So funktioniert der neue Schotten-Modus
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Einfach erklärt in 90 Sekunden:So funktioniert der neue Schotten-Modus

Knorz in der Super League
Entscheidet ein unfairer Spielplan die Meisterschaft?

Bei der Spielplan-Gestaltung der letzten fünf Runden droht ein Geknorze. Die oberste Prämisse, dass alle zwölf Teams am Ende 19 Heimspiele ausgetragen haben, wird kaum eingehalten werden – ausser St. Gallen schafft überraschend doch noch den Sprung über den Strich.
Publiziert: 04.04.2025 um 12:06 Uhr
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Aktualisiert: 04.04.2025 um 15:31 Uhr
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Kriegen Shaqiri und Co. in der Meisterrunde ein zusätzliches Heimspiel?
Foto: Marc Schumacher/freshfocus

Darum gehts

  • Super League: Ungleiche Heimspiele für Teams in entscheidender Phase möglich
  • Liga prüft Szenarien für fairen Verlauf der letzten fünf Runden
  • Heimteams gewannen 45 Prozent ihrer Spiele, Gastmannschaften nur 28 Prozent
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

In der Super League ist die heisse Phase eingeläutet. Nur: Es werden wohl nicht alle Teams die entscheidenden Spiele mit den gleichen Vorzeichen bestreiten können. Grund dafür ist ein kleines Planungsfiasko.

Die Würfel im Kampf um den Strich sind praktisch gefallen. Bleibt das Sextett Basel, Servette, YB, Luzern, Lugano und Zürich auch nach der 33. Runde über dem Strich, werden Ende Saison nicht alle Klubs gleich viele Heimspiele ausgetragen haben.

Es ist das Worst-Case-Szenario und die Schattenseite des Schotten-Modus, der sich immerhin sportlich bewährt hat, präsentiert sich die Liga doch so spannend wie seit Jahren nicht mehr. «Diese Möglichkeit war allen Beteiligten bewusst und wurde in der damaligen Entscheidungsfindung entsprechend berücksichtigt», schreibt die Liga auf Anfrage von Blick.

Knifflige Aufgabe

Bleibt es beim Status quo, wären vier der sechs Topteams nach 33 Runden bereits 17-mal zu Hause angetreten, sodass einer der Klubs bis Saisonende in den Genuss eines 20. Heimspiels kommen würde (bei nur 18 Auswärtsspielen). Dies ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich ein Vorteil, gewann in dieser Saison das Heimteam doch gut 45 Prozent seiner Spiele, die Gastmannschaft nur 28 Prozent.

Wie weiter also? Für die Liga ist zum jetzigen Zeitpunkt eine detaillierte Einschätzung möglicher Auswirkungen noch verfrüht. «Die SFL prüft derzeit verschiedene Szenarien, um einen möglichst fairen Verlauf der letzten fünf Runden sicherzustellen», schreibt die Liga.

Die Ausgangslage ist allerdings knifflig. Denn um die Verfälschung im Titelkampf so gering wie möglich zu halten, müsste wohl der Sechstklassierte ein zusätzliches Heimspiel bekommen. Tritt aber Murphy’s Law ein, was in dieser verrückten Saison nicht auszuschliessen ist, werden alle Teams vor Start der Meisterrunde noch die Chance haben, Meister zu werden.

Wer verzichtet auf ein Heimspiel?

Auch in der Abstiegsrunde ginge es nicht auf. Eines der sechs Teams würde Ende Saison nur 18 Heimspiele ausgetragen haben. Doch wer verzichtet freiwillig auf ein Heimspiel? Sportlich am fairsten wäre, wenn der Siebtklassierte in den sauren Apfel beissen müsste, damit zumindest der Abstiegskampf nicht verfälscht würde. Ob Lausanne oder St. Gallen, die den Ligaerhalt praktisch auf sicher haben, dies aber einfach so hinnehmen würden?

Auf den Ostschweizern liegen die Hoffnungen der Liga, dass das Spielplan-Chaos noch abgewendet werden kann. Denn schafft St. Gallen wider Erwarten doch noch den Sprung über den Strich auf Kosten des FCZ, dann ginge die mathematische Formel wieder auf, weil die Ostschweizer im Gegensatz zu Lausanne Ende der Qualifikation erst 16 Heimspiele ausgetragen haben werden.

Terminkollisionen drohen

Im letzten Jahr waren die Spielplangestalter noch mit einem blauen Auge davongekommen. Zwar musste zum Beispiel der spätere Meister YB im vierten Saisonduell gegen den FCZ zum dritten Mal auswärts antreten, aber immerhin absolvierten am Ende alle zwölf Teams 19 Heimspiele. Das wird in diesem Jahr kaum der Fall sein.

Den finalen Entscheid, wer wie viele Heimspiele haben wird, trifft die Geschäftsleitung der SFL. Bei der Spielplangestaltung reden aber auch die TV-Rechteinhaber, die Behörden und die Stadionbetreiber noch ein Wörtchen mit. Der ESC in Basel und die Konzerte von Imagine Dragons im Zürcher Letzigrund sorgen zum Beispiel dafür, dass der FCB und der FCZ nicht an allen beliebigen Daten ihre Heimspiele austragen können. Es wird kompliziert – in allen Belangen.

Credit Suisse Super League 24/25
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Basel
FC Basel
30
29
52
2
Servette FC
Servette FC
30
9
51
3
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
11
49
4
FC Luzern
FC Luzern
30
8
48
5
FC Lugano
FC Lugano
30
5
48
6
FC Zürich
FC Zürich
31
1
47
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
31
5
42
8
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
1
40
9
FC Sion
FC Sion
31
-7
36
10
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
30
-18
32
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-13
27
12
FC Winterthur
FC Winterthur
31
-31
24
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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