Ex-Mitarbeiter leakt Videos – Fans empört
Hat der K-Pop ein Rassismusproblem?

Geleakte Videoaufnahmen der südkoreanischen Band Blackpink lösen eine Rassismusdebatte aus. K-Pop-Fans beklagen sich schon länger über Diskriminierung innerhalb des Genres.
Publiziert: 05.04.2025 um 19:48 Uhr
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Heftige Vorwürfe gegen die K-Pop-Band Blackpink.
Foto: IMAGO/Penta Press

Darum gehts

  • Blackpink-Mitglieder verwenden N-Wort in viral gegangenen Videos
  • Ehemaliger Mitarbeiter veröffentlicht Videos aus Rache gegen YG Entertainment
  • Leaker behauptet, mehrere Terabyte belastendes Material gegen Agenturen zu besitzen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Fynn MüllerPeople-Redaktor

Die K-Pop-Girlband Blackpink steht im Zentrum einer Kontroverse. Auslöser sind viral gegangene Videoclips, in denen die Bandmembers Jennie Kim (29), Lalisa Manobal (29) und Rosé (28) mehrmals das N-Wort verwenden, wie unter anderem die «Frankfurter Allgemeine» berichtet. Veröffentlicht wurden die Videos durch einen angeblichen ehemaligen Mitarbeiter der Produktionsfirma YG Entertainment, deren grösste Band Blackpink ist.

Er trat unter dem Pseudonym «YG Leaker» auf und gab an, aus Rache zu handeln. «Ich mache das, weil ich gefeuert wurde. Ich hasse diese ganze Firma. Sie ist voller Mobbing, Rassismus und Sexismus», schreibt er zu den veröffentlichten Videos auf dem Onlinedienst Discord. 

Der Leaker behauptete zudem, noch nicht alles veröffentlicht zu haben. Er soll über mehrere Terabyte belastendes Material gegen führende Unterhaltungsagenturen verfügen. Neben YG Entertainment wurden auch SM Entertainment, JYP Entertainment, HYBE und weitere namhafte Firmen genannt.

Hitzige Debatte im Netz

Die Veröffentlichung der rassistischen Äusserungen löst eine Debatte über kulturelle Unsensibilität von K-Pop-Stars aus. Kritiker werfen der Branche vor, künstlerische Einflüsse von dunkelhäutigen Personen zu übernehmen, ohne dies angemessen anzuerkennen. Als nichtschwarze Person dürfe man das N-Wort nicht verwenden. Auch die US-amerikanische Rapperin Azealia Banks (33), die afrikanische Wurzeln hat, regte sich öffentlich auf. 

Einige Fans verteidigen ihre Idole, argumentieren, die koreanischen und thailändischen Gruppenmitglieder seien sich möglicherweise der kulturellen Implikationen des N-Wortes nicht bewusst gewesen. Zumal die aufgetauchten Videos aus einer Zeit stammen, als die Musikerinnen noch Teenager waren. Man könne daher kein ausgeprägtes Bewusstsein für die Problematik erwarten, wird argumentiert. 

Andere wiederum weisen darauf hin, dass zwei der vier Mitglieder fliessend Englisch sprechen. «Sie haben den Namen Blackpink zu ernst genommen», schreibt ein User auf X. Ein anderer kommentierte: «Deshalb kann ich niemals ein K-Pop-Fan sein. Sie alle hassen Schwarze so sehr, sind aber so inspiriert von unserer Kultur.»

Weder die Band Blackpink noch die Produktionsfirma YG Entertainment haben sich bisher zu dem veröffentlichten Material geäussert. 

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