Darum gehts
- Einjähriges Kind stirbt nach Infektion mit hirnfressender Amöbe in Wasserpark
- Naegleria fowleri dringt über die Nase ein und wandert ins Nervensystem
- In ungechlorten Süssgewässern über 30 Grad verbreiten sich die Erreger am stärksten
Die tödliche Gefahr lauerte unsichtbar im Wasser. Der kleine Michael war erst 16 Monate alt, als er sich beim Spielen in einem Pool mit einem gefährlichen Erreger infizierte. Der Vorfall ereignete sich bereits am 26. August 2023 in einem Wasserpark in Pulaski County im US-Bundesstaat Arkansas, wie «Daily Mail» berichtet.
Wenige Tage nach dem Bad litt der Bub an Fieber, übergab sich und hörte auf, zu essen und sich zu bewegen. Auch seine Wahrnehmung schien sich zu trüben, schreibt «Daily Mail». In der Klinik stellten die Ärzte fest, dass er sich mit dem Parasiten Naegleria fowleri infiziert hatte. Neun Tage nach der Infektion verstarb das Kind.
Chlorgehalt war unzureichend
Laut «Daily Mail» war der pH-Wert im Poolwasser deutlich zu hoch, wodurch die desinfizierende Wirkung des Chlors eingeschränkt wurde. Zudem war die Chloranlage bereits vor gut einem Monat ausgefallen – das Chlor wurde deshalb händisch zugefügt, wodurch es sich nicht gleichmässig verteilen konnte.
Der kleine Einzeller Naegleria fowleri ist auch als hirnfressende Amöbe bekannt. Gehirn und Hirnhäute entzünden sich und sterben an Stellen ab, heisst es auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI). Eine Erkrankung durch Naegleria fowleri ist nach Angaben des RKI selten – weltweit sind nur 250 Fälle dokumentiert, die meisten verliefen tödlich.
Bestimmte Regionen besonders betroffen
Der Erreger bevorzugt eine warme Umgebung – man findet ihn besonders in Süssgewässern und Böden in den Subtropen und Tropen. Jedoch bieten auch natürlich oder künstlich erwärmte Süssgewässer in den gemässigten Klimazonen ein begünstigendes Umfeld, so das RKI.
Beim Baden und besonders beim Tauchen treten die Infektionen auf. Verstärkt findet sich der Erreger in ungechlorten Süssgewässern über 30 Grad, gibt das RKI an. Die Parasiten dringen über die Nase in den menschlichen Körper ein und wandern über den Riechnerv in das zentrale Nervensystem.
Was gibt es beim Baden zu beachten?
Anfälliger für eine Infektion sind besonders Kinder oder junge Erwachsene, selbst wenn sie völlig gesund sind, heisst es auf der Webseite des RKI. Heimtückisch: Die Symptome beginnen relativ unscheinbar, unter anderem mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber. Schon nach kurzer Zeit aber folgt der Verlust von Wahrnehmung und Körperkontrolle. Infizierte fallen ins Koma und versterben meist eine Woche später.
Um eine Infektion weitestgehend zu vermeiden, empfiehlt das RKI, nicht in ungechlorten oder unzureichend gechlorten warmen Süssgewässern zu baden. Nicht jedes Gewässer sei von den Erregern betroffen, doch bei unbehandelten Gewässern über 30 Grad steige das Risiko für ein Vorkommen der Amöben. Sogar bei Temperaturen bis zu 45 Grad vermehren sich die Einzeller. Ein weiterer Risikofaktor: Untertauchen des Kopfes oder Aufwühlen von Wasser beim Planschen, da Wasser so in die Nase gelangen kann.