Zum Goalie-Beben bei YB
Von Ballmoos zu degradieren, ist die richtige Entscheidung

Dass die Young Boys David von Ballmoos als Nummer 1 absägen, mag der eigenen Ansage widersprechen. Dabei ist es nur vernünftig, schreibt Fussball-Reporter Alain Kunz.
Publiziert: 13.09.2023 um 18:16 Uhr
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Hat allen Grund zu jubeln: Anthony Racioppi.
Foto: Pius Koller
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Alain KunzReporter Fussball

Zwei Zitate. Steve von Bergen, YB-Sportchef, im Blick, März 2023: «Wenn David von Ballmoos wieder fit ist, kehrt er ins YB-Tor zurück. Er ist die Nummer eins. Das ist diskussionslos.»

Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, 50er-Jahre: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.»

Und nun, September 2023. Da ist YB-Goalie von Ballmoos wieder fit – und er kehrt nicht ins Tor zurück. Das zeichnete sich seit ein paar Wochen ab und war YB ein bisschen peinlich, weshalb der Klub das damals autorisierte Wort «diskussionslos» bei einer Goalie-Story vom 22. August strich.

Doch warum eigentlich? Sport ist schnelllebig. Jeder Tag bringt neue Fakten. Neue Grundlagen für Entscheidungen. Und da heisst es doch, sich diesen anzupassen. Auch wenn das «Geschwätz» von damals halt ad absurdum geführt wird. Völlig egal. YB reagiert auf die neuen Fakten professionell. Und die heissen: Anthony Racioppi hat derart stark gehalten, dass es schlicht unmöglich ist, ihn aus dem Tor zu nehmen.

Das ist bitter für von Ballmoos, ganz bitter. Schon mögliche Auslandtransfers sind wegen seiner Verletzungen geplatzt. Den Nationalmannschaftsplatz hat er verloren. Nun hat Racioppi auch diesen geerbt. Das Leistungsprinzip ist erbarmungslos und kennt keine Sentimentalitäten. Nicht mal gegenüber einer Klublegende wie von Ballmoos.

Und, ja. Der Geschwätz-Teil des adenauerschen Zitats ist nicht bis ins letzte Detail belegt. Jener schon: «Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.» Genauso verfährt YB.

Credit Suisse Super League 24/25
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Basel
FC Basel
30
29
52
2
Servette FC
Servette FC
30
9
51
3
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
11
49
4
FC Luzern
FC Luzern
30
8
48
5
FC Lugano
FC Lugano
30
5
48
6
FC Zürich
FC Zürich
30
1
46
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
5
41
8
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
1
40
9
FC Sion
FC Sion
30
-7
35
10
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
30
-18
32
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-13
27
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-31
23
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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