Darum gehts
- Entführung eines Gemeindemitarbeiters in Pfäffikon. Polizei verhaftet Mechaniker als Verdächtigen
- Verdächtiger als Verschwörungstheoretiker und Staatsverweigerer in der Nachbarschaft bekannt
- Polizei stellt bei Hausdurchsuchung mehrere Waffen und diverse Munition sicher
Die Polizei fuhr am letzten Freitag mit einem Grossaufgebot bei einer Werkstatt ein. Wegen einer Entführung! «Sie klebten die Gucklöcher zu, dann standen sie mit Gewehren und Vollmontur im Treppenhaus», sagt ein Mieter in der ehemaligen Fabrik mitten in Hittnau ZH. Im Visier der Fahnder: Mechaniker Sepp U.* (64) – der in der Nachbarschaft als Verschwörungstheoretiker und Staatsverweigerer bekannt ist. Die Polizei bestätigt Recherchen von Blick, wonach es sich beim Opfer der Entführung um einen Angestellten der Gemeinde Pfäffikon handelt. Und: dass sich die Tat unmittelbar vor einem Gebäude der Gemeinde ereignete.
Der 27-jährige Gemeindemitarbeiter war Mitte Februar auf dem Parkplatz in sein Fahrzeug gestiegen. Unvermittelt stieg der Entführer ebenfalls in das Fahrzeug ein und zwang den Fahrer, mutmasslich unter Waffengewalt, loszufahren. Nach kurzer Zeit gelang es dem Opfer, aus seinem Fahrzeug zu flüchten und die Polizei zu alarmieren, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilt. Der unbekannte Täter flüchtete in der Folge in unbekannte Richtung. Die sofort eingeleitete Fahndung blieb vorerst erfolglos. Am Tag danach kam die Polizei dann schliesslich auf die Spur von Sepp U.
«Er missioniert seine Verschwörungstheorien»
Bei der Hausdurchsuchung stellte die Polizei mehrere Waffen und diverse Munition sicher. Die konkreten Hintergründe der Entführung und das genaue Motiv sind noch nicht restlos geklärt, die Ermittlungen dauern weiter an. Die Staatsanwaltschaft hat beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft für den Beschuldigten beantragt. Bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils gilt die Unschuldsvermutung.
Was Sepp U. genau angestellt hat, wissen die Anwohner nicht. «Er ist etwas aufbrausend, aber sicher nicht gefährlich», sagt einer. «Er lehnt den Staat und das Bezahlen von Steuern ab, weil ihm das System der westlichen Länder nicht gefällt», weiss ein Nachbar. «Auch die moderne Medizin lehnt er ab. Er ist sehr konsequent mit seiner Einstellung.» Und: «Er diskutiert gelegentlich mit uns. Wenn man das Falsche sagt, spricht er eine halbe Stunde ohne Pause und missioniert seine Verschwörungstheorien», sagen sie.
Laut Blick-Informationen könnte es sich beim Entführungsopfer um einen Mitarbeiter des Betreibungsamts handeln.
Das würde zur Staatsverweigerer-Szene passen. Seit der Corona-Pandemie schikanieren die Verschwörungstheoretiker Schweizer Betreibungsämter, sorgen teils für massiven Mehraufwand. In einer Umfrage von SRF klagten die Ämter gar über Einschüchterungsversuche.
«Wenn die Kleinen aufbegehren, werden sie gleich verhaftet»
Dass der Mechaniker von der Polizei mitgenommen wurde, bemerkte an dem Freitag zunächst nicht einmal die Partnerin des Verhafteten, der die Liegenschaft mit mehreren Mietern gehört. Sie suchte ihn und erzählte den Anwohnern: «Er war plötzlich einfach weg.» An der Werkstatt des Verhafteten klebt ein Schild mit der Aufschrift: «Wegen Krankheit geschlossen.» Gegenüber Blick will sie sich nicht zum Fall äussern. Und sagt zur Verhaftung nur: «Wenn die Kleinen aufbegehren, werden sie gleich verhaftet.»
Der Pfäffiker Gemeindepräsident Marco Hirzel will sich zur Entführung des Gemeinde-Mitarbeiters nicht äussern.
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