Genfer schiesst die vier Wander-Esel Fanfan (†19), Moustique (†17), Mistral (†17), Ulule (†9) tot – Safran (7) überlebt
«Der Jäger hat sich nicht einmal bei mir entschuldigt»

Ein Jäger aus Genf hat in Frankreich vier Esel erschossen. Die Besitzerin Sandrine Lassiaille erzählt BLICK, wie sie das Massaker erlebte.
Publiziert: 21.09.2017 um 13:22 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 01:19 Uhr
Schweizer Jäger schiesst vier Wander-Esel
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Fanfan, Mistral, Moustique und Ulule sind tot!Schweizer Jäger schiesst vier Wander-Esel
Sascha Schmid

Sandrine Lassiaille aus dem französischen Savoyen trauert um ihre vier Esel. Am Sonntag wurden sie von einem Jäger aus der Schweiz erschossen (BLICK berichtete).

Lassiaille erzählt BLICK vom traurigsten Tag ihres Lebens. Das Drama beginnt am Nachmittag mit einem Anruf. Ihren Eseln sei etwas zugestossen, sagt ihr der Mann am Telefon.

Voller Sorge fährt Lassiaille zur Weide nahe dem Dorf Arith – zu ihren Eseln Fanfan (†19), Moustique (†17), Mistral (†17), Ulule (†9) und Safran (7).

Was sie vor Ort antrifft, ist ein Massaker.

Safran blickte traurig auf angeschossenen Ulule

Erst sieht sie Mistral – tot. Niedergestreckt von Schüssen in den Kopf und ins Herz. Daneben liegt Moustique. «Seine Beine waren zerschossen. Seine Augen sahen traurig aus. Er wusste nicht, was passiert war», erzählt Lassiaille.

IMAGE-ERROR (Image)Dann erblickt sie Ulule. Zwei Schüsse trafen ihn in den Bauch. Daneben steht Safran. «Wie durch ein Wunder wurde er nicht verletzt. Er schaute die ganze Zeit seinen verletzten Freund an, mit hängenden Ohren.»

Von Fanfan fehlt zunächst jede Spur. «Ich hoffte noch, dass er fliehen konnte. Aber etwas später fand ich ihn im Unterholz. Tot!» 

Keine Rettung gibt es auch für die verletzten Moustique und Ulule. Sie müssen beide eingeschläfert werden.

Esel und Job verloren

«Es ist ein Drama, ein Schock. Ich habe nicht nur meine Begleiter verloren, sondern auch meine Arbeitskollegen», sagt Lassiaille. Mit den Eseln bot sie nämlich Wanderungen an. Mit dem Esel-Trekking bestritt sie ihren Lebensunterhalt.

Die Trauer ist deshalb auch bei ihren Gästen gross. «Die Tiere lagen vielen Menschen am Herzen. Viele Kinder kommen jeden Sommer und kannten die Esel beim Namen.»

Riesig ist die Anteilnahme. Mit Hunderten Anrufen und Nachrichten drücken ihr die Menschen ihre Anteilnahme aus. «Darunter sind auch viele Kinder.»

Viele Freunde und Bekannte unterstützen Sandrine Lassiaille auch finanziell. Auf einer Spenden-Website haben sich bereits über 300 Personen eingeschrieben.

«Ich bin wahnsinnig gerührt von dieser grossen Anteilnahme. Diese Unterstützung hat mir die Kraft gegeben zum Entscheid, dass ich meinen Betrieb wieder aufnehmen werde», sagt Lassiaille zu BLICK.

Der Blick nach vorne hilft über die Trauer hinweg – und über die Fassungslosigkeit.

Noch immer kann sie sich nicht erklären, wieso der Jäger aus Genf auf ihre Esel schoss. «Der Schütze liess über seinen Bruder ausrichten, dass er sie mit Hirschen verwechselt habe. Wie kann das sein? Gleich vier Mal. Mitten am Tag. Bei guter Sicht.»

Die Esel blieben beisammen – ihr Todesurteil

Lassiaille hat heute Anzeige eingereicht gegen den Jäger, der sich nicht einmal entschuldigt hat. Die Untersuchungen laufen bereits. Auch die Polizei kann sich noch nicht erklären, wieso der Mann auf die Esel schoss (BLICK berichtete).

Doch selbst wenn der Mann verurteilt wird, kommt er mit einer milden Strafe davon. Maximal 1200 Euro wird die Busse betragen.

Immerhin gibt es ein kleines Happy-End für den Esel Safran. Er ist jetzt bei einer anderen Herde. «Er kann zwar essen, ist aber nicht mehr derselbe. Allein würde er wohl aus Kummer sterben.»

Esel sind nämlich ausgesprochene Herdentiere. Dies wurde ihnen am letzten Sonntag zum Verhängnis. Statt nach dem ersten Schuss zu fliehen, blieben sie bei ihrem verletzten Freund. Und wurden selber getroffen.

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