Darum gehts
- Harry und Meghan kehren nach sechs Jahren Kalifornien nach Grossbritannien zurück
- Spotify und Netflix kürzten lukrative Deals wegen enttäuschender Ergebnisse
- Netflix bot 100 Mio. Dollar, Spotify rund 20 Mio. für Projekte
Sie kamen als die berühmtesten Aussteiger der Welt nach Kalifornien. Sechs Jahre später zieht es Prinz Harry (41) und Meghan Markle (45) zurück nach Grossbritannien. Ein Hollywood-Boss hatte das Problem, das die Edelpromis jetzt die Koffer packen lässt, schon 2023 messerscharf auf den Punkt gebracht.
Die Abrechnung folgte kurz nach dem Spotify-Aus für die Sussexes. Im Juni 2023 sprach Jeremy Zimmer, damals Chef der mächtigen United Talent Agency, beim Cannes Lions – dem internationalen Werbe- und Kreativfestival. Und ging mit Meghan Markle hart ins Gericht.
Sein Urteil über ihre Podcast-Karriere war brutal: Meghan sei «kein grosses Audio-Talent – und eigentlich überhaupt kein Talent», sagte er dem US-Newsportal Semafor. Und: «Wissen Sie, nur weil man berühmt ist, heisst das noch lange nicht, dass man in etwas gut ist.»
«Abzocker»
Noch härter wurde Bill Simmons, damals Spotify-Manager und prominenter Podcaster. Nachdem der Deal geplatzt war, nannte er den Prinzen und die Herzogin in seinem Podcast schlicht «Abzocker».
Dabei hatten Harry und Meghan in Kalifornien einen unschlagbaren Startvorteil: Sie mussten nicht erst berühmt werden. Netflix soll dem Paar rund 100 Millionen Dollar angeboten haben, Spotify rund 20 Millionen. «Harry & Meghan» wurde zum Erfolg – doch danach wurde die Luft dünn: Spotify stieg nach «Archetypes» aus, weitere Projekte blieben hinter den Erwartungen zurück.
Netflix stufte die Partnerschaft später zu einem sogenannten First-Look-Deal zurück: Netflix darf neue Projekte des Paars zuerst prüfen, muss sie aber nicht produzieren. Auch Harry profitierte zunächst vor allem von seinem Namen. Der grosse Auftakt blieb die Ausnahme.
Geschäftsmodell Berühmtsein
Der Kulturhistoriker Leo Braudy, Autor von «Der Rausch des Ruhms», nennt das Hollywood-Phänomen «magisches Denken»: «Jeder denkt: ‹Ich bin schön› oder ‹Ich schau gut aus›», sagte er der «New York Times». Jeder glaube, wenn andere es geschafft hätten, könne er es ebenfalls schaffen. Nur: Die meisten scheitern.
Genau darin liegt die Ironie der Sussexes. Sie wollten in Amerika nicht länger nur Prinz und Schauspielerin sein. Sie wollten eine eigene Marke, eigenes Geld, eigene Projekte. «Wie viele vor ihnen, kamen Prinz Harry und Meghan mit grossen Plänen nach Hollywood», so die Zeitung. «Sie gehen nun mit verblassender Star-Power.»
Kritiker werfen dem Paar vor, sie verkauften nichts als ihren eigenen Namen – und machten aus dem blossen Berühmtsein ein Geschäft, wie die Telegraph-Kommentatoren Michael Deacon und Poppy Coburn in ihrem wöchentlichen Podcast «Brand Sussex» pointiert festhalten.
Winkt Netflix wieder ab?
Auch Meghans neueste Hoffnung auf eine Filmrolle platzte: Ihre angeblich geplante Rückkehr auf den Bildschirm in der dritten Staffel der Netflix-Serie «The Gentlemen» wurde laut britischen Medien wieder zurückgezogen. Die frühere «Vanity Fair»-Chefredakteurin Tina Brown führt als Grund den heftigen Gegenwind in Grossbritannien an, berichtet «The Guardian».
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass Meghan einst als «Suits»-Star nach Hollywood kam und gemeinsam mit Harry eine neue Karriere als globale Medienmarke aufbauen wollte. Dass nun ausgerechnet ihre mögliche Mitwirkung an einer erfolgreichen Netflix-Produktion am öffentlichen Image und an der Reaktion des Publikums scheitern könnte, wäre ein weiteres Zeichen dafür, dass die einstige Star-Power des Paars nicht mehr dieselbe Zugkraft besitzt.