Weltweit sind derzeit hunderte Webseiten down. Der Grund: Zwei kritische Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP können Angreifern ermöglichen, ohne Anmeldung Schadcode auf betroffenen Servern auszuführen. Nun schlägt der Bund Alarm. Und fordert Nutzerinnen und Nutzer auf «betroffene Systeme unverzüglich zu aktualisieren».
Welche Anwendungen betroffen sind
PHP ist einer der zentralen Bausteine in verschiedenen Webanwendungen – und zwar weltweit. Den Quellcode dieser Programmiersprache findet man in verschiedenen Webseiten, Onlineshops und Nachrichtenportalen. So wurden beispielsweise WordPress, Drupal, TYPO3, Joomla, Magento oder Nextcloud mit PHP entwickelt. In Deutschland, Finnland und den Niederlanden haben Behörden, Universitäten und Spitäler Webseiten vom Netz genommen.
Auch in der Schweiz haben mehrere Anbieter ihre Portale vorsorglich abgeschaltet. So sind zum Beispiel die Webseiten der Universität Genf und jene der EPFL Lausanne am Mittwochabend nicht aufrufbar. Auch verschiedene Hosting-Anbieter haben ihre Webseiten abgeschaltet.
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) empfiehlt, die betroffenen Systeme unverzüglich zu aktualisieren. «Prüfen Sie neben Webservern auch Anwendungen und Geräte, die PHP als integrierte Komponente verwenden», heisst es in der Meldung des BACS.
Das solltest du jetzt tun
Der Bund empfiehlt folgendes Vorgehen: «Ermitteln Sie PHP-Installationen, eingesetzte Versionen, Erreichbarkeit und zuständige Betreiber. Berücksichtigen Sie integrierte Komponenten und extern betriebene Anwendungen.»
Danach soll man unverzüglich Updates installieren und sich bei Hosting-Angeboten und Herstellerprodukten die Behebung bestätigen. Nach dem Update sollen die betroffenen PHP-Dienste sowie die dauerhaft laufenden PHP-Prozesse neu gestartet werden. Container müssen gegebenenfalls neu gebaut und bereitgestellt werden.
Zudem solle man kontrollieren, ob die tatsächlich laufenden Anwendungen die korrigierte PHP-Version oder ein vom Anbieter als behoben ausgewiesenes Paket verwenden.
Und zuletzt gilt es, Systeme auf Auffälligkeiten prüfen: «Untersuchen Sie Protokolle und betroffene Systeme auf ungewöhnliche Anfragen, Abstürze, veränderte Dateien und unerwartete Prozesse.» Ein Update beseitigt keine bereits erfolgte Kompromittierung.