Als die Washington Commanders im Duell mit den New York Giants wenige Sekunden vor dem Ende der Overtime beim Stand von 27:27 den Ball erobern, steht ihr Sieg so gut wie fest. Quarterback Jayden Daniels hätte den Ball nur zu Boden werfen müssen, um seinem Team eine Chance auf ein Field Goal an der 24-Yard-Linie zu ermöglichen – eine Routine-Angelegenheit, die den Commanders die entscheidenden drei Punkte eingebracht hätte.
Stattdessen entscheidet sich Daniels, der nach einer Ellenbogen-Verletzung sein Comback gibt, für den Vorwärtsgang, wird dabei aber getackelt. Danach ticken die letzten Sekunden gnadenlos herunter, ohne dass das Spiel wieder aufgenommen werden kann – es bleibt beim 27:27.
«Geht auf meine Kappe»
Nach seinem Blackout zeigt sich Daniels selbstkritisch: «Wir hätten die Zeit stoppen müssen. Das gilt für alle – von oben bis unten, aber letztendlich geht es auf meine Kappe.» Von seinem Coach Dan Quinn wird er derweil etwas in Schutz genommen. Dieser gibt sich eine Mitschuld für den späten Fehler und lobt seinen Quarterback für seine Gesamtleistung: «Er ist so einzigartig.» Nach fünf Partien steht das Team aus der US-Hauptstadt allerdings erst bei einem Sieg.
Spektakulär ist auch die Schlussphase zwischen den Jacksonville Jaguars und den Philadelphia Eagles, die im Rahmen der London Games im Stadion von Tottenham Hotspur stattfindet. Nur zwölf Sekunden vor Schluss stellen die Eagles mit einem Field Goal auf 17:16. Es ist allerdings nur der vermeintliche Schlusspunkt: Jaguars-Kicker Cam Little darf sich in buchstäblich letzer Sekunde auch noch probieren – und dreht das Spiel mit einem Wahnsinns-Field-Goal aus 57 Yards noch einmal zu einem 19:17 für das Team aus Florida.
49ers-Spieler verliert die Nerven
Dabei hat die Partie schon mit einem Aufreger begonnen: Nach nur 13 Sekunden liefern sich Jeremiah Trotter (Eagles) und Bryan Thomas (Jaguars) während eines laufenden Spielzugs eine heftige Prügelei. Von den eigenen Teamkollegen können sie nur mit Mühe getrennt werden. Als Strafe gibts für beide Akteure einen Platzverweis.
Ebenfalls vom Platz fliegt 49ers-Linebacker Dre Greenlaw: Erst löst er mit einem späten Hit eine Rudelbildung aus, dann verpasst er Seattle-Gegenspieler Ernest Jones eine Kopfnuss. Jones, der zu diesem Zeitpunkt keinen Helm trägt, muss anschliessend blutend behandelt werden. Auch ohne Greenlaw setzen sich die weiterhin makellosen Kalifornier mit 32:29 durch.