Der Titel «Koch des Jahres» von GaultMillau Schweiz wird jeweils im Lokal des neuen Preisträgers oder der neuen Preisträgerin vergeben. Am 5. Oktober geht die Reise in die Innerschweiz nach Rickenbach SZ. Dort ereignet sich in ländlicher Szenerie seit sechs Jahren Herausragendes. Tatsächlich ist dies in der Geschichte des Schweizer Gourmetführers ein Novum: Mit Dominik Hartmann (34) wird ein Mann ausgezeichnet, der mit seiner Crew zu 100 Prozent auf vegetarische Küche setzt.
GaultMillau-Chefredaktor Urs Heller (73) sagt zu seiner Wahl: «Dominik Hartmann steht für Vegi 2.0. Seine Küche ist gemüsebasiert, aber zugleich lustvoll und voller Überraschungen. Die junge Brigade lässt die Pinzetten tanzen, schwingt die Umami-Keule und macht die Gäste glücklich. Dass man auch fern einer grossen Stadt mit einer konsequenten Vegi-Küche Erfolg haben kann, ist nicht selbstverständlich.»
Komplizierter Start
Die Eröffnung kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, im März 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie. Doch die drei Freunde Dominik Hartmann, Marco Appert (34) und Adriana Hartmann (35) lassen sich nicht entmutigen. Nach dem Lockdown folgt im Mai desselben Jahres der Neustart des Restaurants, das auch eine Bäckerei umfasst.
2021 sind sie GaultMillaus «Entdeckung des Jahres», ab 2022 fokussieren sie voll auf die vegetarische Küche – mit grossem Erfolg. Gourmets aus nah und fern pilgern seither an den Fuss der Mythen und sind des Lobes voll (so auch der Autor dieser Zeilen). Seit dem Guide von 2025 hält Hartmann 18 Punkte.
Aufsteiger und Entdeckungen
Der Führer für das kommende Jahr enthält 870 Restaurants, 100 Gourmet-Hotels und die 150 besten Schweizer Winzer. 84 Restaurants sind zum ersten Mal dabei. 98 Köche gewinnen einen Punkt, 31 Chefs müssen Abstriche machen.
Im Bereich der höchsten vergebenen Punktzahl bleibt alles beim Alten: Sieben Stars sind mit der Note 19 gelistet, ein achter ist gemäss Urs Heller im Moment nicht in Sicht. Dieser illustre Klub umfasst Tanja Grandits (56), Peter Knogl (57), Franck Giovannini (52), Andreas Caminada (49), Philippe Chevrier (65), Heiko Nieder (54) und Marco Campanella (34).
«Aufsteiger des Jahres» in der Deutschschweiz sind Daniel Zeindlhofer (38) im Igniv Zürich (18 Punkte) und Aurélien Mettler (30) im Fiescherblick Grindelwald BE (17 Punkte).
Als «Entdeckung des Jahres» prämiert wird Nicolas Schröder (31) im Restaurant Buech in Herrliberg ZH. Er stammt aus der Talentschmiede von Andreas Caminada und startet mit 15 Punkten. Cyrill Baumann (29) beginnt im «Ufer7» in Basel mit 14 Punkten.
«Green Chef of the Year» wird Stefan Beer (48) im «Radius» im Hotel Victoria-Jungfrau Interlaken BE. Und zwei weitere wichtige Auszeichnungen vergab der GaultMillau schon vor einigen Wochen: Das «Appenzeller Huus» in Gonten AI ist «Hotel des Jahres», das «Bunzai» in Zürich erhält den Titel «Pop des Jahres».
Alle weiteren Infos unter www.gaultmillau.ch.