Darum gehts
- Sergei Aschwanden tritt auf SRF in «Champion der Champions» 2026 gegen frühere Sportstars an
- Der Ex-Judoka erzählt, wie ihn rassistische Anfeindungen in der Kindheit zum Judo brachten
- Auch eines seiner Kinder erlebte Rassismus in der Schule – Aschwanden will darüber öffentlich reden
Sergei Aschwanden (50) holt auf SRF nach, was er schon längst machen wollte. Der einstige Judostar mit WM-, EM- und Olympiamedaillen ist nun einer der Protagonisten in der dritten Staffel von «Champion der Champions» (Auftakt Samstag, 17. Oktober, 20.10 Uhr, SRF 1), aber Aschwanden sagt: «Ich hatte schon für die erste Staffel zugesagt, doch dann verletzte ich mich.»
Nun kämpft er stattdessen in der Ausgabe 2026 gegen die ehemaligen Schweizer Weltklassesportlerinnen und -sportler Petra Klingler (Klettern), Carlo Janka (Ski), Kilian Wenger (Schwingen), Kevin Lötscher (Eishockey), Tanja Frieden (Snowboard) und Anita Weyermann (Leichtathletik) während einer gemeinsamen Woche in Apulien (It) in verschiedenen Challenges um Ruhm und Ehre.
Rassismus brachte Aschwanden zum Judo
«Es entstand eine super Dynamik unter uns», schildert Aschwanden, «wir hatten es sehr lustig. Es war sehr spannend, sie alle als Menschen besser kennenzulernen.»
Dafür sorgen auch die emotionalen Momente auf dem Sofa, wenn alle Champions zusammensitzen und über Persönliches reden. Es geht um Erfolge, Tiefpunkte, Sorgen, Zweifel und natürlich Erfolge während der Karriere, aber auch um Privates. In der ersten Folge ist es Aschwanden, der tief blicken lässt. Der Sohn einer Kenianerin und eines Schweizers erzählt den Sportkolleginnen und -kollegen, wie er in seiner Kindheit auch wegen rassistischer Anfeindungen zum Judo fand. Der Sport als Ventil für die Wut.
Was den heutigen Generaldirektor des Tourismusverbands Porte des Alpes besonders traurig macht: Auch eines seiner vier Kinder erfuhr rassistische Anfeindungen in der Schule. «Es ist erschütternd, dass wir 40 Jahre danach noch immer am selben Punkt stehen», sagt Aschwanden zu Blick. «Ich frage mich: Was stimmt mit Teilen unserer Gesellschaft nicht? Rassismus ist im Alltag viel präsenter, als man denkt.» Auch deshalb entschied sich Aschwanden, nun auch bei «Champion der Champions» darüber zu reden.
«Ich stelle fest, dass es in der Gesellschaft Fortschritte gibt, aber die Entwicklung ist langsam», sagt der Berner mit Wohnsitz bei Lausanne, wo er auch im Grossen Rat der Waadt sitzt. «Rassismus ist tiefer verwurzelt, als man denkt. Aber es wird sich ändern. Ich kämpfe seit 50 Jahren dafür und werde weiterkämpfen.»
Aschwandens Rezept, wenn in ihm wie nach dem Vorfall rund um seinen Sohn die Wut hochkommt? «Jeder Mensch geht mit Wut anders um. Aber mein Rezept ist klar: Man muss darüber reden.»
Das macht der Olympiaheld von Peking 2008 nun auch bei «Champion der Champions», wo Lukas Studer als Moderator und bei den Wettkämpfen auch als Schiedsrichter auftritt. Welche der Sportlegenden sich am Ende durchsetzt? Das wird das Staffel-Schlussfurioso am 24. Oktober zeigen, wenn die abschliessenden Folgen drei bis sechs ausgestrahlt werden.