Darum gehts
- YB schlägt Servette in einem Schlüsselspiel 1:0
- Es ist ein Sieg mit viel Dusel – dennoch ein Statement
- Spezielle Szene: Genfer Fans erhalten Tromell vom YB-Block
Und da sinds nur noch drei! Maximal drei Punkte Rückstand von YB auf den Leader. Sollte Basel gegen GC am Donnerstag (20.30 Uhr) nicht gewinnen, sind es dann sogar nur noch zwei.
YB gewinnt in Genf ein Spiel, das man niemals gewinnen muss. Es sei denn, man will Meister werden. Mit der klar besten Defensive 2025 sind die Berner nach dem Husarenstück in Genf sogar der grosse Favorit. Dabei war der Druck riesig! Zur Erinnerung: Noch nie in der Geschichte der Super League ist jemand Meister geworden, der acht Runden vor Schluss acht Punkte Rückstand hatte. YB hätte das im Fall einer Niederlage in Genf auf Servette gehabt.
Meisterhaft? Viermal Dusel in einem Spiel
Und YB beherrscht auch abwarten und relativ tief stehen. Statt Fassnacht vor der Mittelfeldkette wie zuletzt immer, beginnt Lauper dahinter. Fassnacht weicht auf die Seite aus. Ein klares Signal von Trainer Giorgio Contini: Nichts anbrennen lassen. Weil: Verlieren absolut verboten!
Dennoch lässt YB zwei Szenen zu, in denen man schlicht Dusel hat: Erst das Offsidetor von Stevanovic, das minutenlang gecheckt wird. Schon von Auge hat es unglaublich eng – ausgesehen. War es dann auch. Zu Ungunsten der Genfer. Dann der Latten-Kopfball von Stefanovic. Eine Genfer Führung hätte einer gewissen Logik nicht entbehrt. Ein Tor sowieso nicht. Doch der YB-Dusel hält auch in Halbzeit zwei an. Zuerst, als der VAR den Penaltyentscheid von Ref Horisberger kassiert, weil Laupers Foul an Cognat tatsächlich ausserhalb des Strafraums war. Und dann haut Stevanovic den Freistoss an den … Innenpfosten.
Wie bitte? Genfer Hardcore-Fans erhalten von YB eine Trommel
Doch wie so oft: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Weshalb es zuweilen gut ist, beim Betrachten eines Fussballspiels nicht allzu viel zu denken. Denn einen Ugrinic-Corner verteidigen die Hausherren miserabel. Rouiller und Baron lassen Fassnacht wegschleichen. Und der Winter-Top-Zuzug der Berner schlägt erneut zu: Wunderbarer Kopfball aus sieben Metern unter die Latte. YB führt. Aus dem Nichts.
Die speziellste Szene des Spiels aber ereignet sich neben dem Rasen: Wegen Ausschreitungen im Léman-Derby Lausanne – Servette haben die Bewilligungsbehörden die Nordtribüne im Stade de Genève gesperrt. Die Hardcore-Fans quartieren sich deshalb auf der Gegentribüne ein. Als sie sich eingerichtet haben, entrollen sie drei Banner. Auf dem ersten steht: «Ein erneuter Versuch, uns zu vertreiben, der ins Wasser fällt.»
Dann rennen drei Grenat-Fans Richtung YB-Fans und kriegen von den Bernern eine Trommel, die sie an den Sicherheitskräften vorbei in ihren Sektor bringen. An einem Tag hauen sie sich die Köpfe blutig. Am anderen verbrüdern sie sich gegen den gemeinsamen Feind. Wie war das nochmals mit dem Denken und dem Anderskommen?
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Servette FC | 30 | 9 | 51 | |
2 | FC Basel | 29 | 28 | 49 | |
3 | BSC Young Boys | 30 | 11 | 49 | |
4 | FC Lugano | 30 | 5 | 48 | |
5 | FC Luzern | 29 | 8 | 47 | |
6 | FC Zürich | 30 | 1 | 46 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 30 | 5 | 41 | |
8 | FC St. Gallen | 29 | 1 | 39 | |
9 | FC Sion | 30 | -7 | 35 | |
10 | Yverdon Sport FC | 30 | -18 | 32 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -12 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -31 | 23 |