Darum gehts
- Lausanne-Sport verpasst Chance gegen FC Zürich trotz dessen Abwehrfehlern
- Trainer Magnin flüchtet nach enttäuschendem Unentschieden in Galgenhumor
- Lausanne sammelte in 12 Partien dieses Jahr nur 11 Punkte
Eigentlich will er gar nichts sagen. Aber Ludovic Magnin (45) ist Ludovic Magnin. Und so sagt der Trainer von Lausanne-Sport am späten Mittwochabend doch noch einiges. Kurz zuvor hat seine Mannschaft nicht bloss ein Geschenk ausgeschlagen. Gleich zwei Präsente mit riesigen Schleifen drum überreicht der FC Zürich den Waadtländern in diesem Strichkampf. Mit groben Abwehrfehlern schenkt er taumelnden Lausannern eigentlich ein weiteres Leben. Mit Betonung auf eigentlich.
Denn Lausanne-Sport wirft das alles achtlos weg. In vogelwilden Szenen zwischen der 89. und 95. Minute, als die Westschweizer alles vergessen, was sie je über Abwehrarbeit gehört haben. Und so sitzt Ludovic Magnin auf der Pressetribüne des Letzigrunds und soll erklären, was er nicht erklären kann. «Ich habe Google gefragt, wie man so ein Spiel nicht gewinnen kann», sagt er mit einem gequälten Lächeln, «aber sogar Google sucht noch. Wenn selbst das Internet keine Antwort weiss …»
«Viele bittere Momente erlebt – aber das ist weit oben»
Es ist der pure Galgenhumor, in den sich Magnin flüchtet. Weil er genau weiss, welche Chance sein Team gerade liegen gelassen hat. Auf zwei Punkte hätte Lausanne an den FCZ heranrücken können. Der Glaube an die Top 6 hätte weiter gelebt. So aber bleiben nur die üblichen Floskeln. Magnin redet von neun Punkten, die er in den letzten drei Spielen gewinnen will: «Dann schauen wir mal, was die Konkurrenz gemacht hat.»
Das Problem ist: Diese Lausanner wirken nicht wie ein Team, das überhaupt weiss, dass es tatsächlich möglich ist, drei Spiele in Serie zu gewinnen. In diesem Jahr haben sie in 12 Partien mickrige 11 Pünktchen gesammelt. Natürlich hält sich der Trainer daran, dass seine Mannschaft eine Reaktion auf die «Nicht-Leistung gegen Luzern» (Magnin) gezeigt habe.
Aber am Ende bleibt der Frust. «Ich habe viele bittere Momente in meiner Karriere erlebt», sagt Magnin, «aber das hier ist ganz weit oben, das muss ich sagen.»
Bleibt als einzige positive Note festzuhalten: In den nächsten beiden Runden trifft Lausanne auf Sion und Winterthur. Das sind die beiden einzigen Teams der Liga, die in diesem Jahr noch weniger Punkte gewonnen haben als Lausanne-Sport.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
---|---|---|---|---|---|
1 | FC Basel | 30 | 29 | 52 | |
2 | Servette FC | 30 | 9 | 51 | |
3 | BSC Young Boys | 30 | 11 | 49 | |
4 | FC Luzern | 30 | 8 | 48 | |
5 | FC Lugano | 30 | 5 | 48 | |
6 | FC Zürich | 30 | 1 | 46 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 30 | 5 | 41 | |
8 | FC St. Gallen | 30 | 1 | 40 | |
9 | FC Sion | 30 | -7 | 35 | |
10 | Yverdon Sport FC | 30 | -18 | 32 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 30 | -13 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -31 | 23 |