Fabian Frei spricht über seine Rücktrittsankündigung
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«War ein Versteckspiel»:Fabian Frei spricht über seine Rücktrittsankündigung

«Hätte es gar nicht erwartet»
Rücktritt von FCB-Legende Frei sorgt weltweit für Reaktionen

Winterthurs Altmeister Fabian Frei (36) sagt in ein paar Wochen Tschüss. Er ist mit sich und seiner glänzenden Karriere im Reinen: «Es ist genau der richtige Zeitpunkt für alle.» Der Super-League-Rekordspieler hat noch ein Ziel: «Auf keinen Fall absteigen.»
Publiziert: 17:08 Uhr
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Aktualisiert: vor 58 Minuten
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In der Winterpause hat Fabian Frei entschieden: Seine glänzende Laufbahn wird in wenigen Monaten auf der Schützenwiese in Winterthur enden.
Foto: Sven Schoch

Auf einen Blick

  • Fabian Frei beendet seine Profi-Fussball-Karriere 18 Jahre nach Debüt in Basel
  • Frei will den drohenden Abstieg des FC Winterthur verhindern
  • Frei hält den Super-League-Rekord mit 468 Spielen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Sven SchochReporter Sport

In der Winterpause reift bei Fabian Frei der Entscheid, die Profifussballbühne 18 Jahre nach seinem Super-League-Debüt beim FC Basel zu verlassen: «Ich war mit meiner Familie unterwegs. Sie buchten die nächsten Frühlingsferien, und ich spürte plötzlich: Oh schade, ich kann nicht dabei sein, weil ich dann auf dem Platz stehe.» Es sei ein natürlicher Prozess gewesen, die Zeiten hätten sich verändert: «Deshalb ist es für mich okay, nun aufzuhören.»

Es komme aber nicht infrage, bereits abzuschalten: «Ich werde alles unternehmen, um den drohenden Abstieg zu verhindern. Mir liegt der FCW am Herzen. Und ich gehe als Spieler, der in den kommenden Wochen noch etwas bewegen kann und will.» Er wolle mit seinen drei Kindern auch nächste Saison Super-League-Fussball sehen auf der Schützenwiese. Wie es beruflich im Juni weitergeht, ist offen: «Ich bin in der privilegierten Position, dass ich mir die nötige Zeit nehmen kann, den richtigen Entscheid zu fällen. Mich zieht es aber eher auf den Platz als ins Büro.»

«Es haben sich viele Leute gemeldet»

Am Tag der Rücktrittsankündigung von Frei reiht sich die Schweizer Fussball-Prominenz zur Huldigung der Laufbahn ein. Ein Wort genügt Xherdan Shaqiri und Co., um den Status des 36-Jährigen festzulegen: «Legende!» Der mit Komplimenten überschüttete FCB- und Super-League-Rekordmann (468 Spiele) reagiert berührt auf die imposante Resonanz seiner Message: «Es haben sich sehr viele Leute gemeldet und einen lieben Kommentar hinterlassen, von denen ich es gar nicht erwartet hätte. Teilweise kamen Reaktionen aus Argentinien, Japan oder Ägypten – von Menschen, die vor über zehn Jahren mit mir zu tun hatten», so Frei zu Blick.

Die vielen Nachrichten zaubern ihm ein Lächeln ins Gesicht: «Mir sagten auch viele ausserhalb von Winterthur und Basel Danke für meine Karriere und haben mich in guter Erinnerung behalten. Mir war immer wichtig, dass mich die Leute nicht nur als Fussballer mögen, sondern auch als Mensch.» Die gute, bodenständige Art Freis kommt nicht von ungefähr: «Ich bin zu Hause so erzogen worden. Verstellen musste ich mich nie, ich war immer authentisch. Und so viel habe ich offenbar nicht falsch gemacht, menschlich, in der Kabine.»

Frei blickt auf eine XXL-Reise im Fussball zurück. Nach einer kurzen Junioren-Zeit beim FC Winterthur wird der damals knapp 15-Jährige im Basler Fussball-Internat geformt: «Ich wohnte dort mit 18-Jährigen zusammen und lernte eine neue Welt kennen.» Der damalige FCB-Junioren-Boss Peter Knäbel forcierte den Transfer Freis zum späteren Serienchampion. Nach einer Stippvisite beim FC St. Gallen startet Frei mit dem FCB durch und gewinnt bis zu seiner Dernière bei Rot-Blau acht Trophäen.

Huggel, Streller und Stocker enge Bezugspersonen

In jener persönlichen Blütezeit lernt Fabian Frei drei bis heute wichtige Bezugspersonen kennen und schätzen: Beni Huggel, Marco Streller und Valentin Stocker. «Beni und Marco bin ich sehr, sehr dankbar, wie sie mich im Team aufgenommen haben und mich auch sofort ins Jass-Grüppchen integrierten – zusammen mit Vali. Das hat mir den Einstieg brutal vereinfacht», erinnert sich Frei im Gespräch mit Blick. «Vali war von der Jugend bis zu seinem letzten Spiel in Basel an meiner Seite – als guter Mitspieler uns guter Freund.»

Enge Verbindungen pflegt Frei mit einigen früheren Weggefährten seiner übrigen Stationen in Frauenfeld, St. Gallen, Mainz und Winterthur: «Ich habe mich überall mit dem Verein identifiziert – und eben auch mit den Menschen, die mit diesen Klubs zu tun haben.»

Zu den Figuren, die seinen Weg beeinflussten, gehört auch Uli Forte. Freis Fussball-Kreis schliesst sich in Winterthur sozusagen. Als Jungspund schafft er unter dem aktuellen FCW-Coach seinen Durchbruch in der nationalen Elite-Liga. «Heute ist die Beziehung natürlich viel enger. Als erfahrener Spieler bin ich viel mehr involviert. Dass wir uns nochmals treffen, hätte ich nicht gedacht», schmunzelt der Ex-Internationale. Nur auf ein gemeinsames Déjà-vu könnte er verzichten: 2011 stiegen sie mit dem FCSG ab; Forte wurde wenige Wochen vor der Relegation entlassen.

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