Schlimmste Masernwelle seit Jahrzehnten in den USA
New York ruft den Notstand aus

New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul hat wegen der schlimmsten Masernwelle in den USA seit Jahrzehnten den Notstand ausgerufen. Die Behörden sollen schneller reagieren können. Welche Gründe hat das Masern-Hoch? Und was bedeutet es für Schweizer Reisende?
Kommentieren
1/6
Die Gouverneurin von New York Kathy Hochul ruft angesichts der heftigen Masernwelle den Notstand aus. So möchte sie Impfungen erleichtern und schneller auf Infektionen reagieren können.
Foto: / BLU_A131789464

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sinkende Impfquote treibt die schwerste US-Masernwelle seit Jahrzehnten
  • Betroffen sind besonders ländliche Gebiete, Pennsylvania und New York
  • Gouverneurin Kathy Hochul verhängt den Notstand, Tests und Impfungen werden ausgeweitet
Pauline_Bouillon_Redaktorin News _Blick_3.jpg
Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Die seit Jahrzehnten schlimmste Masernwelle der USA breitet sich immer weiter aus. Besonders ländliche Regionen sowie die Bundesstaaten Pennsylvania und New York sind betroffen. Im Bundesstaat New York hat Gouverneurin Kathy Hochul (68) deshalb den Notstand ausgerufen.

Wie kam es zur Masernwelle?

Der Grund für die hohen Infektionszahlen ist vor allem die sinkende Impfquote. Seit Jahren steht dabei besonders Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. (72) in der Kritik. Der Republikaner ist Impfgegner und zweifelt öffentlich die Sinnhaftigkeit von Impfungen an. Doch Hochul betont: «Niemand sollte an einer durch Impfung vermeidbaren Krankheit schwer erkranken oder sterben.»

Wo ist der Ausbruch am schlimmsten?

Die Masernwelle schlägt sich im ganzen Land nieder. Auch Kanada, das jahrelang als masernfrei galt, verzeichnet jetzt Infektionen. Bis Anfang Oktober wurden im Bundesstaat New York 108 Maserninfektionen registriert. Sieben Fälle entfielen auf New York City, 101 auf den übrigen Bundesstaat.

Doch am härtesten trifft der Ausbruch Pennsylvania. Im Nachbarstaat wurden inzwischen mehr als 1000 Fälle gemeldet. Eine solche Zahl innerhalb eines einzelnen US-Bundesstaates gab es seit rund 35 Jahren nicht mehr. Fünf Menschen verstarben infolge einer Infektion.

Was wird jetzt unternommen?

Mit dem Notstand in New York wollen die Behörden dank der Dringlichkeitsverordnung schneller auf neue Ausbrüche reagieren können. Gleichzeitig werden die Befugnisse für Impfungen und Tests ausgeweitet. Künftig können unter anderem auch Apothekerinnen und Apotheker sowie Rettungskräfte stärker eingebunden werden.

Was sind Masern?

Auf Blick-Anfrage warnt das Bundesamt für Gesundheit (BAG): «Es gibt keine Infektionskrankheit, die ansteckender ist als die Masern.» Der Grund: «Infektiöse Aerosole können bis zu zwei Stunden nach ihrer Emission in der Luft schweben.» Typische Symptome einer Infektion sind Fieber, Husten, Schnupfen und später ein Hautausschlag. In schweren Fällen drohen Lungen- oder Hirnentzündungen, selten auch der Tod.

«Eine spezifische Therapie gegen das Virus gibt es nicht», so das BAG. Man könne lediglich Symptome lindern. Daher betont es die Wichtigkeit der Impfung: «Die Impfung mit zwei Impfdosen schützt zu 98 Prozent vor einer Ansteckung und zu 100 Prozent vor schweren Masernkomplikationen.»

Wer nicht geimpft ist, ist unabhängig vom Alter gefährdet. Alle anderen brauchen sich nicht vor einer USA-Reise in den Herbstferien zu fürchten.

Wie ist die Lage in der Schweiz?

In der Schweiz steht es um die Impfquote gut: Man kann keinen signifikanten Rückgang feststellen, so das BAG. Bei Zweijährigen und bei Achtjährigen liegt die Impfquote bei 96 Prozent (1. Dosis) und 94 Prozent (2 Dosen). Bei 16-Jährigen sehen die Zahlen noch besser aus: 98 Prozent (1. Dosis) und 96 Prozent (2 Dosen).

Aufgrund der Impfquoten in der Schweiz gibt es nur wenige Masernfälle. Ein Anstieg kann hier nicht festgestellt werden. In der Schweiz kommt die Gefahr von ausserhalb: «Masernfälle in der Schweiz sind meistens auf ungeimpfte Personen zurückzuführen, die sich im Ausland infizieren.» Doch auch hier gibt das BAG Entwarnung: «Dank einer schnellen Reaktion der öffentlichen Gesundheitsdienste werden diese kleinen Ausbrüche innerhalb kurzer Zeit eingedämmt.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen