Sesselrücken bei Swiss Steel. Grossaktionär Martin Haefner (69) verkauft einen Teil seiner Aktien an Peter Spuhler (64). Damit ist Haefner ein Problem los, er kann sein finanzielles Risiko bei der Stahlfirma reduzieren, weil er jetzt nur noch 32,7 Prozent der Aktien hält. Spuhler wiederum hängt neu mit über 20 Prozent noch mehr bei Swiss Steel drin. Er ist nun gefordert.
Ungemütlich ist es allemal: Die Stahlfirma ist seit Jahren eine Baustelle, die mit externen wie internen Problemen kämpft. Die Branche verschlingt viel Energie und viel Kapital, beides ist knapp und kostet immer mehr. Dann aber ist die Transformation der Firma unter dem Schlachtplan «SSG 2025» viel zu langsam unterwegs.
Investoren machen Bogen um die Firma
Investoren mit Hoffnung auf Performance machen einen Bogen um die Firma, und zwar seit Längerem. Niemand traut dem Luzerner Unternehmen etwas zu. Daran hat auch Jens Alder, VR-Präsident der Firma, wenig geändert. Seit er das Ruder 2021 übernahm, hat sich der Aktienkurs der Firma glatt halbiert.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Handelszeitung» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.handelszeitung.ch.
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Sehr zur Unlust der drei Grossinvestoren Martin Haefner, Viktor Vekselberg (66) und Peter Spuhler. Auch dürfte ihnen das Schulterklopfen der Führungscrew allmählich auf die Nerven gehen. «Es ist der Beginn einer Erfolgsstory», lautet eine Parole, eine andere: «Jetzt heben wir unser volles Potenzial.» Doch vom geschöpften Potenzial ist weit und breit nichts zu spüren. Die Betriebsmarge ist ein Trauerspiel. Dabei sind Präsident Jens Alder und sein Konzernchef Frank Koch vor zwei Jahren mit grossen Ambitionen angetreten.
Wirtschaftliche Abschwächung erhöht Druck
Und jetzt wird die Ausgangslage nicht einfacher. Swiss Steel ist ein Frühzykliker und dürfte angesichts der wirtschaftlichen Abschwächungen weiter unter Druck geraten. Die Perspektiven sind also wenig prickelnd. Die Vermutung ist nun, dass Haefner und Vekselberg nun auf Spuhler hoffen, der mit dem Aufstocken auf 20 Prozent mehr Macht und Verantwortung übernimmt. Gefragt ist wohl auch, dass der sanierungserprobte Industrielle aus der Ostschweiz der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat unter Alder mehr Dampf aufsetzt und harte Taten einfordert, und zwar eher früher als später.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Handelszeitung» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.handelszeitung.ch.
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Mit allzu viel Tatendrang ist die Führungscrew bislang wenig aufgefallen, dafür mit einem Hang zur generösen Entlöhnung. Dass der Chef einer kriselnden Firma, deren Aktienkurs laufend an Wert verliert und deren Aussichten bescheiden sind, im Jahr stattliche 3,8 Millionen Franken einstreicht, ist kaum nachvollziehbar. Wohl auch für Spuhler nicht.