Hier rennen die Partygänger um ihr Leben
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Nach Angriff von Hamas:Hier rennen die Partygänger um ihr Leben

«Raketenlärm klang wie Musik»
Tausende Partygänger fliehen nach Angriff in die Wüste

Als die Hamas-Terroristen Israel angriffen, fand in der Nähe des Gazastreifens gerade eine Party statt. Tausende Partygänger flohen in die Wüste – von vielen fehlt weiterhin jede Spur.
Publiziert: 07.10.2023 um 20:04 Uhr
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Aktualisiert: 07.10.2023 um 22:01 Uhr
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Hier flüchten die Menschen von einem Partyareal.
Foto: X / @NRullansky

Tausende Menschen trafen sich am Freitagabend in der Wüste nahe des Gazastreifens, um die Nacht durchzufeiern. Als die Partygäste am Samstagmorgen immer noch die lauten Bässe genossen, kam plötzlich ein anderes Geräusch dazu: der Lärm von Raketen, die palästinensische Terroristen auf Israel abfeuerten.

«Der Raketenlärm klang zunächst wie ein Teil der Musik», erklärt einer der Partygänger gegenüber dem israelischen Channel 12. «Plötzlich spürten wir aber die Kugeln um uns herum», so der Mann. Er und seine Freunde versuchten daraufhin, zu ihren Fahrzeugen zu gelangen. In der Folge kam es zu einem Engpass beim Ausgang.

Massenpanik brach aus

Auch Noya Reuven (20) war an der Party. Gegenüber der «Times of Israel» erklärt sie, dass es nach den Schüssen zu einer Massenpanik kam. Alle Partygäste seien zu ihren Fahrzeugen gerannt, während über ihren Köpfen Raketen zu hören waren.

In ihrem Fahrzeug angekommen, habe Reuven zwei Stunden lang versucht, das Feld zu verlassen, auf dem die Autos parkiert waren. Schliesslich sei es ihr gelungen, in eine kleine Seitenstrasse zu fahren. Dort nahm sie ein Ehepaar mit, bevor sie in eine Stadt weiter weg vom Gazastreifen fuhr.

Eine Frau namens Esther war ebenfalls an der Party. Beim Versuch, die Veranstaltung zu verlassen, sei ihr Auto beschossen worden und habe einen Totalschaden erlitten. Ein Mann in einem Jeep bot ihr daraufhin an, sie mitzunehmen, erzählt Esther gegenüber Channel 12.

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Zwei Stunden lang tot gestellt

Unterwegs wurde der Fahrer dann erschossen – der Jeep stürzte in eine Grube. Neben dem bewusstlosen Fahrer haben sich Esther und ihre Freundin zwei Stunden lang tot gestellt, bis sie hebräisch sprechende Soldaten gehört hätten, die sie dann ins nächstgelegene Spital mitnahmen.

Gemäss Channel 12 haben Freiwillige einer örtlichen Organisation eine Liste mit den Partygästen erstellt. Es seien nach wie vor Dutzende Personen als vermisst gemeldet, so ein Freiwilliger. Mittlerweile hätten die Sicherheitskräfte aber die Kontrolle über das Areal, auf dem die Party stattfand, übernehmen können. (obf)

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