Ethiopian Airlines, die grösste Fluggesellschaft Afrikas, fliegt seit 31. Oktober dreimal wöchentlich ab dem Flughafen Zürich nach Addis Abeba. Von der äthiopischen Hauptstadt hat der Fluggast Anschlüsse an Destinationen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.
Mit dem seit Sonntag gültigen Winterflugplan findet auch ein Ausbau der Verbindungen auf den asiatischen Kontinent statt. Der A350 von Cathay Pacific fliegt ab Dezember zweimal wöchentlich nach Hongkong. Auch Swiss nimmt diese Strecke ab Zürich mit fünf Flügen pro Woche wieder in den Flugplan auf. Zudem erhöht sie auf der Langstrecke die Frequenzen nach Delhi, Mumbai und Singapur.
Fernreisen kommen zurück
Und dann ist da noch die bevorstehende Fussball-WM in Katar. Das Reisefieber ist zurück. Nach fast drei von der Pandemie geprägten Jahren nimmt die Fernreisebranche diesen Winter wieder Fahrt auf. Das bestätigen die drei grössten Schweizer Reiseanbieter Tui, Kuoni und Hotelplan unisono. «Die Reiselust bei unseren Kunden ist gross, sie möchten wieder ins ferne Ausland in die Ferien», sagt Tanja Poell, Sprecherin von Hotelplan, stellvertretend.
Die Durststrecke scheint endgültig überwunden zu sein. Kuoni erwartet bei Fernreisen diesen Winter ein Reiseaufkommen von 80 Prozent des Niveaus von vor der Pandemie.
Städtetrips und Pauschalreisen im Trend
Besonders im Trend sind klassische Feriendestinationen wie Mauritius, aber auch Thailand und Australien. Auch die Karibik und Mittelamerika sind wieder gefragte Destinationen. Am meisten gebucht werden derzeit die Dominikanische Republik und Costa Rica.
«Einige Destinationen übertreffen gar das Vorkrisenniveau. Die Malediven zum Beispiel sind bei Reisenden aus der Schweiz beliebter denn je», sagt Tui-Sprecherin Sonja Ptassek. Hier könnte es in Hauptreisezeiten, beispielsweise zu Weihnachten und Neujahr, eng werden mit dem Platz.
Metropolen wie New York zum Christmas-Shopping und Bangkok sind laut Reiseveranstaltern ebenfalls gefragt. Wohl auch, weil sie gut angebunden, relativ sicher und einfach zu bereisen sind, sagt Reise-Experte Frieder Voll (40) von der Fachhochschule Graubünden. Auch Individualreisen, wo sich das Geschäft langsamer erholt, werden wieder vermehrt geplant, so Voll.
Neue Chance für Reisebüros
Was Reiseveranstaltern und Tourismus-Experten auffällt: Die Reisebüros erleben mit der Fernreisenachfrage wieder ein Comeback. «Die Kundinnen und Kunden wollen nach der Pandemie mehr Sicherheit beim Reisen. Reisebüros mit ihrer Expertise sind hier momentan der richtige Ansprechpartner», weiss Jürg Stettler (57) von der Hochschule Luzern.
Von einem Sicherheitsbedürfnis der Kundschaft spricht auch Hotelplan. Das erfährt vor allem Individualreise-Anbieter Globetrotter. Sprecherin Sandra Studer: «Der Trend geht hin zur klassischen Buchung im Reisebüro. Grund ist der Aspekt der Sicherheit.»