Darum gehts
- «Habe mein Bestes gegeben»
- «Am Ende ist immer der Trainer schuld»
- Xhaka-Berater hilft bei Jobsuche
Hätte Ciriaco Sforza wirklich geahnt, was für ein Chaos-Klub der FC Schaffhausen werden wird, er hätte sich seinen Abstecher an den Munot wohl zweimal überlegt. Im Juli übernimmt der Aargauer das Amt des Cheftrainers beim FC Schaffhausen. 27 Spiele später ist Sforza bereits wieder Geschichte.
Etwas vorwerfen kann und will sich der ehemalige Bayern- und Inter-Star nicht. «Ich habe mein Bestes gegeben. Wir waren auf dem richtigen Weg. Wir haben im Cup gegen Servette gewonnen und sind gegen YB im Achtelfinal unglücklich ausgeschieden. Und wir haben die jungen Spieler weiterentwickelt», so der 79-fache Schweizer Nationalspieler.
Bestes Beispiel sei Marc Giger, so Sforza. Den hat der FCS im Winter für einen sechsstelligen Betrag zu Union Saint-Gilloise nach Belgien verkauft. Geld, das der FC Schaffhausen dringend benötigt. Im Dezember deckt Blick auf, dass der Klub mit horrenden Betreibungsforderungen zu kämpfen hat. Der damalige CEO Jimmy Berisha fleht öffentlich um Hilfe: «Wir überleben nur, wenn man uns ernst nimmt.»
Déjà-vu für Sforza
Berisha ist mittlerweile Geschichte. Auch Sportchef Marc Hodel und Coach Ciriaco Sforza sind nicht mehr im Amt. Stattdessen haben Bernt Haas und Hakan Yakin das Sagen. Wies längerfristig mit dem Verein weitergehen soll, ist nicht bekannt, noch immer herrschen unübersichtliche Verhältnisse.
Für Sforza ein Déjà-vu. Bereits beim FC Basel, seiner vorherigen Station, versinkt der Klub im Chaos. Unverschuldet gerät er zwischen die Fronten eines hässlichen Machtkampfs zwischen Bernhard Burgener und David Degen, muss seinen Posten nach 31 Spielen räumen. Nun gerät der Trainer erneut in die Mühlen eines Vereins, der vor allem neben dem Platz Schlagzeilen schreibt.
Solche Dinge würden «nicht spurlos» an der Mannschaft und am Staff vorbeigehen, sagt Sforza. Dass dem Klub unter seiner Ägide von der Liga drei Punkte abgezogen werden, weil sich die Verantwortlichen nicht an die Informationspflicht gehalten hätten, sei bitter. Und ein schwerer Schlag gewesen, weil der FCS auf den letzten Platz der Tabelle rutscht. «Es ist menschlich, dass man so etwas nicht einfach so ausblenden kann. Am Ende aber ist trotzdem immer der Trainer schuld, obwohl er nichts dafür kann», sagt Sforza. Schmutzige Wäsche aber will er nach seiner Entlassung keine waschen, ganz im Gegenteil. «Mein Dank gilt den Fans, die uns immer leidenschaftlich unterstützt haben.»
Xhaka-Berater steht ihm zur Seite
Vor seinen Engagements bei Basel und Schaffhausen arbeitete der ehemalige Weltklassespieler beim FC Wil, wo er in einem ruhigen, unaufgeregten Umfeld einen guten Job machte. Und wo er vielleicht heute noch arbeiten würde, hätte der FCB damals nicht angefragt. Bereuen tut er seinen Wechsel aber nicht, so der Mann aus Wohlen AG: «Jede Erfahrung macht mich stärker.»
Wies mit ihm nun weitergeht, ist noch nicht bekannt. Sforza selbst brennt auf eine neue Herausforderung. «Meine Leidenschaft für den Fussball ist ungebrochen», sagt Sforza. Am Netzwerk dürfte es nicht scheitern. Sforza wird seit neuestem von jener Agentur beraten, die unter anderem Granit Xhaka und Gerardo Seoane vertritt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | FC Thun | 27 | 20 | 53 | |
2 | FC Aarau | 27 | 19 | 52 | |
3 | FC Etoile Carouge | 27 | 9 | 44 | |
4 | FC Wil | 27 | 10 | 39 | |
5 | FC Vaduz | 27 | -2 | 37 | |
6 | FC Stade-Lausanne-Ouchy | 27 | 3 | 35 | |
7 | Neuchatel Xamax FCS | 27 | -7 | 33 | |
8 | FC Stade Nyonnais | 27 | -20 | 26 | |
9 | FC Schaffhausen | 27 | -17 | 24 | |
10 | AC Bellinzona | 27 | -15 | 23 |