Facebook, Whatsapp, Telegram?
Hier sind die Fotos deiner Kinder am sichersten

Klar, am besten sollte man gar keine Kinderbilder ins Internet stellen – nur schon, damit sie nicht KI-Trainingsmaterial werden. Aber ist das realistisch? Ein Anwalt und eine Kinderschützerin erklären, wie Eltern am besten mit solchen Fotos umgehen.
Publiziert: 05.04.2025 um 12:09 Uhr
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Wer Bilder seiner Kinder im Internet teilt, sollte die Risiken solcher Posts beachten.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

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Loris Gregorio

Für Regula Bernhard Hug, Geschäftsleiterin der Stiftung Kinderschutz Schweiz, ist klar: Kinderbilder gehören nicht auf Social Media. «Später können Kinder wegen solcher Bilder in der Schule gehänselt werden oder Cybermobbing erfahren.»

Als weiteres Risiko nennt sie die sexualisierte Gewalt: «Heutzutage reicht ein Bild des Gesichts, um daraus einen Deepfake-Porno oder sonstiges pädokriminelles Material zu erstellen.» Diese Fotos und Videos können in einer Erpressung enden – bei den Kindern selbst oder bei Familienmitgliedern. Deshalb sei hier Vorsicht geboten.

Artikel von Gryps

Dieser Artikel wurde erstmals bei Gryps publiziert. Gryps ist ein Online-Portal für KMU mit Beschaffungswelt, Praxisratgeber und aktuellen Berichten.

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Aber ist es wirklich realistisch, von Eltern oder anderen Familienmitgliedern zu verlangen, gar keine Bilder von Kindern ins Netz zu stellen? «Wir alle kommunizieren heute über Social Media. Dazu gehören nun mal auch die Eltern», sagt Martin Steiger, Anwalt für Recht im digitalen Raum. Für ihn stellt sich nicht die Frage, ob man Kinderbilder teilt, sondern wie man es macht.

Private Profile als falsche Sicherheit

Nun gibt es zum Beispiel Instagram-Storys, die nach 24 Stunden verschwinden, oder Profile, die auf privat gestellt sind. Gelten hier dieselben Gefahren? Im Prinzip schon, sagt Regula Bernhard Hug, und ergänzt: «Das Bild ist irgendwo sichtbar, und somit gibt es die Möglichkeit, dass es jemand abfotografiert oder einen Screenshot erstellt.» Zudem sei es möglich, dass Dienste wie Instagram oder Facebook solche Fotos speichern und nicht vollständig löschen. Martin Steiger bringt hier neben den Plattformen selbst auch die künstliche Intelligenz ins Spiel: «Solche Bilder können schnell im Trainingsmaterial von KI-Modellen landen.»

Der Anwalt erklärt auch, welche rechtlichen Aspekte sonst noch eine Rolle spielen: «Im Grundsatz hat jeder Mensch das Recht am eigenen Bild und kann bestimmen, ob er fotografiert werden will und wozu das Bild verwendet wird.» Bei einem Kind bestimmen normalerweise die Eltern darüber.

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«Falls eine Schule, ein Verein oder eine Person ein Bild ungewollt veröffentlicht hat, sollte man direkt zur entsprechenden Stelle gehen und um die Löschung des Fotos bitten», so Steiger. Anders sieht es bei viralen Videos oder Memes aus: «Dort ist der Zug abgefahren. Einfangen kann man das nicht mehr und dem Kind nur noch helfen, damit umzugehen.»

Plattformen nicht vertrauenswürdig

Aber eben – Kinderbilder gar nicht ins Internet zu stellen, ist heute fast keine Option mehr – und sei es nur, um sie mit der Familie zu teilen. Für Steiger zählt denn vor allem die Frage, wie man das macht. Ein privates Profil mit ausgewählten, wenigen Followerinnen und Followern sei sicher besser als ein öffentliches. «Aber auch dort gibt es das Problem, dass man den Plattformen nicht vertrauen kann», sagt Steiger. Es sei beispielsweise möglich, dass Meta Bilder aus privaten Profilen für eigene Zwecke verwendet oder die Fotos durch einen Fehler öffentlich werden.

Die bessere Lösung, um Kinderbilder zu teilen, sei sicheres Instant Messaging. Dazu gehört sogar Whatsapp, auch wenn die App aus dem Hause Meta kommt. Denn: Whatsapp-Nachrichten sind verschlüsselt. Noch besser geeignet seien die Messenger Threema oder Signal, da sie kein Geld mit Daten verdienen. Keine gute Idee hingegen ist Telegram. Steiger erläutert: «Dort haben wir ein erhebliches Problem mit dem Datenschutz, weil es standardmässig keine verschlüsselte Kommunikation gibt.»

Auch kleine Kinder um Erlaubnis fragen

Und was raten die Expertin und der Experte nun Eltern und Familienmitgliedern? «Wer sein Kind im virtuellen Raum zeigt, sollte das Gesicht auf keinen Fall von vorne zeigen und markante Besonderheiten wie Muttermale nicht darstellen», sagt Regula Bernhard Hug. Dies habe sich auch bei Influencerinnen und Influencern bewährt. Ebenfalls sollen Eltern möglichst früh damit beginnen, Kinder zu fragen, ob es in Ordnung sei, sie zu fotografieren. Und sie fügt an: «Familien können die herzigsten Bilder ja auch ausdrucken.»

Als Faustregel empfiehlt auch Martin Steiger: «Im Zweifelsfall lieber keine Kinderbilder veröffentlichen.» Er will damit nicht sagen, dass Familien ihre Kinderbilder auf digitalem Weg gar nicht teilen sollen. Aber: «Grundsätzlich sollte man sich immer überlegen, wie und mit wem man dies tut.»

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