Sie kletterten, ohne es zu wissen, auf ein Atom-U-Boot und bezahlten dafür mit ihrem Leben. Die russische Marine hat beim Stützpunkt in Wiljutschinsk auf der Halbinsel Kamtschatka eine Bären-Mami und ihr Kind kaltblütig erschossen. Ein Video, das am 8. November veröffentlicht wurde, zeigt die Tötung der beiden pelzigen Tiere. Erst fallen Schüsse, dann ist zu sehen wie die Bären ins Meer stürzen. Die Aufnahmen sorgen für mächtig Wirbel im Internet. Die Marine wird nun angefeindet und beleidigt, wie die BBC berichtet.
Wann genau der Vorfall passierte, ist nicht klar. Auch nicht, um welche Bären-Art es sich handelt. Klar ist nur: Vor ihrem Abschuss waren Mutter und Kind waren zuvor durch die Bucht geschwommen, als sie das U-Boot erblickten, hinauf kletterten und sich dort friedlich niederliessen.
Experte wurde für die Erschiessung angefordert
Die Marine erklärte sich nach dem Shitstorm. Es habe keine andere Möglichkeit gegeben, um die Tiere zu vertreiben. Die Sorge war gross, dass die Bären in die umliegenden Dörfer gegangen wären, wenn man sie am Leben gelassen hätte.
Und das kam erst letztes Jahr vor. Damals hatten mehr als 50 Bären das Dorf Ryrkaypi belagert und für Angst und Schrecken gesorgt. Das öffentliche Leben kam zum Erliegen. Schulen mussten bewacht werden. Das habe man auf jeden Fall verhindern wollen. Zudem habe man nicht einfach drauf losgeschossen. Für die Erschiessung sei extra ein Jäger angefordert worden, um «die wilden Tiere zu neutralisieren». (jmh)