unangekündigten Streik.
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Die Zürcher Just-Eat-Fahrer streiken am Sonntag.
Foto: Reporter Newsroom

Darum gehts

  • Zürcher Just-Eat-Kuriere streiken am Sonntag gegen die Pläne ihres Arbeitgebers
  • Damit wollen sie die Geschäftsleitung an den Verhandlungstisch zwingen
  • Bald sollen Kuriere ihre Festanstellung verlieren und als Selbständige pro Auftrag bezahlt werden
Sven Schumann
Sven SchumannRedaktor Wirtschaft

Der Streit zwischen Just Eat und seinen Kurieren geht in die nächste Runde: An den Standorten Zürich und Glatttal treten die Fahrerinnen und Fahrer des Lieferdiensts am Sonntag ab 11 Uhr in den Streik. Damit protestieren sie gegen das neue Geschäftsmodell und die damit verbundenen Entlassungen, die der grösste Schweizer Essenslieferant im Oktober angekündigt hatte. Der Zeitpunkt des Streiks ist kein Zufall: Am Sonntag sind Essensbestellungen besonders beliebt – und der verlorene Umsatz für den Lieferdienst dementsprechend gross.

Nach einem Protest der Kuriere vor dem Just-Eat-Hauptgebäude in der Vorwoche setzt sich der Konflikt zwischen den Parteien somit fort. Mit dem Streik wollen die Lieferanten ihren Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zwingen. Sie beklagen, dass die Geschäftsleitung rund um Just-Eat-Chef Lukas Streich (44) bisher kein Interesse an einem Dialog gezeigt habe und nicht auf ihre bisherigen Proteste und Dialogversuche eingegangen sei. Aus diesem Grund haben die Beschäftigten mit «einer deutlichen Mehrheit» entschieden, am Sonntag von 11 Uhr bis 22 Uhr die Arbeit niederzulegen, schreibt die Gewerkschaft Syndicom in einer Mitteilung am Sonntag.

Scheinselbständigkeit in der Kritik

Im Oktober hatte Just Eat bekannt gegeben, sein Geschäftsmodell umzukrempeln. Statt wie zuvor auf festangestellte Fahrer zu setzen, steigt der Lieferdienst ab kommendem Jahr auf das umstrittene Plattformmodell um. Neu würden die Fahrer somit als Selbständige betrachtet und pro Auftrag bezahlt werden. Das bringt die Kuriere auf die Palme. Sie beklagen, dass sie fortan die unternehmerischen Risiken tragen, und fürchten um ihre soziale Absicherung. Es handle sich dabei um eine «Scheinselbständigkeit».

Just Eat begründet den Schritt mit dem veränderten Bestellverhalten der Kunden und dem grossen Wettbewerbsdruck in der Branche. Das neue Modell erlaube mehr Flexibilität bei der Einsatzplanung. Damit zieht Just Eat gegenüber dem Hauptkonkurrenten nach. Uber Eats setzt bereits seit Jahren auf das umstrittene Modell. Eine Anfrage von Blick liess Just Eat bisher unbeantwortet.

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