«Ich mache einen Monat nichts anderes, als Lesben beim Fussballspielen zuzuschauen.» Oder: «Ich interessiere mich vor allem für Lesben, die Sport machen.» Mit Aussagen wie diesen über die anstehende Frauen-EM 2025 sind die beiden SP-Nationalrätinnen Anna Rosenwasser (35) und Tamara Funiciello (34) in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Und auch bei der Frauenfussball-Community hört man bei solchen Äusserungen ganz genau hin. Toll finden es nicht alle.
Bei ZDF-Fussballexpertin Kathrin Lehmann (44) sorgen die Sätze der Politikerinnen für leichtes Stirnrunzeln. «Ich verstehe die Aussagen nicht.» Sie freue sich an dieser EM vor allem auf grossartigen Sport, auf herausragende Fussballerinnen und spannende Spiele. «Darum gehe ich ins Stadion. Die EM wird ein grosses Fest für alle Sportfans aus der Schweiz und ganz Europa», so Lehmann, langjähriges Mitglied der Fussball- und Eishockey-Nati.
Kein Angriff auf Spielerinnen
Blick-Expertin Lara Dickenmann (39) hingegen stören die Aussagen nicht. Für sie komme es immer darauf an, wer solche Aussagen tätige. «Wenn zwei Menschen aus der LGBTQIA+-Community in einem solchen Format in der Form über Lesben sprechen, ist das meiner Meinung nach sogar wertvoll. Es bedeutet einerseits, dass Fussballerinnen offen mit dem Thema umgehen und andererseits eine (Vor-)Freude daraus entsteht», so die 135-fache Nati-Spielerin, die mit der Schweiz an der WM 2015 in Kanada und an der EM 2017 in Holland teilgenommen hat.
Sichtbarkeit sei eines der wichtigen Themen in der Community, und es würden viele Vorbilder an der EM teilnehmen, so Dickenmann. Zudem hätten ja weder Rosenwasser noch Funiciello gesagt, dass alle Teilnehmerinnen Lesben sein werden. «Wer sich als Spielerin persönlich angegriffen fühlt, muss das mit sich selbst klären, ich hätte damit kein Problem.» Sowieso sei es an der Zeit, «dass wir dem Wort Lesbe eine positivere Konnotation geben».
Für den Fussballverband «kein Thema»
Funiciello vertritt die gleiche Meinung. Es sei schade, dass Lesbe immer noch als Schimpfwort wahrgenommen werde. «Als wäre unsere Sexualität eine Beleidigung», wie sie am Donnerstag gegenüber Blick erklärt. Mit ihrer Aussage habe sie nicht gemeint, «dass alle Fussballerinnen Lesben seien». Sie verweist zudem auf die enge Verbindung von Fussball und der Lesbengeschichte in der Schweiz.
Anna Rosenwasser liess mehrere Anfragen von Blick unbeantwortet. Auf Instagram postete Rosenwasser am Donnerstag – nach Bekanntwerden der umstrittenen Äusserungen – ein nachdenkliches Foto. Sie habe «gerade keinen einfachen Morgen», schrieb sie dazu. «Proud lesbian», bemerkte Funiciello fast zeitgleich auf Instagram. «Danke an alle meine Vorbilder.»
Beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) sorgen die Aussagen der beiden Politikerinnen weder für Aufregung noch für interne Diskussionen. «Toleranz ist einer der unverhandelbaren Grundwerte des SFV. Entsprechend ist das bei uns überhaupt kein Thema. Wir respektieren jede Spielerin und jeden Spieler und begegnen diesen unabhängig von deren sexueller, politischer und religiöser Ausrichtung», lässt der Verband auf Blick-Anfrage verlauten.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Österreich | 0 | 0 | 0 | |
1 | Deutschland | 0 | 0 | 0 | |
1 | Niederlande | 0 | 0 | 0 | |
1 | Schottland | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Frankreich | 0 | 0 | 0 | |
1 | Island | 0 | 0 | 0 | |
1 | Norwegen | 0 | 0 | 0 | |
1 | Schweiz | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Belgien | 0 | 0 | 0 | |
1 | England | 0 | 0 | 0 | |
1 | Portugal | 0 | 0 | 0 | |
1 | Spanien | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Dänemark | 0 | 0 | 0 | |
1 | Italien | 0 | 0 | 0 | |
1 | Schweden | 0 | 0 | 0 | |
1 | Wales | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Kosovo | 0 | 0 | 0 | |
1 | Lettland | 0 | 0 | 0 | |
1 | Nordmazedonien | 0 | 0 | 0 |