Superstoff mit Benefits
Deshalb gehören Flaschenkorken nicht in den Restmüll

Kork ist nach wie vor der beliebteste Verschluss für Weinflaschen. Der Zapfen aus der Korkeichen-Rinde weist gegenüber alternativen Flaschenverschlüssen bei der Produktion nicht nur die beste Umweltbilanz auf, er lässt sich auch prima recyceln.
Publiziert: 25.03.2025 um 13:58 Uhr
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Aktualisiert: 28.03.2025 um 11:04 Uhr
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Oft landen Flaschenkorken im Restmüll. Doch im Zapfen stecken viele Möglichkeiten zur Wiederverwertung.
Foto: Getty Images/Tetra images RF

Darum gehts

  • Korkeichenwälder speichern Kohlendioxid und liefern nachwachsenden Rohstoff für Flaschenkorken
  • In der Schweiz werden jährlich 400 Tonnen Flaschenkorken verwendet
  • Flaschenkorken können zu Dämmstoffen für das Baugewerbe recycelt werden
  • Dennoch wird nur ein Bruchteil der gebrauchten Korken für die Wiederverwertung gesammelt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Die Fläche der Korkeichenwälder in Portugal und im Mittelmeerraum wird auf 2,2 Millionen Hektar beziffert. Etwa ein Drittel davon steht in Portugal. Darum ist die Korkeiche seit 2011 Portugals Nationalbaum. Die Korkwälder auf dem Globus speichern schätzungsweise 14 Millionen Tonnen CO2 jährlich.

Eine Korkeiche kann 200 Jahre alt werden und liefert während dieser Zeit nachwachsenden Rohstoff: Alle neun bis zehn Jahre wird die Rinde einer Korkeiche geschält und verarbeitet.

CO2-Speicher, Brandschutz und Futter für Schweine

Das Schälen des Baums ist eine anspruchsvolle Arbeit, denn der Stamm darf nicht verletzt werden. Diese Erfahrung wird gut bezahlt und bietet den Bauern ein gutes Einkommen. Nach dem Schälen regeneriert sich der Baum. Die Rinde wächst nach und lagert während dieses Prozesses fünfmal mehr CO2 ein als eine ungeschälte Korkeiche.

Da Kork sehr langsam brennt, können intakte Korkwälder Flächenbrände zumindest bremsen. Die Eicheln der Bäume sind ein gutes Futter für Schweine. Die Tiere laufen bis zu vier Kilometer und futtern dabei ihre tägliche Ration an Steineichen- und Korkeichenfrüchten. Egal, ob das Schwein in Spanien oder Portugal Eicheln frisst: Der Schinken ist köstlich.

150 Millionen Korken in der Schweiz

Dieses Wunder der Natur garantiert die Produktion von 340'000 Tonnen Flaschenkorken pro Jahr. Über die Hälfte davon stammt aus Portugal. In der Schweiz werden jährlich rund 150 Millionen Korken verwendet, was einem Gewicht von 400 Tonnen entspricht.

Doch einmal aus der Weinflasche gezogen ist der Lebenszyklus eines Korkens vorbei. Er kann nicht wiederverwendet werden, es sei denn zum Basteln. Korken verrotten im Kompost nicht und sind als Brennstoff für das Kaminfeuer ungeeignet.

Zu schade für den Restmüll

Darum landen Flaschenkorken entweder im Restmülle oder demonstrieren in dekorativen Bodenvasen den exzellenten Weingeschmack eines Haushalts. Doch Flaschenkorken eigenen sich sehr gut für die Wiederverwertung. Zu Granulat gehäckselt werden sie zu Isolationsmaterial verarbeitet.

Wer Korkrecycling unterstützt

Im Korkenrecycling steckt noch Potenzial. Viele Sammelstellen und Weinhändler nehmen Flaschenkorken bereits an. So kommen zumindest in der Deutschschweiz eine Tonne Korken monatlich zusammen. Gesammelt und geschreddert wird das Material in Schwerzenbach ZH. Dort wird die Kreislaufwirtschaft mit einem sozialen Nutzen verbunden. Das von der Stiftung SAG betreute Projekt Fachhaus verbindet Arbeitsintegration mit Kreislaufwirtschaft.

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