Skyguide zum Psycho-Hinflug von Todespilot Lubitz
«In der Schweiz hätten wir das bemerkt»

Auf dem Hinflug stellte Todespilot Andreas Lubitz mehrmals die Minimalflughöhe ein. Doch niemand bemerkte es. In der Schweiz wäre das anders gewesen.
Publiziert: 06.05.2015 um 15:06 Uhr
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Aktualisiert: 10.09.2018 um 02:22 Uhr
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Andreas Lubitz (†27)
Foto: Reuters
Von Sascha Schmid

Bevor Co-Pilot Andreas Lubitz Germanwings-Flug 4U9525 in den französischen Alpen abstürzen liess, probte er den Absturz auf dem Hinflug von Düsseldorf nach Barcelona (Blick.ch berichtete).

Während den vier Minuten, die Lubitz alleine im Cockpit war, stellte er den Autopiloten mehrmals auf 100 Fuss ein. Doch im Gegensatz zum Rückflug ging er nicht zum Äussersten und korrigierte die Höhe wieder auf einen normalen Wert.

Die Frage ist: Wieso merkte niemand, dass Lubitz beim Hinflug so wild am Höhenregler drehte? Sieht die Luftkontrolle nicht, was Piloten im Cockpit anstellen?

Doch, sagt Vladi Barossa, Pressesprecher von Skyguide. «In unserem Luftraum würden wir das sehen», sagt er zu Blick.ch.

Denn die Schweizer Luftüberwacher haben ein spezielles Kontrollsystem entwickelt. «Stellt der Pilot eine andere Höhe ein, als die, die er vom Lotsen erhalten hat, gibt es bei uns einen Alarm», sagt Barossa.

Kein vergleichbares System in Frankreich

Das System mit dem internen Namen EHS-CLAM wurde im November 2013 eingeführt. «Es kann sein, dass ein Pilot den Lotsen falsch versteht oder aus Versehen die falsche Höhe eingibt, was gefährlich werden kann. Deshalb haben wir das Kontrollsystem eingeführt», sagt Barossa.

In Frankreich gibt es laut dem Skyguide-Sprecher kein vergleichbares System. Deshalb konnte Lubitz' dort auch am Höhenregler drehen und seinen Absturz proben, ohne dass jemand davon Kenntnis nahm.

Zwar hätten die Lotsen nicht in den Flug eingreifen können, doch Lubitz hätte sich bestimmt schon vor dem Todesflug verdächtig gemacht. (sas)

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