Es war eine vermeintliche Verwechslung, die Fanfan (†19), Moustique (†19), Mistral (†17) und Ulule (†7) das Leben kosteten. Mitte September beteiligte sich der eingewanderte Portugiese mit Schweizer Pass, José R.* (40), an einer Hirschjagd im französischen Arith – rund 65 Kilometer südlich von Genf. Während des Ausflugs schoss der Jäger auf eine Gruppe Esel. Er tötete zwei der Tiere, zwei verletzte er so schwer, dass sie der Tierarzt von ihren Qualen erlösen musste (BLICK berichtete).
«Der Mann hat ein wahres Massaker angerichtet», sagt Ariane Kabsch, Geschädigten-Anwältin von Sandrine Lassiaille, der Besitzerin der Esel-Trekking-Firma. «Die Untersuchungen der französischen Behörden haben ergeben, dass alles noch viel schlimmer ist als ursprünglich angenommen.»
Statt Hirsche kamen Esel aus dem Wald
Zusammen mit seinem Bruder folgte der Karosseriemaler der Einladung einer lokalen Jagdgesellschaft. Sie schlossen sich acht Jägern aus Frankreich an und stellten Hirschen nach. Laut Ariane Kabsch wurde den Brüdern ein Platz auf einer Waldlichtung zugewiesen. Doch aus dem Wald kamen keine Hirsche, sondern eine Herde Esel einer lokalen Trekking-Firma.
«Laut den Akten fand die Polizei elf Geschosshülsen», sagt Kabsch. «Die Hülsen waren 55 Meter von den getroffenen Eseln entfernt. Auf diese Distanz ist es unmöglich, die Esel nicht zu erkennen.» Das habe auch der französische Jagdverband bestätigt. Tötete José R. einfach im Blutrausch? Er hat jedenfalls kein Sehleiden, auf das er sich berufen könnte.
Mehrmals nachgeladen
José R. widerspricht den Vorwürfen. Er habe die Tiere für Hirschkühe gehalten. Er schoss auf die Tiere, bis er keines mehr sah. Sein Bruder gab seltsamerweise keinen einzigen Schuss ab. José R. musste mit seinem Karabiner für die elf Schuss mindestens vier Mal nachladen und neu zielen. «Er verletzte dabei die Grundregel der Jagd, sein Ziel zu kennen, bevor man schiesst», sagt Ariane Kabsch.
Der Jäger konnte nur auf die vier Esel schiessen, weil sie so zahm waren. Sonst hätten sie sich aus dem Staub gemacht. Bei der Trekking-Firma trauert man bis heute um die Esel. «Die Frau zog die Tiere auf und hatte eine enge Beziehung zu ihnen. Sie ist am Boden zerstört», sagt die Anwältin. «Wir fordern Schmerzensgeld und Schadenersatz für den Verdienstausfall.»
Misshandlung und Grausamkeit
Der Jäger muss sich am 24. Mai vor dem Strafgericht verantworten. Ihm wird schwere Misshandlung und Grausamkeit gegenüber Nutztieren vorgeworfen sowie schwerer Verstoss gegen die Jagdverordnung. Er muss mit einer Strafe von bis zu zwei Jahren Gefängnis, 30'000 Euro Busse sowie hohem Schadenersatz rechnen.
* Name geändert
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